Planst Du in nächster Zeit einen ausgiebigen Wanderurlaub auf den kanarischen Inseln und bist Dir aktuell noch nicht wirklich sicher, welche der acht bewohnten Inseln denn eine gute Wahl für Dich ist? Bei der Ideenfindung und für Deine letztendliche Entscheidung bist Du wohl nicht auf der Suche nach gewöhnlichen 08/15-Reisetipps, sondern nach ehrlichen Empfehlungen von Outdoor-Fans, die selbst schon mehrfach zum Wandern auf den Kanaren unterwegs waren?
In diesem Fall bist Du hier in unserem Blogartikel gut aufgehoben. Denn im Folgenden stellen wir Dir unsere ganz persönlichen fünf Lieblingsinseln zum Wandern auf den Kanaren vor und verraten Dir zudem, was jede einzelne davon für uns so besonders macht. Dazu gibt es hier konkrete Wandertipps zu ansprechenden Touren aus erster Hand und natürlich auch eine ehrliche Einschätzung dazu, welche kleinen und größeren Nachteile Dich vielleicht auf den jeweiligen Inseln erwarten.
Als begeisterte Outdoor- und Wanderfans waren wir bereits zu unterschiedlichen Jahreszeiten etliche Male zum Wandern auf den Kanarischen Inseln unterwegs. So haben wir uns mit den Jahren einen soliden Überblick zu den Wanderregionen und möglichen Touren auf den unterschiedlichen Inseln verschafft. Besonders La Palma, hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen und gehört für uns bis heute zu unseren weltweiten Lieblingszielen für einen Wanderurlaub.
Bevor wir nun zu unseren 5 persönlichen Favoriten unter den Kanaren-Inseln zum Wandern kommen, geben wir Dir zuerst hier noch einen kurzen Einblick in die gesamte Region und verraten Dir, warum die Kanaren so ein außergewöhnlich schönes Reiseziel für alle Naturbegeisterten sind. Im Anschluss stellen wir Dir dann unsere Insel-Favoriten vor, verraten Dir welche Erfahrungen wir dort gesammelt haben und welche Wanderungen wir auf der jeweiligen Insel besonders empfehlen.
Wanderurlaub auf den Kanaren
Die Kanaren gelten nicht ohne Grund als Inseln des ewigen Frühlings und tatsächlich kannst Du auf beinahe allen Inseln das gesamte Jahr über hervorragend wandern. Allerdings ist das Klima für Outdoorbegeisterte und Wanderer wesentlich komplexer, als es die Temperaturanzeige in der Unterkunft weit unten an der Küste vermuten lässt. Während in den Küstenregionen die Sonne scheint, können in den Höhenlagen nur wenige Kilometer weiter Passatwolken über die Berghänge ziehen und eben dort fühlt sich derselbe Tag plötzlich eher nach Herbst als nach Strandurlaub an.
Genau diese Gegensätze machen einen Wanderurlaub auf den Kanaren für uns so faszinierend. Früh am Morgen läufst Du noch bei angenehmen Temperaturen zwischen Palmen und Bananenplantagen los, mittags durchquerst Du ein Gebiet mit Kiefern oder gar feuchtem Nebelwald und am späten Nachmittag wanderst Du durch karge Vulkanlandschaften oberhalb der Wolkendecke. Nur an ganz wenigen Orten der Welt liegen solch unterschiedliche Landschafts- und Klimazonen so dicht beieinander.
Hinzu kommt ein wirklich riesiges Wegenetz mit mehr als 4.000 Kilometern und über 400 ausgeschilderten Routen. Einige dieser Wege verlaufen auf historischen Caminos Reales, die schon damals Dörfer, Felder und Küstenorte der kanarischen Inseln miteinander verbunden haben. Genau diese alten Wanderwege sind für uns persönlich wesentlich spannender als irgendein „gehypter“ Instagram-Hotspot, da sie in der Regel durch ursprüngliche Landschaften und authentische Orte führen, die vom klassischen Tourismus nicht allzu viel mitbekommen.
