Tarierjacket – die richtige Tauchausrüstung für Einsteiger & Anfänger

Tarierjacket Taucheinsteiger

Nach einer längeren Pause geht es heute nun endlich weiter mit der Artikelserie „Die richtige Tauchausrüstung für Einsteiger & Anfänger“ – einige von Euch hatten ja sogar schon gefragt wann denn der nächste Teil erscheint. Im mittlerweile 4. Teil der Artikelserie dreht sich dabei alles um das Thema Tarierjacket – auch Tarierweste, Jacket oder BCD (Buoyancy Control Device) genannt.

Genau wie bei unserem letzten Thema – dem Tauchcomputer für Einsteiger & Anfänger – bieten alle namenhaften Hersteller von Tauchausrüstung wie Mares, Cressi, Scubapro, Oceanic etc. die gängigen Arten von Tarierjackets in ihrem Sortiment an.

Hinzu kommen noch weitere Hersteller die sich vor allem auf Tauchausrüstung für das „Technische Tauchen“ konzentrieren wie Hollis, Halcyon, Dive Rite etc..

Gerade als Anfänger & Einsteiger in den Tauchsport ist es da natürlich schwierig im dichten „Angebotsdschungel“ das für Dich richtige Tarierjacket auszuwählen.

Daher soll Dir dieser Artikel helfen die wichtigsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Tarierwesten zu verstehen und Dir Tipps geben um das für Dich passende Tarierjacket zu finden.

Warum Du eine Tarierweste zum tauchen brauchst

Wie Du ja bei Deiner Tauchausbildung gelernt hast erzeugen unser Körper, der Neoprenanzug etc. einen gewissen Auftrieb, daher benötigst Du auch ein Gegengewicht wie das Blei oder Deine Tauchflasche um überhaupt ohne den Einsatz von Muskelkraft abtauchen zu können.

Mit zunehmender Tauchtiefe nimmt dieser Auftrieb allerdings ab, da alles durch den zunehmenden Druck unter Wasser komprimiert wird – das trifft zum Teil sogar auf Deinen Körper zu.

Tarierung mit dem Tarierweste

Um diesen fehlenden Auftrieb auszugleichen kannst Du mit zunehmender Tauchtiefe mit dem „Inflator“ Luft in Dein Tarierjacket füllen um Dich neutral auszutarieren – also frei im Wasser zu schweben ohne dabei unkontrolliert abzusinken oder aufzusteigen.

Verringert sich zum Ende oder während Deines Tauchgangs die Tauchtiefe wieder musst Du folglich damit beginnen wieder Luft aus der Tarierweste abzulassen um neutral austariert zu sein.

Zudem kannst Du dein Tarierjacket auch an der Wasseroberfläche mit Luft füllen, so wirkt das Tarierjacket dann wie eine Art Schwimmweste und hält Dich trotz Blei und Tauchflasche ohne Krafteinsatz an der Oberfläche.

Tarierjacket Abstieg

Das Tarierjacket gibt Dir unter Wasser die Möglichkeit frei zu schweben.

Tarierjacket zum befestigen der Tauchflasche

Neben der Tarierung erfüllt aber ein modernes Tarierjacket auch noch einen anderen Zweck, nämlich das Verstauen oder Anbringen von Teilen Deiner Tauchausrüstung.

Der offensichtlichste Teil Deiner Tauchausrüstung – der am Tarierjacket befestigt wird – ist zunächst einmal Deine Pressluftflasche, die je nach Art der Tarierweste mit ein oder zwei Riemen auf der Rückseite des Tarierjacket befestigt wird.

Bei einigen speziellen Modellen von Tarierjackets, welche gezielt für das technische Tauchen eingesetzt werden, gibt es zudem auch Möglichkeiten die Tauchflasche oder einen Doppeltank ( 2x Tauchflaschen) in einer Halterung zu verschrauben oder an einem Hüftgurt seitlich am Tarierjacket zu befestigen.

Tarierjacket mit integrierten Bleitaschen

Viele moderne Tarierjackets für Sporttaucher verfügen zusätzlich über ein System zur Bleiintegration – also zwei oder mehrere Bleitaschen.

