Unsere Reise auf die San Blas Inseln an Panamas einsamer Karibikküste

San Bald Inseln - Gunda Yala

Einfachheit, Einsamkeit und traumhafte Strände sind Dein Ding? Dann bist Du hier genau richtig, denn in diesem Artikel möchte ich Dir von einer unserer schönsten Reisen erzählen. Einer Reise – scheinbar – zurück in die Zeit. Weit jenseits der ausgetretenen Touristenpfade. Zu den wahrscheinlich schönsten, einsamsten und authentischsten Inseln der Karibik – an einem Ort, wo Du sie sicherlich am wenigsten erwarten würdest.

Die Rede ist von den San Blas Inseln (Guna Yala). Einem kleinen Archipel vor der karibischen Küste von Panama, östlich des Eingangs zum berühmten Panamakanal.

Das einst nur für Segler erreichbare autonome Gebiet des Archipiélago Guna Yala, wie die San Blas Inseln offiziell von Ihren Ureinwohnern genannt werden, erstreckt sich bis hinunter an die Grenze Kolumbiens. Einige der kleinen Eilande sind dabei gerade einmal so groß, dass lediglich ein paar Palmen auf ihnen Platz finden. Nur rund 60 Inseln des Archipiélago Guna Yala sind überhaupt bewohnt – doch auch diese sind meist nicht viel größer als ein Fussballfeld.

Der Tourismus auf den San Blas Inseln wird bis heute ausschliesslich von ihren Ureinwohnern – den Kuna Indianern – betrieben. Bisher werden ausländische Investoren per Gesetz ausgeschlossen. Doch wer weiß schon, wie lange das noch so sein wird…

Anreise auf die San Blas Inseln

Bei unserer Anreise auf die San Blas Inseln entschieden wir uns aus Zeitgründen für einen Flug mit einer kleinen Twin Otter Maschine vom nationalen Flughafen in Panama Stadt. Doch es besteht auch die Möglichkeit die karibische Küste Panamas per 4×4 Jeep auf dem Landweg zu erreichen und vom dortigen Bootsanleger zu den San Blas Inseln überzusetzen.

Echte Abenteurer können zudem über einige spezielle Ausflugsanbieter in Panama Stadt auch Wandertouren al’á „Henry Morgan“ durch das Hinterland buchen und so auf diesem Weg die Karibikküste von Panama erreichen.

Für uns war der rund 25 minutenlange Flug mit der kleinen Propellermaschine in jedem Fall ein fantastisches Erlebnis. Nach einem kleinen Rundflug über den Stadtkern und die Altstadt von Panama City ging es über weite Teile des Panamakanals und dichtgewachsenen Dschungel hinüber zur karibischen Küste im Nordosten des Landes.

Unser Ziel: „El Porvenir“ – einer der winzigen Flughäfen auf den San Blas Inseln.

Beim Blick – an den Piloten vorbei – durch die Frontscheibe der kleinen Twin Otter war es kaum vorstellbar, dass unser Flugzeug tatsächlich auf dieser Insel landen kann. Die Landebahn war extrem kurz, gefolgt von einer holprigen Wiese – auf der unsere Maschine dann schliesslich nach der abenteuerlichen Landung auch zum stehen kam.

Flughafen San Blas Inseln

Einer der winzigen Flughäfen auf den San Blas Inseln – „El Porvenir“

Noch etwas „wackelig“ auf den Beinen von der ruppigen Landung packten wir unser Gepäck aus dem Laderaum der Propellermaschine und weiter ging es zum Bootsanleger, wo bereits ein kleines Fieberglasboot für den Transfer zur Insel auf uns wartete.

Auf nach Kuanidup – unserer einsamen San Blas Insel

Das kleine Boot machte schon beim Einsteigen keinen wirklich seefesten Eindruck und der unruhige Wellengang zwischen den kleinen Eilanden der San Blas Inseln liess uns stark daran zweifeln, dass wir unser Ziel – die kleine Insel Kuanidup – trockenen Fusses erreichen würden.

Als in der Folge neben den Rettungswesten auch noch – bei strahlendem Sonnenschein – Regencapes von unserem „Captain“ verteilt wurden, liess sich bereits erahnen was uns auf der Überfahrt nach Kuanidup erwarten würde.

So war es dann auch wenig überraschend, dass wir nass bis auf die Haut eine gute Stunde später unser Ziel erreichten. Das verteilte Regencape hatte sich immerhin während der Überfahrt als ausgezeichneter Schutz für meine Fotoausrüstung bewährt.

San Blas Boot

Der Transport zu den Inseln wird mit einfachen Fieberglasbooten durchgeführt.

Angekommen am vorläufigen Ziel unseres kleinen Abenteuers – am wackligen Holzsteg von Kuanidup – hievten wir unser spärliches Gepäck aus dem Boot und genossen erst einmal die „einsame“ Inselatmosphäre, während eine leichte Brise langsam damit begann uns und unsere Kleidung zu trocknen.

