Nachttauchen: Wichtige Regeln & Tipps für den Nachttauchgang

Nachttauchen

Bist Du ausgebildeter Gerätetaucher mit Tauchschein eines weltweit anerkannten Tauchverbandes (PADI, SSI, CMAS etc.) und planst in nächster Zeit Deinen ersten Nachttauchgang im Meer oder in einem See, vielleicht sogar im Rahmen eines weiterführenden Tauchkurses oder eines Night Dive Specialty? Dazu fragst Du dich als Einsteiger sicherlich, ob das Nachttauchen gefährlich ist und bist zudem noch auf der Suche nach den wichtigsten Regeln und Tipps für das sichere Nachttauchen, damit Du deinen ersten Nachttauchgang auch wirklich genießen kannst.

In diesem Fall bist Du hier auf unserem Taucherblog goldrichtig, denn im Folgenden wollen wir Dir einmal die wichtigsten Fragen rund um Deinen ersten Nachttauchgang beantworten und Dir erklären, warum das Tauchen in der Nacht so ein besonderes Erlebnis ist. Im Anschluss verraten wir Dir dann noch unsere besten Tipps für einen sicheren Nachttauchgang und welche zusätzliche Tauchausrüstung Du dir für das Nachttauchen gegebenenfalls zulegen solltest.

Als erfahrene Tauchlehrer und leidenschaftliche Taucher mit mehreren tausend Tauchgängen haben wir bereits mehrere hunderte Nachtauchgänge rund um den Globus im Süss- und Salzwasser absolviert und sind dabei in der Dunkelheit der Nacht sogar schon viele Male mit jagenden Haien, tanzenden Mantas und vielen anderen einzigartigen und nachtaktiven Meeresbewohnern getaucht.

Zudem haben wir natürlich auch viele unserer Tauchschüler auf ihrem ersten Nachttauchgang im Rahmen des PADI Night Diver Specialty oder des Advanced Open Water Diver Kurses begleitet, weshalb wir ganz genau wissen, worauf Du bei deinem ersten Nachttauchgang wirklich achten musst und welche Fragen Dich vor deinem ersten Tauchgang in der Nacht wahrscheinlich beschäftigen.

Bevor wir Dir hier in unserem Taucherblog Artikel verraten, worauf Du bei einem Nachttauchgang wirklich achten musst, wollen wir Dir noch kurz erläutern, was das Tauchen in der Nacht aus unserer persönlichen Sicht denn so einzigartig macht und warum das Nachttauchen oder Night Diving, wie es im Englischen genannt wird, ein unvergessliches Erlebnis in Deinem Leben sein wird, das Du auf gar keinen Fall verpassen solltest.

Nachttauchen Haie

Beim Nachttauchen kannst Du an einigen Tauchplätzen im Meer auch Haie antreffen.

Was macht Nachttauchen so besonders?

Der überwiegende Teil der Taucher, die bisher noch keinen Nachttauchgang absolviert haben, können sich zunächst gar nicht wirklich vorstellen was an einem Tauchgang in der Dunkelheit den so besonders sein kann. Folglich sind sie natürlich umso überraschter, wenn man ihnen als erfahrener Taucher erzählt, dass ein Nachttauchgang ein Tor in eine andere Welt eröffnet, die sich so sehr von der Unterwasserwelt am Tage unterscheidet, dass mache Tauchplätze die Du tagsüber erkundet hast in der Nacht nicht wiederzuerkennen sind.

Mit Anbruch der Abenddämmerung machen sich im Meer die Jäger am Korallenriff bereit für ihre Beutezüge, während sich andere Fischarten in fast unsichtbare Kokons einhüllen, um sich vor genau diesen Jägern zu verbergen. Bizarre Haarsterne und Gorgonenhäupter, die sich am Tage kaum regen, erwachen in der Nacht zum Leben und sammeln mit ihren Armen kleinste Plankton Teilchen und Lebewesen ein. Zudem sind viele Korallenriffe übersäht mit zahlreichen kleinen Garnelen und anderen Krebstierchen, die auf der Suche nach Nahrung durch die Korallen huschen.