Beim Thema „Wetter auf den Kanaren“ solltest Du dir, trotz des oft beworbenen „ewigen Frühlings“ und der „365 perfekten Wandertagen im Jahr“ allerdings nichts vormachen. Auf Lanzarote kann die Sonne über schwarzer Lava gnadenlos brennen, während Dich zur gleichen Zeit auf Teneriffa, La Palma oder La Gomera dichter Nebel, kräftiger Wind und deutlich niedrigere Temperaturen erwarten können.
Für längere und anstrengendere Wanderungen empfinden wir deshalb vor allem den Spätherbst, Frühling und Winter als besonders angenehm, wobei auch der Mai manchmal noch solide Bedingungen zum Wandern bietet. Im Juli und August wird es in den tieferen Lagen der Kanaren häufig zu heiß zum Wandern, dazu kommt gelegentlich das Wetterphänomen „Calima“ mit ihrem Saharastaub. Wer trotzdem im Sommer unterwegs sein möchte, sollte möglichst früh starten und seine Wandertouren am besten in die Höhe oder die schattigen Wälder verlegen.
Welche Insel der Kanaren letztlich für Dich die ideale Wahl für einen Wanderurlaub ist, hängt wahrscheinlich von Deinen ganz persönlichen Vorlieben in Bezug auf die landschaftlichen Merkmale ab: Während die eine Insel mit wilden Vulkanlandschaften begeistert, punktet die nächste mit dichten Wäldern, tiefen Schluchten und Tälern oder fast menschenleeren Wanderwegen durch die Berge.

Unsere liebsten Kanaren-Inseln zum Wandern
Mit Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera, El Hierro und La Graciosa gehören insgesamt acht bewohnte Inseln zum kanarischen Archipel. Auch wenn sie auf der Landkarte scheinbar nahe beieinander liegen und über ein Fährnetz miteinander verbunden sind, so könnten sie landschaftlich kaum unterschiedlicher sein. Kein Wunder also, dass sich beim „Inselhüpfen“ jede Insel für sich fast so anfühlt, als würdest Du durch ganz unterschiedliche Teile der Welt reisen.
Hier schwarze Lava und kahle Vulkane, dort uralte Kiefern und Lorbeerwälder, subtropisch bewachsene Schluchten und schließlich karge Hochlagen oberhalb der Wolkendecke. Für uns persönlich macht genau diese landschaftliche Vielfalt den besonderen Reiz eines Wanderurlaubs auf den Kanaren aus und wir haben genau aus diesem Grund oftmals gleich mehrere Inseln mit der Fähre nacheinander besucht und dort die unterschiedlichsten Wandertouren unternommen.
In den vergangenen Jahren wurden die Zugänge zu einigen der bekanntesten Wanderwegen auf den Kanaren allerdings leider auch immer stärker reguliert, was vielleicht aus Sicht des Naturschutzes und des „Übertourismus“ auch notwendig ist. Für manche Touren brauchst Du deshalb mittlerweile eine vorherige Reservierung oder Genehmigung, für einige Wanderwege ist heutzutage sogar eine Gebühr für die Nutzung fällig.
Da wir aber selbst am liebsten sehr spontan anhand der aktuellen Bedingungen entscheiden, welche Wanderungen wir gerade unternehmen möchten, stellen wir Dir hier bei jeder unserer fünf Lieblingsinseln ganz bewusst vor allem Wanderungen vor, die Du nach aktuellem Stand ganz ohne Reservierung, kostenpflichtiges Permit oder anderweitige Planung ganz spontan unternehmen kannst.
Jetzt wollen wir Dich aber auch nicht länger auf die Folter spannen und kommen nun, ohne weiter abzuschweifen, zu den fünf kanarischen Inseln, die uns beim Wandern am meisten begeistert haben. Dazu sei noch kurz gesagt, dass es sich bei unserer Auflistung nicht um ein Ranking handelt, denn die hier aufgeführten Kanaren-Inseln könnten unterschiedlicher kaum sein und sind allesamt ohne Zweifel einen oder auch mehrere Besuche wert.