Vorteilhaft dabei ist die Tatsache, dass Du durch die Bleitaschen das Blei nicht mehr an einem separaten Bleigurt tragen musst, der das volle Gewicht des Tauchbleis ausschliesslich auf Deine Hüfte drückt.

Ein kleines Manko bei den bleiintegrierten Tarierjackets ist leider, dass nicht alle Hersteller auch zuverlässig funktionierende Bleitaschen mit „Schnellabwurf-Mechanismus“ herstellen – bei einigen Herstellern fallen die Bleitaschen häufig ohne Fremdeinwirkung aus den Halterungen des Tarierjackets. Das kann unter Wasser sogar sehr gefährlich sein, da Du hierdurch plötzlichen Auftrieb erfährst oder mit den rausfallenden Bleitaschen andere Taucher verletzen kannst.

Bei welchen Tarierwesten die integrierten Bleitaschen zuverlässig funktionieren und mit welchen Herstellern ich gute Erfahrung gemacht habe, verrate ich Dir am Ende dieses Artikels.

Tarierjacket mit D-Ringen zum befestigen der Ausrüstung

Neben der Halterung für die Tauchflasche findest Du an jedem Tarierjacket auch einige D-Ringe aus Kunstoff oder rostfreiem Metall. An diesen kannst Du hervorragend weitere Ausrüstungsteile wie eine Halterung für Deinen Oktopus, eine Boje, einen Kompass, eine Tauchlampe oder andere Teile Deiner Tauchausrüstung befestigen.

Wichtig ist jedoch, dass Du nur die wichtigsten Dinge mit auf Deinen Tauchgang nimmst – achte immer auf Deine „Stromlinienform“. Alle Teile Deiner Tauchausrüstung sollten möglichst eng am Körper anliegen um keinen unnötigen Wasserwiderstand zu erzeugen und leicht von Dir zu finden sein.

Taschen an der Tarierweste

Einige Tarierjackets verfügen zudem sogar über Taschen, die Du mit einem Reissverschluss oder Klettverschluss verschliessen kannst. Ich persönlich bin kein grosser Fan davon, da alle Teile der Tauchausrüstung die Du mit auf einen Tauchgang nimmst schnell und einfach zu erreichen sein sollten. Da kann eine Tasche mit Reissverschluss o.ä. schnell zum Hindernis werden.

Tarierjacket Bestandteile

Hier findest Du – D-Ringe, Taschen, Bleitaschen – an Deinem Tarierjacket.

Welche Arten von Tarierjackets gibt es?

Unter den Tarierjackets gibt es mittlerweile einige verschiedene „Bauformen“, die sich in erster Linie durch die Form und Lage der Luftblase unterscheiden. Welche Typen von Tarierjackets es gibt und wie diese sich unterscheiden habe ich Dir hier einmal aufgelistet :

ADV Jacket

Die gängigste Form unter den Tarierjackets ist wohl immer noch das ADV Jacket (Adjustable Divers Vest). Solch eine Tarierweste wirst Du wahrscheinlich bereits bei Deiner Tauchausbildung benutzt haben.

Das entscheidende Merkmal bei einem ADV Jacket ist eine Luftblase die sich quasi um Deinen Körper schmiegt und somit fester Bestandteil des Tarierjackets ist. Sprich sie verläuft von Deinen Hüften, unter den Armen über Teile des oberen und unteren Rückens.

Die meisten Modelle der ADV Jackets verfügen zudem über eine feste Rückentrage aus Kunstoff an der die Tauchflasche befestigt wird und sind durch verstellbare Gurte sehr flexibel an jede Körperform anpassbar.

Wing Jacket

Das markante Merkmal eines Wing Jackets ist die ausschliesslich am Rücken wie ein „Flügel“ angebrachte Luftblase. Diese wird in der Regel separat an einem Tragesystem mit einer stabilen Rückentrage (Harness & Backplate) befestigt.