Nightdive Muräne

Auf einem NightDive kannst Du auch freischwimmende Muränen entdecken.

Natürlich gilt das nicht nur für einen Nachttauchgang im Meer, sondern auch im Süsswasser in Seen oder Flüssen erwachen in der Dunkelheit die Jäger und patrouillieren durch Schilfgebiete und Wasserpflanzen, während sich auch zahlreiche Kleinstlebewesen auf die Suche nach Nahrung machen.

Ein besonders atemberaubender Effekt, den Du beim Nachttauchen erleben kannst, ist die Biolumineszenz diverser großer und kleiner Unterwasserlebewesen, die Du vor allem auf einem Nachttauchgang im Meer entdecken kannst. Im Salzwasser erzeugen nicht nur die Körper einiger Quallen, Sepien und Krebse mit Leuchtorganen ihr eigenes Licht, sondern auch einige Arten von Plankton leuchten in der Nacht und erzeugen so das weltweite bekannte Phänomen des Meeresleuchten.

Nachttauchgang Tauchplatz

Ein guter Tauchplatz für einen Nachttauchgang ist nicht zu Tief und hat kaum Strömung.

Darauf musst Du beim Nachttauchgang achten

Zunächst einmal gelten für Taucher beim Nachttauchen natürlich alle Regeln und Sicherheitsvorkehrungen, wie bei einem normalen Tauchgang bei Tageslicht. Da etwaige Komplikationen auf einem Nachttauchgang allerdings ein noch größeres Risiko darstellen als am Tag, solltest Du die Basics wie die eigene Kontrolle Deiner Tauchausrüstung, den Buddy-Check und die Absprache mit Deinem TauchBuddy oder das Briefing mit Deinem DiveGuide vor dem Nachttauchgang ganz besonders gewissenhaft durchführen.

Gerade ein sehr ausführliches Briefing zum Tauchplatz und dem geplanten Ablauf des Nachttauchgangs tragen eine ganze Menge zur Sicherheit beim Nachttauchen bei, sodass jeder Taucher genau weiß was beim Nachttauchgang unter Wasser auf ihn zukommt und so schnell erkennen kann, wenn einmal etwas von der ursprünglichen Planung des Tauchgangs abweicht und schiefläuft.

Hilfreich ist es besonders für Tauchanfänger auf einem Nachttauchgang, wenn sie ihre Tauchausrüstung bereits sehr gut kennen und wissen wo die wichtigsten Ausrüstungsteile und deren Bedienelemente auch beim Nachttauchen in der Dunkelheit zu finden sind.

Nachttauchen Abend

Idealerweise startest Du zum Nachttauchen bereits am Abend vor Sonnenuntergang.

Daher ist eine geliehene Tauchausrüstung im Urlaub nicht die ideale Wahl für Deinen ersten Nachttauchgang, weshalb Du zumindest schon einige Tauchgänge mit der gleichen Leihausrüstung bei Tageslicht absolvieren solltest, um sie besser kennenzulernen und Dich mit dem Sitz der wichtigsten Bedienelemente ( zum Beispiel Inflator, Schnellablass, Finimeter, Oktopus etc.) vertraut zu machen.

Neben dem Selbstschutz durch gute Vorbereitung vor dem Tauchgang solltest Du dich beim Nachttauchen aber auch besonders sensibel gegenüber der Unterwasserwelt und deren Bewohnern zeigen. Genau wie am Tag gilt es als Selbstverständlichkeit keine Unterwasserlebewesen anzufassen.

In der Dunkelheit der Nacht musst Du darüberhinaus aber besonders darauf achten, dass Du keine schlafenden Fische, Schildkröten oder andere Tiere aufschreckst. Daher solltest Du bei einem Nachttauchgang immer einen noch größeren Abstand zum Riff oder dem Untergrund halten, als Du es bei einem normalen Tauchgang bei Tageslicht tun würdest.