La Palma: Für uns die schönste Wanderinsel der Kanaren
Wenn wir uns für nur eine Kanaren-Insel für einen Wanderurlaub entscheiden müssten, würde unsere Wahl sicherlich auf La Palma fallen. Bei mittlerweile vier Besuchen haben wir die Insel auf ganz unterschiedlichen Wanderungen kennengelernt: beim Abstieg in die gigantische „Caldera de Taburiente“ bis hinunter zum „Barranco de las Angustias“, auf der aussichtsreichen „Ruta de los Volcanes“ über den Kamm der „Cumbre Vieja“ und in den fast schon prähistorisch wirkenden Lorbeerwäldern rund um „Los Tilos“.
Genau diese Mischung aus schwarzer Lava, tiefen Schluchten, kanarischen Kiefern, feuchtem Lorbeerwald und alpinen Höhenlagen macht die nur gut 700 Quadratkilometer große „Isla Bonita“ für uns so besonders. Auf La Palma erwartet Dich ein gut ausgebautes Wanderwegenetz von mehr als 1.000 Kilometern und kaum eine andere Region der Welt bietet auf so kleinem Raum solch eine Bandbreite an unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen.
Eine unserer liebsten Wanderungen, die sich spontan und ohne viel Erfahrung unternehmen lässt , ist der „Cubo de la Galga“ im grünen Nordosten La Palmas. Die rund elf Kilometer lange Runde dauert in etwa vier Stunden und führt durch kühlen, schattigen Lorbeerwald, in dem riesige Farne, moosbewachsene Baumstämme und verschlungene Äste stellenweise bizarr aussehen.
Mit genügend Zeit und Kondition kannst Du unterwegs zum „Mirador de la Somada Alta“ abzweigen, von dessen Aussichtspunkt aus Du bei klarer Sicht sogar Teneriffa und La Gomera in der Ferne entdecken kannst. Anmeldung oder Gebühren brauchst Du für diese Wanderung nicht und falls Dir elf Kilometer doch zu viel sind, kannst Du vom Parkplatz vor dem La-Galga-Tunnel auch eine etwas kürzere Hin-und-zurück-Variante wandern.
Noch mehr Inspiration und weiterführende Informationen für einen ausgiebigen Wanderurlaub auf La Palma – findest Du hier:
Nicht unterschätzen solltest Du allerdings, dass die Wanderwege auf La Palma vielerorts deutlich steiler sind, als die Kilometerangaben auf der Karte zunächst vermuten lassen. Gerade in den höheren Lagen kann zudem das Wetter schnell umschlagen und einzelne Wege werden bei Waldbrandgefahr oder schlechten Bedingungen kurzfristig gesperrt.
Wir empfehlen Dir, Dich nicht ausschließlich auf die berühmte „Ruta de los Volcanes“ zu fokussieren, auch wenn sie mit rund 17 Kilometern über die „Cumbre Vieja“ sicherlich zu den großen Klassikern gehört. Gerade die Wanderungen durch Wälder im Nordosten zeigen eine vollkommen andere Seite der „Isla Bonita“. Als Basecamp schätzen wir übrigens „Los Llanos de Aridane“ mit seiner charmanten Altstadt auf der sonnigeren Westseite. Hier erwartet Dich eine entspannte Atmosphäre und eine hervorragende Ausgangslage für Deinen Wanderurlaub auf La Palma.
Teneriffa: Drei Wanderwelten auf einer Insel
Teneriffa haben wir bisher zweimal zum Wandern besucht und haben dabei hauptsächlich drei Regionen erkundet, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Rund um den Gipfel des „Pico del Teide“ erwartet Dich eine schroffe, aber sehenswerte Vulkanlandschaft mit Hochgebirgsatmosphäre, im Nordosten ziehen häufig dichte Nebelschwaden durch die saftig-grünen Lorbeerwälder des Anaga-Gebirges und im äußersten Westen der Insel gibt es tiefe Schluchten im Teno-Massiv zu entdecken.
