Zwischenfall am Tray Mountain Shelter

Vor zwei Tagen sind wir etwas übermütig trotz schlechtem Wetter aus Helen gestartet, um mal ein paar mehr Kilometer auf dem Appalachian Trail anzugehen.

Der erste Tag lief soweit auch sehr erfreulich und auch das Wetter war tagsüber auszuhalten, denn die großen Regenschauer blieben zumindest erst einmal hoch in den Bergen aus. Nach zwei harten Aufstiegen auf den Rocky Mountain und den Tray Mountain beschlossen wir dann wie viele andere Hiker hoch oben auf dem Tray Mountain unserer Nachlager aufzuschlagen um frühzeitig ins warme Zelt zu kommen. Gesagt, getan gab es so noch eine große heiße Schokolade zum Aufwärmen und danach ein paar Instant-Nudeln bevor es dann in den warmen Schlafsack ging…was allerdings danach folgte war weniger lustig.

Die Nacht am
Tray Mountain Shelter

Kaum war die Sonne untergegangen fing der Regen an und ein starker Wind setze ein, der in den nächsten Stunden immer weit zunahm. Schlussendlich kamen dann noch starke Gewitter hinzu die direkt über unser Zelt zogen und wir dachten es würde unser Zelt in zwei Teile zerreißen. Teilweise war der Wind so stark, dass die dicken Regentropfen senkrecht über den Berg und somit auch von unten in unser Zelt schossen…

Zwangsläufig fanden wir in dieser Nacht nur wenig Schlaf, aber das komplette Hiawasse sollte sich erst am nächsten Morgen zeigen.

Der Morgen
nach dem Sturm

Als wir dann am frühen morgen in unserem nassen Innenzelt aufwachten, nachdem wir doch ein paar Stunden schlafen konnten waren wir erst einmal ziemlich geschockt über das schief stehende Zelt, noch größer wurde der Schock allerdings als wir unser Innenzelt öffneten und einen Blick in das Vorzelt warfen in welchem unsere komplette Ausrüstung gelagert war. Die gesamte Ausrüstung wurde in der Nacht vom Wind in eine Ecke des Zeltes gedrückt und zudem war wirklich alles komplett durchnässt, was auch kein Wunder war da unser Zeltvorraum einer Seenlandschaft ähnelte.

So dauerte es einige Minuten bis wir unsere Fassung wiedererlangten und versuchten die Situation irgendwie unter Kontrolle zu bringen und einen Plan zu schmieden wie es nun weitergehen sollte. Klar war, dass wir doch nochmal raus aus den Bergen in eine Stadt müssen um unsere Sachen zu trockenen und evtl. einige defekte Dinge zu reparieren oder zu ersetzen. Dazu hatten wir entweder die Möglickkeit ca. 6 Meilen zurück zugehen und wieder nach Helen zu fahren oder eine für uns noch recht lange Etappe von 11 Milen bis zur Dicks Creek Gap zu laufen um von dort nach Hiawasse zu fahren, wo es mehrere Läden und auch einen Outfitter gibt, der unser Zelt reparieren könnte falls nötig.

Die Etappe
nach Dicks Creek Gap

Auch wenn es vollkommen durchnässt wahrscheinlich klüger gewesen wäre zurück zu gehen, wollten wir unbedingt vorwärts kommen und entschieden uns für die lange Etappe nach Dicks Creek Gap. Also packten wir irgendwie unsere durchnässten Sachen in unsere Rucksäcke und machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg, wobei wir uns ziemlich beeilen mussten um früh genug in der Gap zu sein um dort noch einen Transfer nach Hiawasee zu erwischen.

Völlig durchnässt und im starken Regen der zwischenzeitlich wieder einsetze war der Weg für uns, fernab von etlichen Steigungen, extrem mühsam zu gehen und teilweise sehr rutschig. Leider bekam ich das dann beim Abstieg vom Kelly Nob auch noch hautnah zu spüren da ich beim Abstieg im Schlamm ausrutschte und dabei dummerweise auch noch mit dem Arm im Trekkingstock hängen blieb, so dass ich mir die Schulter auskugelte. Glücklicherweise sprang diese aber offensichtlich wieder direkt zurück ins Gelenk, so dass es zwar sehr schmerzhaft war aber keine größeren Schäden zurück blieben und wir unseren Weg relativ schnell weiter fortsetzen konnten.

Ziemlich fertig kamen wir dann auch gegen 16 Uhr in Dicks Creek Gap an, was zumindest mal ein neuer zeitlicher Rekord für so eine lange Strecke in den Bergen für uns war. Schön war auch, dass wir direkt die Möglichkeit hatten bei einem sehr netten älteren Herren auf der Ladefläche seines PickUps mit hinunter nach Hiawasse zu fahren und hier sind wir nun…

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