Nachttauchgang Scherengarnelen

Beim Nachttauchgang im Meer kannst Du Scherengarnelen & andere winzige Tiere entdecken.

Der richtige Tauchplatz zum Tauchen in der Nacht

Oftmals wird behauptet, dass man Nachttauchgänge nur an Tauchplätzen durchführen sollte, an denen man schon bei Tageslicht getaucht ist – doch das ist im Grunde genommen bei einfachen Tauchplätzen nicht zwingend notwendig und hängt letzten Endes auch ein wenig von der Erfahrung der teilnehmenden Taucher ab. Für Tauchanfänger ist es sicherlich ein großer Vorteil, den Tauchplatz schon einmal bei Tageslicht gesehen zu haben. So können sie sich sicher sein, dass sie den Tauchgang mit ihren taucherrischen Fähigkeiten auch bei einem NightDive meistern können.

Wichtiger als den Tauchplatz bereits zu kennen, ist eher die generelle Auswahl des richtigen DiveSpots für einen gelungenen NightDive. So solltest Du bei einem Nachtauchgang an keinen Tauchplätzen mit übermässiger Strömung tauchen, da diese Tauchgruppen leicht trennen kann oder eventuell dafür sorgt das Du vom eigentlichen Tauchplatz und damit vom Ausstieg abgetrieben wirst.

Nachttauchen Brother Islands

Strömungsreiche Tauchplätze wie die Brother Islands eigenen sich nicht zum Nachttauchen.

Ebenso wichtig ist es auf einem Nachttauchgang nicht unnötig tief zu tauchen, weshalb Du im Verlauf des Tauchgangs möglichst weit von der Nullzeitgrenze entfernt bleibst und jederzeit, auch bei einem kontrollierten Notfall-Aufstiegt ohne Sicherheitsstop, ohne die übermässige Gefahr eines Dekompressionsunfalls (Taucherkrankheit) zur Wasseroberfläche gelangen kannst.

Besonders wichtig ist es, dass der Tauchplatz für den Nachttauchgang mit einer weit sichtbaren Ausstiegs Markierung (Lichtquelle) über und bei einem Bootstauchgang auch unter Wasser markiert ist, sodass Du dich daran orientieren kannst. Besonders Taucheinsteiger haben so die Möglichkeit während ihres Nachttauchgangs nahe der Ausstiegs-Markierung zu bleiben und sich daran zu orientieren. Erfahrenere Taucher können eine beleuchtete Markierung unter Wasser zum Ende des Tauchgangs auch mithilfe ihres Kompasses und einfachsten navigatorischen Fähigkeiten recht leicht wiederfinden.

Nachttauchen Gefahr

Selbst Haie und andere Großfischarten machen Nachttauchen nicht gefährlich.

Ist das Nachttauchen nicht gefährlich?

Natürlich bringt ein Nachttauchgang ein etwas höheres Risiko mit sich als ein Tauchgang am Tage, aber das bezieht sich ausschliesslich darauf, dass die Dunkelheit ein zusätzlicher Schwierigkeitsfaktor ist. Schon bei Tageslicht bewegen wir uns als Gerätetaucher während eines Tauchgangs unter Wasser in einer lebensfeindlichen Umgebung, in der selbst kleinste Fehler und Unachtsamkeiten das Risiko eines Tauchunfalls mit sich bringen. Geschehen solche Fehler dann auch noch in der Dunkelheit auf einem Nachttauchgang, kann es schnell gefährlich werden.

In der Regel beziehen sich Tauchanfänger bei der Frage „ob Nachttauchen gefährlich ist“ allerdings eher auf unwirkliche Gefahren, die zum Beispiel von Unterwasserbewohnern wie Haien, Muränen etc. ausgehen. Die damit assoziierten Gefahren entspringen allerdings eher der Nervosität oder der Anspannung von Taucheinsteigern vor ihrem ersten Nachttauchgang, denn von den Bewohnern der Unterwasserwelt geht auch in der Dunkelheit keine vergrößerte Gefahr aus als bei einem Tauchgang bei Tageslicht.