Wir selbst sind während unserer Wanderurlaube auf Teneriffa bereits über die „Montaña Blanca“ bis auf den „Pico del Teide“ gestiegen, durch die steile Masca-Schlucht gewandert und waren auf einigen der nebelverhangenen Wanderwege im Anaga-Gebirge unterwegs. Besonders gut gefallen hat uns auf Teneriffa vor allem die Wanderung von „Cruz del Carmen“ hinunter nach „Punta del Hidalgo“, denn auf kaum einer anderen Tour haben wir die unterschiedlichen Landschaften der Kanaren-Insel so intensiv erlebt.
Für die rund 10 Kilometer lange Wanderung über den „PR-TF 10“ braucht es nach aktuellem Stand keinerlei Genehmigungen. Der Wanderweg führt zunächst durch dichte Lorbeer- und Heidewälder, im weiteren Verlauf vorbei an einigen kleinen Siedlungen und schließlich durch die schroffen Berge bis hinunter an die Atlantikküste. Insgesamt geht es auf diesem Wanderweg etwa 1.300 Höhenmeter bergab, weshalb die etwa vierstündige Tour trotz ihrer überschaubaren Länge ordentlich in die Beine gehen kann.
In Sachen Genehmigungen und Gebühren ist die Situation rund um einige der bekanntesten Wanderziele Teneriffas allerdings weniger entspannt. Seit Januar 2026 kostet der Zugang zum „Telesforo Bravo“ auf den Teide-Gipfel für die meisten Wanderurlauber 15,- Euro, während für den Aufstieg über die „Montaña Blanca“ je nach Wochentag 6,- oder 10,- Euro fällig werden und eine zusätzliche Reservierung notwendig ist. Auch das Wandern in der Masca-Schlucht ist mittlerweile streng reguliert und kostet inklusive Bootsfahrt etwa 65,- Euro für Erwachsene.
Selbstverständlich können wir den Naturschutz-Gedanken hinter diesen Regularien nachvollziehen, doch spontane Wanderungen werden dadurch natürlich schwieriger. Zum Glück betrifft dieser Genehmigungs- und Reservierungs-Dschungel längst nicht alle Wanderwege auf Teneriffa und für alle, die es ruhig mögen, sind die ganz populären Wanderungen ohnehin uninteressant. Vor allem im Anaga- und Teno-Gebirge findest Du auch heute noch zahlreiche großartige Wandertouren, auf denen Du die wilde Seite der Insel fernab der Touristenattraktionen erleben kannst.
Noch mehr Inspiration und weiterführende Informationen für einen ausgiebigen Wanderurlaub auf Teneriffa – findest Du hier:
Als Ausgangspunkt für einen Teneriffa Wanderurlaub schätzen wir übrigens vor allem „San Cristóbal de La Laguna“ im Norden der Insel. Die historische Universitätsstadt ist ein toller Ausgangspunkt für Wanderungen im Anaga-Gebirge und bietet mit ihrer ansprechenden Altstadt und kleinen Tapas-Bars einen angenehmen Kontrast zu einsamen Tagen in den Bergen. Wer Teneriffa nur von den Ferienanlagen im Süden und einem kurzen Ausflug mit der Teide-Seilbahn kennt, hat aus unserer persönlichen Sicht leider kaum etwas von dieser faszinierenden Wanderinsel gesehen.

Lanzarote: wandern durch eine Mondlandschaft
Lanzarote gehört wahrscheinlich zu den Kanaren-Inseln, bei denen der überwiegende Teil der Urlauber wohl eher an Strand und ein paar Tage Sonne denken als an einen ausgedehnten Wanderurlaub. Dabei wird die Insel als Wanderziel nach unserem persönlichen Empfinden jedoch ziemlich unterschätzt. Bei unseren beiden Besuchen haben uns vor allem die endlosen schwarzen Lavafelder, farbigen Vulkankegel und weitläufigen Landschaften begeistert, die teilweise so bizarr wirken, als wäre man gerade auf dem Mond unterwegs.