Einfaches Inselleben auf den San Blas Inseln

Nicht viel größer als zwei Tennisplätze. Nur ein paar Palmen – dazwischen hier und da eine Hängematte gespannt. Schneeweißer Sandstrand mit ungestörtem Ausblick auf die umliegende Inselwelt. Azurblau schimmerndes Meerwasser. Eine Handvoll „Cabañas“ – sehr einfache Bambushütten mit Sandboden und einem Bett. Ein offener Unterstand, der als Speisesaal dient. Ein kleines Sanitärhäuschen, dass sicherlich bereits bessere Tage gesehen hat. Noch einige einfache Hütten der Inselbewohner. Fertig! Das war es, unser Domizil für die kommenden Tage und Nächte.

Diese Einfachheit und der leicht morbide Charme – für den typischen Pauschaltouristen garantiert der blanke Horror, doch für uns ein kleiner karibischer Inseltraum. Also schnell das Gepäck in der Cabaña verstaut, die nasse Kleidung abgestreift – rein in die Badesachen und ab ging es in die Hängematte. Jetzt waren wir richtig angekommen. Am Ziel in unserem kleinen Paradies…

Die folgenden Tage auf den San Blas Inseln verbrachten wir mit Müßiggang. Ein paar Bücher lesen, in der Hängematte relaxen und auf das Meer hinausschauen, gelegentlich einmal eine Kokosnuss für den handgemachten „SunDowner“ köpfen – das war es auch schon. Mehr brauchte es auch nicht um uns in einen Zustand von vollkommener Zufriedenheit und Ruhe zu versetzen.

Auch die Nächte in den sehr einfachen Bambushütten waren für uns wunderschön.

Nach Abschalten des Inselgenerators – um 20 Uhr – hört man lediglich das rhythmische Meeresrauschen nur wenige Meter entfernt des Nachtlagers. Nur noch das zarte Mondlicht schimmert mystisch durch den trockenen Bambus der Hüttenwände. Ich glaube ich habe nur sehr selten in meinem Leben so gut geschlafen wie während unserer Zeit auf den San Blas Inseln…

Abendstimmung San Blas Inseln

Abendstimmung im Seglerparadies der San Blas Inseln.

Oft saßen wir bis spät in die Nacht noch vor unseren Cabañas im Sand und bewunderten vollkommen fasziniert den unendlich scheinenden Sternenhimmel.

Da es ab den Abendstunden auf den San Blas Inseln keinen Strom mehr gibt, stören folglich auch keine künstlichen Lichtquellen – es gibt keine „Lichtverschmutzung“. Selbst Mitten in der Nacht ist es – lediglich durch die Leuchtkraft des Himmelszeltes – noch so hell, dass man keine Lampe braucht. Ein wirklich seltenes Erlebnis in unserer heutigen Zeit…

Die San Blas Inseln – nicht für Jedermann ein Paradies

Aber man muss ehrlich sein. Für uns war die Einfachheit und Einsamkeit auf Kuanidup eine mehr als willkommene Abwechslung zum stressigen westlichen Lebensstil. Doch nicht alle Mitreisenden waren von den San Blas Inseln ähnlich begeistert wie wir. Einfache Hütten, nur tröpfchenweise fliessendes Wasser am Abend, die Toiletten besitzen keine Spülung und das Essen – trockener Toast, hartgekochtes Ei, Fisch und Meeresfrüchte – ist sicherlich auch kein kulinarischer Hochgenuss.

All dies und das – aufgrund fehlender Alternativen – alleine sein mit sich selbst und seinen Gedanken ist wohl nicht für jeden die ideale Art von Entspannung. Daher sollte sich jeder, der gerade mit dem Gedanken spielt auf die San Blas Inseln zu reisen, gut überlegen ob er mit diesen Einschränkungen und dem sehr einfachen Lebensstil auch klarkommt.

San Blas Strandleben

Typisches Inselleben am Strand unserer Insel – Kuanidup.

Ausser einem der sehr interessanten Ausflüge auf eine der Heimatinseln der Kuna Indianer – die für Ihre filigranen Stickereien bekannt sind, Schnorcheln, am Strand oder in der Hängematte liegen und den Unterhaltungen mit anderen Besuchern der Insel gibt es keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Die meiste Zeit auf den San Blas Inseln ist man einfach allein. Allein mit sich, dem Meeresrauschen und seinen Gedanken.

Neben der kleinen Insel Kuanidup, auf der wir unsere Zeit auf den San Blas Inseln verbrachten gibt es natürlich auch noch weitere Inseln auf denen Besucher übernachten können – einige davon sollen auch etwas „luxuriöser“ bzw. besser ausgestattet sein.

Oh, wie schön ist Panama

Wir waren bereits auf mehreren Reisen in Panama unterwegs und unser Abstecher auf die San Blas Inseln war dabei sicherlich nur eines der vielen Highlights, die das tropische Land zu bieten hat.