Nachttauchgang Barrakudas

Bei einem Nachttauchgang auf Barrakudas zu treffen ist ein tolles Erlebnis.

Abschliessend kann man also sagen, dass ein Tauchgang in der Nacht mit der Dunkelheit durchaus eine zusätzliche Gefahr mit sich bringt. Wenn Du dich allerdings gewissenhaft an die Regeln beim Nachttauchen hältst, Dir einen einfachen Tauchplatz suchst, der Deinen Fähigkeiten als Taucher entspricht und Dich gut auf den anstehenden Nachttauchgang vorbereitest, dann musst Du dir keine Sorgen darüber machen, dass das Nachttauchen gefährlich ist.

Die besten Tipps für Deinen Nachttauchgang

Damit Dein erster Nachttauchgang oder Deine nächsten Nachttauchgänge noch sicherer werden und Du das Nachttauchen in Zukunft voll und ganz genießen kannst, haben wir Dir im Folgenden einmal unsere besten Tipps zum Tauchen in der Nacht zusammengestellt, die wir als Tauchlehrer und DiveGuides auch unseren Tauchschülern und den Gerätetauchern, die uns auf unseren Nachttauchgängen im Meer begleiten, mit auf den Weg geben.

01. Tauche nicht mit Angst bei Nacht

Eine gesunde Aufregung ist natürlich vollkommen in Ordnung, aber wenn Du dich wirklich vor einem Nachttauchgang in der Dunkelheit fürchtest, dann solltest Du dich von nichts und niemandem dazu überreden lassen. Auch wenn es im Grunde nichts gibt wovor Du dich beim Nachttauchen ängstigen müsstest, so solltest Du in jedem Fall auf Deine innere Stimme hören und vorerst auf einen Tauchgang bei Nacht verzichten, wenn Du dich mit dem Gedanken aktuell einfach nicht wohlfühlst.

Aus Angst wird ungewollt auch rasch Panik, wenn einmal etwas schiefläuft oder Du dich vor irgendetwas während des Tauchgangs erschreckst. Gerade deshalb solltest Du niemals zu einem Nachttauchgang aufbrechen, wenn Du im Vorfeld merkst, dass Du Angst vorm Tauchen in der Nacht und in der Dunkelheit hast.

Lass es dann lieber ganz langsam angehen und starte vielleicht zuerst einmal mit einem späten Nachmittagstauchgang, der sich bis in die Abenddämmerung zieht und gewöhne Dich so ganz langsam daran mit weniger Tageslicht zu tauchen. Häufig hilft das besonders Einsteigern ihre Ängste abzubauen und die Faszination die von einem Nachttauchgang ausgeht zu verinnerlichen.

02. Kenne die Lampen Signale für Taucher

Während eines Nachttauchgangs kannst Du die Taucherzeichen, die Du deinem TauchBuddy tagsüber mit Deinen Händen signalisierst, natürlich nur eingeschränkt benutzen. Daher gibt es für die beiden wichtigsten Tauchzeichen „Alles O.K.“ und „Ich habe ein Problem“ zwei einprägsame Lampensignale, die Du vor deinem ersten Nachttauchgang kennen solltest.

Für „Alles O.K.“, egal ob als Frage oder als Antwort, bewegst Du die Tauchlampe in einem großen und klar erkennbaren Kreis. Um zu signalisieren, dass Du „ein Problem hast“ schwenkst Du die Tauchlampe einfach schnell hoch und wieder hinunter. Diese beiden Lampensignale erkennt Dein Buddy oder DiveGuide dann auch aus dem Augenwinkel oder wenn er etwas weiter von Dir entfernt taucht.