Besonders eindrucksvoll fanden wir die Vulkanlandschaft von Lanzarote auf der „Caldera Blanca“ und beim Wandern durch das Weinanbaugebiet „La Geria“. Ganz im Gegensatz zu La Palma oder Teneriffa finden sich auf diesen Wanderwegen kaum Wälder oder immense Höhenunterschiede, sondern es ist vielmehr die Geologie selbst, die beim Wandern auf Lanzarote im Mittelpunkt steht. Überall gibt es erkaltete Lavaströme und Krater, die von den gewaltigen Eruptionen in der Vergangenheit der Kanaren-Insel erzählen.
So ist eine unserer liebsten Touren auf Lanzarote auch die mehrstündige Wanderung auf die „Caldera Blanca“, für die es aktuell weder eine Genehmigung noch eine vorherige Reservierung braucht. Vom Rand des gewaltigen Vulkankraters schaust Du auf der einen Seite über die Feuerberge des „Timanfaya“ und auf der anderen weit über die bizarren Lavafelder der Insel.
Ganz anders sieht es innerhalb des Timanfaya-Nationalparks aus. Dort ist freies Wandern in den besonders geschützten Vulkanlandschaften stark eingeschränkt und Touren wie die von uns gelaufene „Tremesana-Route“ sind ausschließlich geführt und nach vorheriger Reservierung möglich. Die etwa drei Kilometer lange Wanderung ist zwar kostenlos, findet aber in Gruppen von maximal acht Personen statt und muss vorab gebucht werden.
Noch mehr Inspiration und weiterführende Informationen für einen ausgiebigen Wanderurlaub auf Lanzarote – findest Du hier:
Was Du beim Wandern auf Lanzarote allerdings nicht unterschätzen solltest, ist die Kombination aus Sonne, Wind und fehlendem Schatten. Auf den offenen Lavafeldern gibt es so gut wie keine Möglichkeiten, sich vor der Sonnenstrahlung zu verstecken, während der Wind auf den Kraterrändern gleichzeitig ordentlich pfeifen kann. Zur Grundausstattung gehören im Wanderurlaub auf Lanzarote idealerweise auch stabile, mindestens halbhohe Wanderschuhe, denn die scharfkantige Lava ist mit dünnen Turnschuhen auf Dauer eine Herausforderung.
Als Ausgangspunkt für einen Wanderurlaub auf Lanzarote gefällt uns „Haría“ im ruhigeren Norden der Insel besonders gut. Das kleine Dorf im „Tal der tausend Palmen“ hat sich bis heute einiges von seinem ursprünglichen Charakter erhalten und ist ein angenehmer Gegenpol zu den großen Ferienorten im Süden der Kanaren-Insel.
Zum Abschluss des Wanderurlaubs auf Lanzarote oder um nach einer der langen Vulkanwanderungen den Abend ausklingen zu lassen, empfehlen wir nicht nur jedem Weinliebhaber einmal einen Abstecher ins nahegelegene „La Geria“, um den zwischen schwarzen Lavafeldern gewachsenen „Malvasía Volcánica“ zu probieren.
El Hierro: Wandern für Ruhesuchende
Auf der Weltkarte wirkt die „vergessene Insel“, wie El Hierro auch genannt wird, ein wenig wie ein Anhängsel des kanarischen Archipels. Genau deshalb ist sie für uns aber auch die Kanaren-Insel, auf der sich ein Wanderurlaub am stärksten nach echter Entschleunigung anfühlt. Bei unserem Besuch haben wir jedenfalls vor allem die Ruhe und Ursprünglichkeit der Insel genossen, denn große Ferienanlagen und touristische Hotspots spielen hier kaum eine Rolle.
