Was ist eine Softshelljacke & ob Du sie wirklich brauchst!

Was ist eine Softshelljacke

Fragst Du dich gerade was eigentlich genau eine Softshelljacke ist, ob Du so eine Jacke für Deine Zwecke brauchst und wo denn nun genau die Vorteile einer Softshelljacke z.B. gegenüber einer Hardshelljacke wirklich liegen…?

Als „Vollzeitreisende“, leidenschaftliche Fernwanderer und Outdoor-Enthusiasten verbringen wir sehr viel Zeit in der freien Natur und haben uns in den letzten Jahren daher auch einen sehr guten Überblick über die verfügbaren Outdoor-Materialien verschafft.

Wir selbst sind keine „Ausrüstungs-Geeks“ und für uns steht vorwiegend im Vordergrund, dass wir uns mit den Ausrüstungsteilen und der Bekleidung die wir nutzen wohl fühlen.

Trotzdem ist es gerade im Bezug auf das Thema ultraleicht Trekking wirklich sinnvoll sich einmal mit den verfügbaren Materialien für Outdoor-Bekleidung auseinanderzusetzen um eine möglichst ideale Konfiguration für die anstehende Wanderung zusammenzustellen.

Softshelljacke Fernwandern

Auf unseren langen Wanderungen haben wir viele Erfahrungen mit Outdoor-Ausrüstung gesammelt.

Im folgenden Artikel haben wir Dir nun einmal alle Infos zum Thema „Was ist eine Softshelljacke“ zusammengestellt, erklären Dir möglichst verständlich wann es wirklich sinnvoll ist eine solche Jacke einzusetzen und warum eine Softshelljacke auf Mehrtages- oder Fernwanderungen nicht immer ideal ist…

Was ist eine Softshelljacke eigentlich?

Wahrscheinlich hast Du schon selber herausgefunden, dass es sich bei einer Softshelljacke nicht um ein spezielles Material handelt, sondern dass man unter dem Oberbegriff „Softshell“ vielmehr eine bestimmte Art von Funktionsbekleidung zusammenfasst.

Am einfachsten wird Dir wahrscheinlich klar was eine Softshelljacke ist, wenn Du dir den Gegenpol dazu anschaust – nämlich eine Hardshelljacke…

Während der Begriff Hardshell, was so viel wie „harte Schale“ bedeutet, wind- und wasserdichte Outdoor-Bekleidung mit einer harten Oberfläche für schweres Wetter zusammenfasst – so nutzt man den Begriff Softshell (weiche Schale) für Funktionstextilien mit einer weichen Oberfläche die nur begrenzt wetterresistent, dafür aber besonders Atmungsaktiv und multifunktional sind.

Einen ganz guten Überblick über die scheinbar unendliche Auswahl an Softshelljacken – findest Du z.B. hier:

Es gibt zwar auch Softshells ohne Membran, aber am weitesten verbreitet sind vor allem Softshelljacken mit bis zu drei Membranschichten.

Die äußere Schicht ist dabei in der Regel aus Kunstfasern wie Polyamid, Polyester oder Polypropylen gefertigt oder bestehen aus einem Laminat in dem zwei oder mehrere Werkstoffe flächig miteinander verklebt sind.

Softshelljacke GORE

Softshelljacken zeichnen sich durch eine weiche Oberfläche (Schale) aus.

Dieser strapazierfähige Oberstoff ist bei vielen Softshells zumindest wasserabweisend und transportiert die Feuchtigkeit im inneren der Jacke nach aussen – so schwitzt Du in einer Softshelljacke deutlich weniger als in einer wetterfesten Hardshelljacke.

Im Inneren einer Softshelljacke kommt ein gut isolierender und angenehmer Stoff für die Haut zum Einsatz, der die Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert – häufig ist das Velours oder Fleece.

Was kann eine Softshelljacke und wann brauchst Du sie wirklich?

Wie bereits weiter oben erwähnt ist eine Softshelljacke ein wahres Multitalent, allerdings sind ihre tatsächlichen Eigenschaften stark von den verwendeten Materialien abhängig – daher solltest Du dir bereits vor dem Kauf darüber im Klaren sein wofür Du deine Softshelljacke später hauptsächlich einsetzen möchtest.

Während man früher bei Outdoor-Bekleidung vorwiegend auf das „Drei-Langen-Prinzip“ mit mehreren übereinander angezogenen Kleidungsstücken gesetzt hat, ist eine moderne Softshelljacke zumindest bei gemäßigtem Wetter in der Lage die zweite und dritte Bekleidungsschicht zu kombinieren und damit Gewicht zu sparen.