Hast Du erst mal die Aufmerksamkeit Deines Tauchkameraden oder Guides, kannst Du einfach Deine freie Hand seitlich mit der Lampe anleuchten und die üblichen Handzeichen zur Kommunikation unter Wasser benutzen. Achte nur immer darauf, dass Du das Handzeichen mit Deiner Lampe seitlich anleuchtest, sodass Du deinen Tauchpartner nicht unbeabsichtigt auf dem Nachttauchgang blendest.

Nachttauchen Cocos Island

Beim Nachttauchen auf Cocos Island sind wir mit unzähligen Haien getaucht.

03. Leuchte nichts & niemanden frontal an

Was für Deinen TauchBuddy bei den Lampensignalen gilt, ist natürlich auch für alle anderen Taucher oder zum Beispiel für die Bootscrew an der Oberfläche verbindlich – achte stets darauf, niemanden mit Deiner Tauchlampe direkt ins Gesicht zu leuchten und zu blenden. Moderne LED Tauchlampen sind so hell, dass Du damit unter Umständen sogar eine Verletzung der Augen verursachen kannst oder aber zumindest dafür sorgst das andere Personen kurzfristig ihre Nachtsicht und damit vielleicht auch ihre Orientierung verlieren.

Diese Regel gilt im Übrigen ebenso für alle Bewohner der Unterwasserwelt, denn auch sie haben zum Teil sehr empfindliche Augen oder werden in ihrem wichtigen Schlaf gestört. Im schlimmsten Fall richtest Du mit dem direkten Anleuchten von Fischen & Co. gegebenenfalls sogar noch größeren Schaden an, da einige Fische sich in der Nacht in einen Kokon einweben, der sie vor ihren Jägern schützt und den sie verlassen, wenn sie aufgeschreckt werden.

Zudem nutzen viele Jäger der Nacht den Lampenschein von Tauchlampen zur Jagd und schnappen sich nahezu jedes Lebewesen, dass Du frontal mit Deiner Lampe während des Nachttauchgangs anleuchtest. Daher solltest Du beim Nachttauchen auch Fische, Schildkröten, Krebse etc. niemals direkt anleuchten, sondern den Kern des Lampenscheins immer ein Stück weit neben das Objekt richten was Du dir auf dem Nachttauchgang genauer anschauen möchtest.

04. Hab immer eine Ersatzlampe dabei

Neben Deiner Hauptlampe zum Nachttauchen sollest Du immer eine kleine Ersatzlampe dabei haben, die es Dir ermöglicht Deinen Tauchgang in der Nacht sicher zu Ende zu bringen, wenn Deine erste Tauchlampe einmal ausfällt. Viele erfahrenere Taucher vernachlässigen das bedauerlicherweise häufig und teilen sich eine Ersatzlampe pro Buddy-Team, was aber gerade bei Nachttauchgängen im offenen Meer, zum Beispiel während einer Tauchsafari, ganz schnell gefährlich werden kann.

Verliert sich das Buddy-Team unter Wasser und wird auseinander getrieben, kann der Taucher mit defekter Tauchlampe unter Umständen nicht mehr sicher auftauchen, da er seine Geräte nicht mehr ablesen kann oder vielleicht sogar die Orientierung unter Wasser verliert.

Aber selbst wenn das nicht zum Problem wird, kann er sich an der Wasseroberfläche ohne Ersatzlampe nicht bemerkbar machen und so von der Bootscrew völlig unbemerkt vom Tauchplatz weg auf das offene Meer hinaus getrieben werden. Keine Frage …, das ist sicherlich der „Worst Case“, aber genau darauf solltest Du als ausgebildeter und verantwortungsvoller Gerätetaucher im Idealfall auch immer vorbereitet sein.

05. Weniger Licht ist machmal mehr

Durch die immer günstigeren und stärkeren LED-Tauchlampen wird es auf Nachttauchgängen in den letzten Jahren immer heller. So sind wir selbst schon oft an wunderbaren Tauchplätzen in der Nacht getaucht, an denen das Riffdach von zahlreichen Tauchern so hell beleuchtet war wie ein Fussballstadion. Gerade in solch einer Situation solltest Du deine Tauchlampe einfach mal mit der Handfläche bedecken und am Rande des Lichtscheins Ausschau halten, denn hier sind oft scheue und lichtempfindliche Bewohner der Unterwasserwelt auf der Pirsch.