Landschaftlich dominieren auf El Hierro steile Küsten, weite Hochflächen, Wälder und alte Verbindungswege, welche Dich weit weg vom Massentourismus der Kanaren über die Insel führen. Besonders spannend fanden wir den anspruchsvollen „Camino de Jinama“, einen historischen Wanderweg mit beeindruckenden Aussichtspunkten zwischen dem Hochland und dem El-Golfo-Tal. Früher wurde das Vieh der Inselbewohner über diesen steilen Weg getrieben, um es saisonal zwischen den unterschiedlichen Höhenlagen der Insel umzusiedeln.
Mit rund acht Kilometern klingt der „Camino de Jinama“ zunächst überschaubar, doch die mehr als 850 Höhenmeter sorgen dafür, dass die Wandertour ordentlich in die Beine geht. Der alte Pflasterweg führt teils steil die felsigen Anstiege hinauf und durch feuchte Vegetationszonen, bevor sich bei klarem Wetter immer wieder ein grandioser Ausblick über das weite El-Golfo-Tal öffnet. Wer empfindliche Knie hat, sollte den Weg übrigens eher bergauf gehen und vor der Tour den Rücktransport organisieren.
Eine ganz andere Seite von El Hierro zeigt sich rund um den Wacholderwald „El Sabinar“ im Westen der Insel. Dort führen einen die Wanderwege, wie der „Camino Circular de El Cres“, durch offene Landschaften mit uralten, vom Wind bizarr geformten Wacholderbäumen, die zu den bekannten Wahrzeichen der Insel gehören. Auch diese Gegend lässt sich ohne komplizierte Genehmigungen erkunden und vermittelt wirklich schön, wie rau und windgeprägt die Kanaren-Insel El Hierro ist.
Noch mehr Inspiration und weiterführende Informationen für einen ausgiebigen Wanderurlaub auf El Hierro – findest Du hier:
Was uns ganz persönlich an El Hierro gefällt, ist genau das, was einige Touristen vielleicht als größten Nachteil der Insel empfinden: Es gibt nur wenig touristische Infrastruktur, auf Wanderungen kaum Einkehrmöglichkeiten und auch am Abend ist das Angebot im Vergleich zu Teneriffa oder Gran Canaria eher überschaubar. Wenn Du also Nachtleben und viel Programm suchst, ist El Hierro nicht die ideale Wahl.
Ein großer Pluspunkt von El Hierro ist die Tatsache, dass zahlreiche Wanderwege derzeit noch ganz ohne Genehmigung oder Reservierung begehbar sind. Nach all den Zeitfenstern und Gebühren auf anderen Kanaren-Inseln fühlt sich das fast schon angenehm altmodisch an: Route auswählen, Wasser einpacken und loslaufen.
Als Unterkunft für einen Wanderurlaub auf El Hierro können wir Dir das „Hotel Puntagrande“ in Las Puntas empfehlen. Das kleine Lavastein-Hotel liegt direkt über dem tosenden Atlantik und wirkt fast ein wenig wie ein letzter Rückzugsort ganz am Ende der Welt. Für uns ist das zumindest genau die Atmosphäre, die einen Wanderurlaub auf El Hierro so außergewöhnlich macht.
La Gomera: Wandern im UNESCO-Welterbe
Auch auf der Kanaren-Insel La Gomera waren wir mittlerweile bereits zweimal zum Wandern unterwegs und für uns gehört sie zweifelsfrei zu den spannendsten Wanderzielen der kanarischen Inseln. Das landschaftliche Herzstück von La Gomera ist der „Garajonay-Nationalpark“ mit seinen dichten Lorbeerwäldern, die seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Doch La Gomera besteht längst nicht nur aus mystischem Nebelwald, sondern auch aus tiefen Barrancos (Schluchten), kleinen Bergdörfern und steilen Küsten, die der Insel einen wilden Charakter verleihen.
Wir selbst waren bei unseren Besuchen vor allem im moosbewachsenen Nebelwald rund um „El Cedro“ unterwegs, sind auf die markante „Fortaleza de Chipude“ gestiegen und vom Hochland bei Arure hinunter bis an die Küste gewandert. Besonders faszinierend fanden wir dabei immer wieder den Wechsel zwischen Nebelwäldern und den tief eingeschnittenen Tälern, den Du auf zahlreichen Wanderwegen auf La Gomera erleben kannst.