Einer der großen Vorteile ist zweifelsohne die Atmungsaktivität einer Softshelljacke, denn so schwitzt Du deutlich weniger und die Feuchtigkeit im Inneren der Jacke wird von Deinem Körper weg nach aussen transportiert – was unter anderem hilfreich ist, damit Du dich z.B. in den Bergen nicht so leicht erkältest oder während Deiner Outdoor-Aktivitäten überhitzt.

Wichtig ist allerdings – je atmungsaktiver eine Softshelljacke ist, desto weniger schützt sie Dich vor Wind und Regen.

Daher musst Du dich vor dem Kauf bereits Fragen wie wichtig Dir der Schutz vor starkem Wind und leichtem Regen wirklich ist und wissen, dass ein winddichtes Softshell mit einer Membran auch immer einen Teil seiner Atmungsaktivität und damit auch den Transport der Feuchtigkeit nach Außen einbüsst.

Sehr gut in diesem Bereich ist zum Beispiel die Gore® Windstopper® Technologie, die eine gute Atmungsaktivität bietet und dabei absolut winddicht ist, was Dich ideal vor wind- und wetterbedingter Auskühlung schützt.

Softshell GORE WINDSTOPPER

Die GORE WINDSTOPPER Technologier macht eine Softshelljacke 100% winddicht.

Verabschieden musst Du dich in jedem Fall von dem Gedanken, dass eine Softshelljacke zu 100% wasserdicht ist – wenn hier Deine Priorität liegt, dann solltest Du dir von vornherein lieber eine gute Hardshelljacke zulegen.

Manche Softshelljacken mit GORE-TEX Membran sind zwar aus einem wasserdichten Material hergestellt, aber auch sie lassen bei starker Beanspruchung Wasser in das Innere der Jacke dringen, da die Nähte nicht gesondert mittels der Abklebung mit Tape abgedichtet sind um die Atmungsaktivität zu gewährleisten.

Aus diesem Grund gibt’s einfach keine 100% wasserdichten Softshelljacken, sondern maximal Jacken die stark wasserabweisend sind und bei stundenlangen Wanderungen im starken Regen irgendwann dann einfach keinen Schutz mehr bieten.

Eine Softschelljacke ist der ideale Begleiter für Tageswanderungen

Aufgrund ihrer Eigenschaften ist eine Softshelljacke daher vor allem für Tageswanderungen in gemäßigten Breiten der ideale Begleiter, denn Aufgrund ihrer guten Atmungsaktivität kann sie Temperaturschwankungen, wie z.B. unserer Wanderung hinab in den Grand Canyon, sehr gut ausgleichen und je nach Material bietet sie zudem einen idealen Schutz gegen kalten Wind.

Da eine Softshelljacke allerdings niemals wirklich komplett wasserdicht ist, sollte Du sie ohne entsprechenden zusätzlichen Regenschutz nur dann einsetzten wenn sich das anstehende Wetter für Deine Wanderung sehr gut einschätzen lässt oder Du nur auf einer sehr kurzen Wanderung oder einem Spaziergang unterwegs bist.

Letzten Endes ist es allerdings so, dass es aus unserer persönlichen Sichtweise bei Bekleidung für Outdoor-Aktivitäten neben den technischen Möglichkeiten und Eigenschaften auch immer auf den „Wohlfühlfaktor“ ankommt – denn was nützen Dir all die tollen Materialen und Funktionen wenn Du dich unterwegs dann unwohl damit fühlst…?

Wenn Du also bereits eine Softshelljacke besitzt oder Du dir bereits eine ausgesucht hast, dann gibt es durchaus Möglichkeiten diese auch bei längeren Wanderungen oder schlechtem Wetter sinnvoll einzusetzen…

Ist eine Softshelljacke auch auf Fernwanderungen sinnvoll?

Beim Fern- und Weitwandern läßt es sich in den meisten Regionen dieser Welt kaum absehen wie sich das Wetter im Laufe der Wanderung entwickelt. Gerade bei sehr langen Wanderwegen, wie z.B. dem Appalachian Trail im Osten der USA, läuft man zudem durch unterschiedliche „Klimazonen“ und muss auch schonmal mit stunden- oder sogar tagelangen Regenfällen rechnen.

Daher ist eine Softshelljacke in jedem Fall nicht ideal für eine Fernwanderung, da Du nicht um einen zusätzlichen und zuverlässigen Regenschutz herumkommst.

Softshelljacke wasserdicht

Softshelljacken sind niemals wasserdicht und daher für Fernwanderungen nicht ideal.