Selbst wenn nur wenige andere Taucher auf Deinem Nachttauchgang unterwegs sind, ist es sinnvoll Deine Tauchlampe mal auf die kleinste Stufe umzustellen, sodass Deine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen und auch Lebewesen am Rande des Scheins Deiner Tauchlampe wahrnehmen.

Zwischendurch oder zum Ende des Nachttauchgangs kannst Du deine Tauchlampe sogar einmal ganz ausschalten um zu schauen, ob Du irgendwo Lebewesen mit Biolumineszenz oder gar das sensationelle Meeresleuchten entdecken kannst. Dafür musst Du nur an Orten, wo es infrage kommt (z. B. Indischer Ozean, karibisches Meer oder Pazifik), langsam Deine Hand durch das Wasser bewegen, um das Plankton durch Bewegung zum Leuchten zu bringen.

NightDive Licht

Am Rande des Lichtscheins ziehen beim NightDive häufig scheue Tiere vorbei.

06. Nimm einen Kompass mit

In der Dunkelheit ist es natürlich schwieriger Dich zu orientieren und am Ende des Nachttauchgangs wieder zur Ausstiegs-Markierung zu gelangen. Deshalb solltest Du auf einem Nachttauchgang immer einen separaten Kompass oder zumindest einen Tauchcomputer mit digitalem Kompass mit dabei haben und Dir im Briefing für den Nachttauchgang die Himmelsrichtungen, die Lage des Tauchplatzes und den Ausstiegspunkt des Nachttauchgangs ganz genau einprägen.

Je nach Tauchplatz kannst Du mit einem Kompass auch auf einem Nachttauchgang relativ gut bestimmen, wo Du bist. Wenn sich der Verlauf des Riffs in eine andere Himmelsrichtung wendet oder der Meeresboden dauerhaft in eine Himmelsrichtung absinkt, kann Dir das Hinweise darauf geben, wo Du dich aktuell am Tauchplatz befindest und in welche Richtung Du Tauchen musst um zurück zum markierten Ausstieg zu gelangen.

07. Sichere Deine Tauchausrüstung

Was für Tauchgänge bei Tageslicht gilt, ist natürlich bei einem Nachttauchgang nach Sonnenuntergang besonders wichtig – alles, was Du an Tauchausrüstung verlieren könntest, solltest Du mit zusätzlichen Befestigungen und Sicherungen an Deinem Tarierjacket, Tauchanzug oder direkt an Deinem Körper sichern, damit es nicht durch eine Unachtsamkeit während des Tauchgangs in die Tiefe hinabfallen kann.

Einmal verloren ist das Bergen eines Gegenstandes in der Dunkelheit selbst bei einem Nachttauchgang in geringer Tiefe fast aussichtslos und durch die schlechtere Orientierung in der Nacht ist es auch bei Tageslicht häufig nur schwer oder gar nicht möglich die Stelle, wo das Ausrüstungsteil beim Nachttauchen verloren gegangen ist, wiederzufinden.

Daher solltest Du deine Tauchausrüstung gerade beim Nachttauchen mit Handschlaufen und Retraktoren (Rückziehern – ursprünglich aus dem medizinischen Bereich) am Körper oder Tarierjacket zusätzlich sichern. Ein paar Tipps, welche Gadgets für Taucher zum Sichern der Ausrüstung besonders hilfreich sind, findest Du am Ende dieses Artikels zum Thema Nachttauchen.

08. Bleib nahe bei Deinem Buddy

Klar …, auch diesen Tipp kennst Du natürlich von Tauchgängen am Tage – doch auch beim Abstand zum TauchBuddy ist in der Dunkelheit besonderes Feingefühl angesagt. Tagsüber wird der Abstand zwischen den Tauchern eines Buddy-Teams bei guten Sichtweiten schon mal zehn oder sogar Meter groß, doch genau das solltest Du vor allem bei einem Nachttauchgang vermeiden.