Eine besonders abwechslungsreiche Ganztageswanderung führt von „Hermigua“ über „Los Aceviños“ und „El Cedro“ wieder zurück ins Tal. Der komplette Rundwanderweg ist etwa 14 Kilometer lang und auf den Auf- und Abstiegen musst Du knapp 900 Höhenmeter bewältigen. Unterwegs wanderst Du über terrassenartige Landschaften und durch kleine Dörfer hinauf in den feuchten Lorbeerwald und bekommst damit auf einer einzigen Tageswanderung viele der prägenden Landschaften von La Gomera zu sehen.
Noch mehr Inspiration und weiterführende Informationen für einen ausgiebigen Wanderurlaub auf La Gomera – findest Du hier:
Was Du beim Wandern auf La Gomera keinesfalls unterschätzen solltest, sind die steil angelegten Wege der Insel, die sich häufig deutlich länger anfühlen, als es auf der Karte zunächst aussieht. Bei feuchtem Wetter werden einige Wege zudem auch schnell rutschig und erfordern Trittsicherheit. Gerade im „Garajonay-Nationalpark“ können Nebel und Wolken innerhalb kurzer Zeit aufziehen und selbst bei Sonnenschein an der Küste rasch für vollkommen andere Bedingungen sorgen.
Aus unserer Sicht gehört genau dieses wechselhafte Wetter allerdings zum eigentlichen Reiz der Kanaren. Moose, Farne und uralte Bäume leben schließlich genau von dieser Feuchtigkeit, die von den Passatwinden zu den Inseln getragen wird. Eine dünne Regenjacke, festes Schuhwerk und Offline-Karten gehören deshalb bei allen Wanderungen auf La Gomera zur Grundausstattung, denn Mobilfunkempfang ist in den tieferen Tälern und Waldgebieten nicht überall gegeben.
Als Ausgangspunkt für einen Wanderurlaub auf La Gomera gefällt uns übrigens das grüne Tal von „Hermigua“ besonders gut. Hier geht es deutlich ruhiger und ursprünglicher zu als im touristisch bekannteren Valle Gran Rey, und zwischen Terrassenfeldern und Bananenplantagen bist Du trotzdem recht zügig zum Wandern im „Garajonay-Nationalpark“. Für uns ist Hermigua jedenfalls genau die richtige Mischung aus authentischem Dorfleben und guter Ausgangslage für einen Wanderurlaub auf La Gomera.
Noch mehr Tipps für Deinen Wanderurlaub
Das war unser persönlicher Überblick zu unseren Lieblings-Inseln zum Wandern auf den Kanaren. Wir hoffen sehr, dass wir Dir damit ein wenig Lust darauf machen konnten, eine oder auch mehrere Inseln einmal abseits von Strandpromenaden, Ferienanlagen und klassischen Aussichtspunkten zu Fuß zu entdecken. Gerade auf den ruhigeren Wanderwegen zeigt sich für uns nämlich das ursprüngliche Gesicht der Kanaren – manchmal karg und windig, manchmal saftig-grün und neblig, aber fast immer überraschend abwechslungsreich.
Natürlich sind unsere fünf Inseln und die vorgestellten Wanderungen nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was es auf den Kanaren zu entdecken gibt. Wenn Du weitere Fragen für einen Wanderurlaub auf den Kanaren hast oder auch selbst bereits auf La Palma, Teneriffa, Lanzarote, El Hierro oder La Gomera gewandert bist und noch einen echten Geheimtipp auf Lager hast, dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar unter diesem Artikel.
Für einen gelungenen Wanderurlaub braucht es neben einer schönen Route natürlich auch die passende Ausrüstung. Auf unserem Outdoor-Blog findest Du deshalb zahlreiche ausführliche Tests und Empfehlungen mit unseren Wandererfahrungen. Einige besonders passende Artikel für Deine nächsten Wanderungen – findest Du hier:
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