Durch die separate Anbringung am Rücken kann die Luftblase wesentlich größer sein als bei einem ADV Jacket und verfügt somit oftmals auch über deutlich mehr möglichen Auftrieb. Zudem sorgt die Lage der Luftblase am Rücken des Tauchers für eine bessere horizontale Lage unter Wasser.

Ein professionelles Wing Jacket ist in erster Linie für den Einsatz beim technischen Tauchen gedacht, wo unter Umständen Doppeltanks und weitere Ausrüstung benötig wird. Für den reinen Sport- oder Urlaubstaucher lohnt sich ein professionelles Wing Jacket nur bedingt.

Hybrid Jacket

Diese Art von Tarierweste ist eine Mischung aus einem ADV und einem Wing Jacket. Es verfügt damit über eine am Rücken aufgesetzte Luftblase, besitzt aber im Gegensatz zu einem klassischen Wing Jacket auch ein körperumschliessendes Gurt- & Tragesystem an dem die Luftblase befestigt ist.

Durch die Lage der Luftblase am Rücken ist es auch beim Hybrid Jacket deutlich einfacher die horizontale Wasserlage zu halten.

Allerdings braucht es an der Oberfläche, genau wie beim klassischen Wing Jacket, etwas Übung um nicht von der Luftblase am Rücken mit dem Gesicht ins Wasser gedrückt zu werden.

Kleiner Tipp: Benutze wenn möglich Trimmblei im hinteren Teil des Tarierjackets oder zentral am Flaschengurt und fülle das Jacket an der Wasseroberfläche gerade mit soviel Luft wie unbedingt nötig – so hast Du mit etwas Übung auch mit einem Hybrid oder Wing Jacket an der Oberfläche eine stabile Position ohne nach vorne zu kippen.

Tarierjacket Typen

ADV, WING & HYBRID – die häufigsten Typen unter den Tarierwesten.

Stabilizer Jacket

Ein absoluter Exot unter den Tarierjackets und nicht besonders weit verbreitet ist das Stabilizer Jacket. Bei diesem Typ von Tarierweste verläuft die Luftblase auch über die Schulter des Tauchers – was teilweise eine „Ohnmachtsicherheit“ gewährleisten soll.

Sidemount Jacket

Ziemlich neu und ursprünglich aus dem Höhlentauchen kommt das Sidemount Jacket. Bei dieser Art von Tarierjacket sitzen die Halterungen für die Tauchflaschen an den Seiten des Körpers und gewährleistet auch unter Wasser eine komfortable Möglichkeit die Tauchflaschen zu erreichen.

Durch eine Luftblase die häufig im unteren Rückbereich des Tauchers angebracht ist, ist auch bei einem Sidemount Jacket die Wasserlage sehr gut.

Airtrim Tarierjacket oder klassischer Inflator

Ein weiterer Punkt in welchem sich zumindest ADV und Hybrid Tarierwesten unterscheiden ist die Art des Lufteinlasses in das Jacket.

Der klassische Inflator ist über einem Faltenschlauch mit einem Einlassventil im hinteren Bereich der linken Schulter des Tarierjackets verbunden. Zum Ablassen der Luft muss man den Inflator über den Körper (höchster Punkt) anheben oder andere Schnellablässe an der Tarierweste nutzen.

Das Airtrim System – wie es beim Hersteller Mares heißt – verfügt über einen Hebel auf Hüfthöhe des Tauchers, über den bequem Luft ein- oder abgelassen werden kann. Beim Ablassen der Luft werden dabei durch ein hydraulisches System die Schnellablässe des Jackets geöffnet damit die Luft entweichen kann.

Tarierweste speziell für Damen

ADV und Hybrid Jackets sind mittlerweile von vielen Herstellern auch in speziellen Versionen für Frauen erhältlich. Diese unterscheiden sich, neben einer weiblicheren Farbwahl, durch eine etwas andere Führung der Gurte, die sich besser an die weiblichen Körperformen anpassen soll.