In der Dunkelheit sind Distanzen generell schwer einzuschätzen und beim Ausfall einer Tauchlampe oder einem anderweitigen Problem Deines Tauchbuddies könnt ihr euch schnell in der Dunkelheit aus den Augen verlieren. Besonders dann, wenn noch andere Taucher am gleichen Tauchplatz zum Nachttauchen unterwegs sind und Du daher nicht auf den ersten Blick erkennen kannst, welcher Lampenschein zu Deinem TauchBuddy gehört.

Daher sollte der Abstand zwischen den Tauchern eines Buddy-Teams vor allem beim Nachttauchen keinesfalls größer als fünf bis sechs Meter sein. Natürlich solltest Du deinem Tauchpartner aber auch nicht zu dicht auf die „Pelle“ rücken, da sonst bei einer Unachtsamkeit oder einem Zusammenstoß die Gefahr besteht sich gegenseitig ins Riff oder in den Untergrund zu drücken und sich unbeabsichtigt mit den Tauchlampen zu blenden.

Nightdive Sonnenuntergang

Starte Deinen Nightdive vor Sonnenuntergang und erlebe wie die Jäger sich bereit machen.

09. Tauche noch langsamer als sonst

Gerade auf einem Nachttauchgang geht es darum die kleinen und besonderen Dinge in der Unterwasserwelt zu entdecken, weshalb Du beim Nachttauchen langsam tauchen und nur sehr wenig Strecke machen solltest. An vielen guten Tauchplätzen für die Nacht reicht es im Prinzip schon wenige Meter des Riffs genauer in Augenschein zu nehmen um Krebse, Nacktschnecken, Sepien, Haarsterne und viele andere bizarre, nachtaktive Lebewesen zu beobachten.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Du dich durch das langsame Tauchen kaum anstrengst und in geringer Tiefe somit nur wenig Atemluft verbrauchst. Selbst wenn Du während deinen ersten Tauchgängen in der Nacht etwas angespannt oder aufgeregt sein solltest, hält sich Dein Luftverbrauch durch die geringe körperliche Anstrengung in Grenzen und Du kommst so mit Deiner Atemluft bestimmt für eine Tauchzeit von 45 bis 60 Minuten aus.

10. Starte vor Sonnenuntergang

Ein Nachttauchgang muss nicht immer in tiefster Nacht oder bei totaler Dunkelheit beginnen. An vielen Tauchplätzen ist gerade die Übergangszeit von der Abenddämmerung bis kurz nach dem Sonnenuntergang die spannendste Zeit. Kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Jäger durch das Riff oder das Seegras ziehen und viele kleine Lebewesen sich nach einem sicheren Platz für die Nacht umschauen, dann kannst Du die Anspannung an vielen Tauchplätzen förmlich spüren.

Deshalb lohnt es sich in der Regel, schon kurz vor Sonnenuntergang mit dem NightDive zu beginnen und zu beobachten wie sich der Tauchplatz verändert wenn die Dunkelheit über ihn hereinbricht. Auf diese Weise kannst Du dich zudem auch selbst „step-by-step“ an die Dunkelheit gewöhnen und vergisst darüber, selbst als Taucheinsteiger häufig Deine Aufregung vor den ersten Nachttauchgängen.

Nachttauchgang Tauchlampe

Zur Tauchausrüstung für einen Nachttauchgang gehört eine gute Tauchlampe.

Wichtige Taucherausrüstung zum Nachttauchen

Wie schon Eingangs erwähnt, brauchst Du zum Nachttauchen natürlich eine gute Tauchlampe und eine kleine Ersatzlampe sollte für Notfälle auch nicht fehlen. Als Hauptlampe nutzen wir als Tauchlehrer aktuell die Scubapro Nova 850R, die auch am Tag ausreichend Licht erzeugt, um eine Höhle oder Überhänge auszuleuchten. Als leichte Ersatzlampe reicht in der Regel eine kleine und günstige Tauchlampe wie die Subea Spot 100 SCD von Decathlon.