Jetzt könnte man natürlich sagen:“Dann packe ich mir halt noch eine schwere Hardshelljacke in den Rucksack und bin für alle Fälle gewappnet!“ – aber so einfach ist das auf langen Fernwanderwegen leider nicht, denn das Gewicht das Du im Rucksack die ganze Strecke mit Dir „herumschleppst“ spielt eine sehr große Rolle.

Daher ist es ziemlich sinnlos Dir einen ultraleichten Rucksack, ein leichtes Zelt, einen leichten Schlafsack zuzulegen und auch ansonsten penibel darauf zu achten was Du wirklich mitnimmst und wieviel jedes einzelne Ausrüstungsteil wiegt und am Ende packst Du dann doch wieder eine schwere Hardshelljacke mit dazu um auch einen ausreichenden Regenschutz zu haben.

Womit man eine Softshelljacke idealerweise beim Fernwandern kombiniert

Aber auch diesem Problem kann Abhilfe geschaffen werden, wenn Du auch auf langen Wanderungen unbedingt eine Softshelljacke im Gepäck haben möchtest oder auch mal auf eine kurze Wanderung mitnehmen willst bei der es eher nach Regenwetter ausschaut, weil Du dich damit einfach wohl fühlst.

Statt in diesem Fall ein schweres und vollwertiges „Hardshell“ zusätzlich zu Deiner Softshelljacke mitzunehmen, hast Du in diesem Fall zweit weitere leichte und gangbare Lösungen…

Die erst Lösung kommt dabei aus der „Hardcore Ultraleicht Trekking Szene“ und setzt daher zwangsläufig auf weniger Komfort und ultrageringes Gewicht – nämlich einen „Notfall-Poncho“ auch „Einweg-Regenmantel“ genannt.

So einen Notfall-Regenponcho inkl. Kapuze ist im Endeffekt ein Müllsack mit Öffnungen, kostet nur ein paar Euro, besteht aus leichtem PVC – daher ist er auch nicht gerade umweltfreundlich. Wenn Du allerdings vorsichtig damit umgehst kannst Du ihn auch dauerhaft wiederverwenden.

Kontraproduktiv bei dieser Lösung ist die Tatsache, dass diese Notfall-Ponchos nicht atmungsaktiv sind, daher solltest Du bei einer langen Wanderung im Dauerregen öfters Pausen einlegen und den Einweg-Regenmantel immer wieder mal ausziehen – für kurze Wanderungen und Spaziergänge bei Regenschauern ist die Lösung allerdings ideal.

Die zweite Lösungsmöglichkeit ist nicht ganz so radikal und leicht, trotzdem kostenintensiver, aber dafür auch komfortabler.

Auch die großen Hersteller Outdoor-Branche sind in den letzten Jahren vermehrt auf den Trend des „Ultraleicht Trekking“ aufgesprungen und bietet daher auch vermehrt ultraleichte Nischenlösungen.

So gibt es heute einigen Hersteller die ultraleichte Hardshelljacken oder spezielle Regenponchos mit geringem Gewicht anbieten, die eine ideale Ergänzung zu einer Softshelljacke darstellen.

Ultraleichte Hardshelljacken wie das Mica Jacket von Marmot wiegen weniger als 300 Gramm, sind durch „getapte“ Nähte, wasserresistente Reisverschlüsse und eine spezielle Membran wasserdicht – trotzdem besitzen sie noch eine eingeschränkte Atmungsaktivität.

Wir haben solch eine Jacke seit mehreren Jahren als Regenjacke auf unseren Wanderungen im Einsatz und sind damit bisher sehr zufrieden…

Noch mehr zum Thema Outdoor-Ausrüstung und unseren Wanderungen

Wir hoffen, dass Dir unsere Zusammenstellung zum Thema „Was ist eine Softshelljacke“ bei Deiner Ausrüstungswahl ein wenig weiterhilft und dass auch der kleine Exkurs über das Fernwandern mit einer Softshelljacke interessant für Dich war.

Hier auf unserem feel4nature Blog findest Du immer wieder spannende Beiträge zu unseren Wanderungen und der Ausrüstung die wir als „Vollzeitreisende“ und Outdoor-Enthusiasten erfolgreich einsetzen.

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2 Kommentare

  • Sven sagt:

    Gut zu wissen, danke für die nützlichen Infos. War mir nie sicher was genau eine Softshelljacke auszeichnet und ob ich sowas wirklich brauche – scheint aber eine durchaus lohnenswerte Anschaffung zu sein. Weiter so!

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