Daher werde ich hier auf Feel4Nature sicherlich noch in einigen weiteren Artikel über die anderen Sehenswürdigkeiten wie den Kanal, die Regenwälder oder auch unsere Erlebnisse auf unseren Tauchgängen in Coiba und Malpelo berichten.

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12 Kommentare

  • Anne sagt:

    Wunderschöne Fotos, die San Blas Inseln hören sich einfach traumhaft an. Ich wundere mich allerdings immer wieder, wieviele Menschen mir schon davon erzählt haben und es trotzdem noch so relativ untouristisch sein kann… Das werde ich wohl selbst herausfinden müssen, sowas dummes aber auch 😉 Steht jetzt jedenfalls sehr weit oben auf der Bucket List.

    • Christian sagt:

      Hallo Anne,

      ich glaube wir umgeben uns einfach mit Menschen die gerade auf solche Destinationen wie die San Blas Inseln stehen…daher kommt es einem so vor, als ob schon viele dort waren. Allerdings schreitet auch auf den San Blas Inseln der Tourismus immer weiter voran – ein Golf Resort auf dem Festland mit Blick auf das Inselparadies gibt es bereits und es wird sicherlich nicht mehr lange dauern bis die Kunas den Bau der ersten „besseren“ Hotelinseln zulassen. Dann gabt meistens alles ganz schnell und der Pauschaltourismus zieht ein…

      Wenn Du also hin willst – dann warte besser nicht allzu lang. 😀

      Beste Grüße, Christian

  • Maureen sagt:

    Als ich auf der San Blas Insel (Ina oder auch Robinson) ankam, dachte ich – OMG…Ich hatte Laptop, Ebook Reader und anderes elektronisches Zeug dabei und als ich feststellte, dass es nichts zu laden gab war ich zunächst geschockt. Als ich mich mit der Einfachheit des Lebens dort abgefunden hatte, fing ich an zu genießen. Aus den geplanten 2 Übernachtungen wurden 5 und ich habe für mich dort mein kleines Paradies gefunden. Ich kann es jedem, der nicht gerade Pauschalurlauber ist sehr empfehlen.

  • Anita sagt:

    Danke für diesen wunderbaren Inseltipp – von Mexiko bis Costa Rica habe ich bereits alles „abgeklappert“ – Panama wartet noch auf mich 🙂 Bin gespannt, auf weitere Eindrücke vom Land. Insbesondere die Wandertouren hören sich spannend an!

    • Christian sagt:

      Hallo Anita,

      über unsere anderen Erlebnisse in Panama wird es sicherlich noch einige Artikel hier geben. 😉 Freut mich in jedem Fall, wenn Dir der Tip mit den San Blas Inseln schonmal gefällt…!

      Beste Grüße, Christian

  • Bia sagt:

    Wow, sehr toller Artikel. Ich war vor einem Jahr auch auf Kuna Yala. Wir haben eine nette Spanisch-deutsche Familie gefunden, die uns für 3 Nächte auf ihrem Segelboot mit genommen haben. Es war der beste Trip unseres Lebens und einmalig diese Ecke kennenzulernen. Ich kann es ebenso nur jedem empfehlen. Freue mich auf weitere Reise-Tipps 😉

    • Christian sagt:

      Hallo Bia,

      schön, dass Dir der Artikel gefällt und Du ähnlich schöne Erfahrungen auf den San Blas Inseln gemacht hast wie wir… 😉

      Weitere Reisetipps folgen natürlich hier auf feel4nature.

      Beste Grüße, Christian

  • Magdalena sagt:

    Wow, das hört sich toll an 🙂

    Eine Freundin und ich möchten im März 2015 nach Panama und die San Blas Inseln, leider finden ich nichts wo man das buchen kann, hast du Tipps?

    LG 🙂

    • Christian sagt:

      Hallo Magdalena,

      die San Blas Inseln – oder Guna Yala, wie sie jetzt nach ihren Einwohnern heißen – sind wirklich wunderschön. Eigentlich kannst Du Touren dorthin in jedem Hotel in Panama vor Ort buchen. Wir haben die Tour mit Yala Tours gemacht ( http://www.yalatourspanama.com/en/ ) – der Besitzer ist ein Schweizer und die Touren die er anbietet sind wirklich klasse. Vielleicht schreibst Du ihn einfach mal an…

      Beste Grüße & viel Spass in Panama, Christian

  • Chris sagt:

    Hallo Christian,

    auch wir planen in den nächsten Wochen einen Besuch auf den San Blas Inseln zur Entspannung, denn zur Zeit schuften wir noch bei einem Workaway im Südwesten von Panama. Wir freuen uns jedenfalls schon riesig! Lieben Dank für deinen tollen Artikel 🙂

    Viele Grüße aus Panama
    Chris

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