Zum Sichern von Tauchlampen, Unterwasserkameras und anderer Tauchausrüstung bieten sich Retraktoren mit Spiralkabeln oder kurze Handschlaufen an, wie es sie von fast allen Herstellern von Ausrüstung für Taucher in diversen Farben und Formen angeboten werden.

Einstiege und Ausstiege kannst Du beim Nachttauchen super mit einem wasserdichten LED – Blicklicht kennzeichnen und viele Taucher nutzen solche Lichter auch, als zusätzliche Tanklampe, um von ihrem Buddy gesehen zu werden.

Tauchen Nacht Rochen

Auch große Rochen trifft man häufig beim Tauchen in der Nacht.

Ganz persönlich würden wir Dir allerdings dringend raten auf ein Blinklicht an der Tauchflasche zu verzichten, da das Blinken über den kompletten Nachttauchgang hinweg für Dich selbst und Deine Tauchbuddies sehr „nervig“ sein kann. Außerdem kannst Du ein Tanklicht nur schwer selbst während des Nachttauchgangs ausschalten, wenn Du unseren fünften Tipp zum Nachttauchen beherzigen möchtest und das Licht ausschalten möchtest.

Weitere Informationen zu den hier genannten Empfehlungen für hilfreiche Tauchausrüstung und Gadgets zum Nachttauchen, sowie Bewertungen und die Möglichkeit zu deren Kauf – findest Du hier:

Mit diesen zusätzlichen Teilen der Tauchausrüstung solltest Du für deine ersten Nachttauchgänge stets gut gerüstet sein und wunderbare Eindrücke beim Tauchen in der Dunkelheit sammeln können. Wenn Dir die Investition für eine gute Tauchlampe für den Einstieg zu hoch ist, kannst Du diese übrigens auch bei den meisten Tauchschulen die Nachttauchgänge anbieten für einen kleinen Betrag ausleihen oder bekommst sie bei Nachttauchgängen im Rahmen der Tauchausbildung vielleicht sogar kostenlos gestellt.

Nachttauchgang Makrelen

Beim Nachttauchgang im Meer jagen Makrelen im Lampenschein der Taucher.

Noch mehr Tipps für Taucher auf unserem Taucherblog

Somit sind wir auch schon am Ende unseres Blogartikels für Taucher rund um das Thema Nachttauchen angekommen und hoffen sehr, dass wir Dir ein paar hilfreiche Tipps und Regeln für Deinen ersten Nachttauchgang mit auf den Weg geben konnten. Wenn Du noch Fragen zum Thema Nachttauchen oder der vorgestellten Tauchausrüstung hast oder vielleicht sogar selbst noch ein paar gute Tipps zum Nachttauchen mit uns teilen möchtest, dann schreibe uns doch über das Kommentarfeld unterhalb des Artikels.

Hier auf unserem Taucherblog findest Du natürlich noch viele weitere spannende Artikel mit Tipps für Taucher und hilfreichen Testberichten rund um die beste Tauchausrüstung. Einige besonders gern gelesene Artikel für Taucher, die Dir vielleicht auch gefallen könnten – findest Du hier:

Wenn Du noch mehr über unsere Tauchreisen erfahren und keinen unserer Artikel aus unserem Taucherblog mehr verpassen möchtest, dann folge uns doch auf unseren Seiten auf den sozialen Netzwerken bei Tripadvisor, Facebook, YouTube, Instagram, Twitter und Flipboard – hier findest Du immer wieder aktuelle Artikel, Bilder, kleine Videos und News von unseren Tauchgängen und Outdoor-Abenteuern.

Trage Dich in unseren Newsletter ein

Anmerkung*: Bei den verlinkten Produkten auf dieser Webseite handelt es sich zum Teil um Affiliate Links.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.