Reisejackets – Tarierjackets für die Reise

Mit rasant steigenden Fluggebühren für Über- & Tauchgepäck steigt auch die Anzahl der angebotenen Reisejackets stetig. Der Vorteil dieser Tarierjackets ist ein geringeres Gewicht und ein kleineres Packmass.

Negativ ist allerdings, dass zum Einsparen des Gewichtes der Auftrieb der Jackets nur begrenzt ist und die verwendeten leichten Materialien teilweise nicht besonders strapazierfähig sind.

Tarierjacket kaufen – das solltest Du beachten

Nach all den Informationen über die möglichen Formen und Funktionen stellt sich natürlich immer noch die Frage welches Jacket nun das richtige für Dich – einen Tauchanfänger und Einsteiger in den Tauchsport – ist.

Zunächst einmal spielen bei der Auswahl des ersten Tarierjackets selbstverständlich persönliche Vorlieben und auch die finanziellen Möglichkeiten eine große Rolle.

Fernab davon möchte ich Dir aber ein paar Tipps mit auf den Weg geben welche Überlegungen beim Kauf eines Tarierjackets sinnvoll sind und was Du gerade als Einsteiger in den Tauchsport bei Deinem ersten eigenen Tarierjacket unbedingt beachten solltest:

  • ADV, Wing oder Hybrid? Falls Du dir nicht schon sicher bist, dass Deine Tauchkarriere in Richtung „Technisches Tauchen“ geht – solltest Du das Wing Jacket als Tauchanfänger erst einmal nicht in Erwägung ziehen. Gute Wing Jackets sind relativ teuer und teilweise auch relativ komplex in der Handhabung, daher ist es sinnvoll solch ein Jacket erst mit einiger Taucherfahrung anzuschaffen. Bleiben also ADV oder ein Hybrid Jacket übrig. Hier spielt in erster Linie natürlich der persönliche Geschmack eine große Rolle – empfehlen würde ich allerdings ein Hybrid Jacket wegen der besseren Wasserlage und der meist größeren Luftblase – größerem Auftrieb.
  • Bleiintegriert – Ja oder Nein? Ein Tarierjacket mit integrierten Bleitaschen ist natürlich um einiges komfortabler als ein externer Bleigurt. Achten solltest Du darauf, dass Du eine Tarierweste kaufst bei der die Bleitaschen auch wirklich feste sitzen. Gerade als Tauchanfänger wirst Du wahrscheinlich etwas mehr Blei benötigen und das können die Bleitaschen nur tragen wenn sie über ein solides Befestigungssystem verfügen. Persönlich habe ich im Bezug auf das Befestigungssystem der Bleitaschen sehr gute Erfahrungen mit Oceanic und Seaquest / Aqualung Tarierjackets gemacht. Schlechte Erfahrungen in dieser Hinsicht hingegen mit Mares und Cressi Tarierjackets. Fairerweise muss ich natürlich sagen, dass dies nur mein persönlicher Eindruck ist – bezogen auf die Tarierwesten die ich bereits selber getaucht bin oder bei anderen Tauchern „live“ erleben durfte.
  • Reisejacket – Ja oder Nein? Fast alle Reisejackets am Markt verfügen nur über einen sehr geringen Auftrieb und sind daher gerade für Tauchanfänger und Einsteiger in den Tauchsport absolut ungeeignet. Zu Beginn Deiner Laufbahn als Taucher wirst Du wahrscheinlich noch etwas mehr Blei und vielleicht sogar eine größeren Pressluftflasche bei Deinen Tauchgängen brauchen und deshalb solltest Du dir ein Tarierjacket anschaffen welches über ausreichenden Auftrieb verfügt.
  • Airtrim oder klassischer Inflator? Diese Entscheidung ist sicherlich zum Großteil reine Geschmacksache. Für den klassischen Inflator sprechen, dass Du damit wahrscheinlich bereits Deine ersten Tauchgänge gemacht hast und das an diesem nur wenige Teile sind die kaputtgehen können. Tarierjackets mit Airtrim sind zum einen schwerer durch das hydraulische System welches die Luftauslässe öffnet und zum anderen habe sie dadurch auch ein größeres Packmass, da man sie nicht einfach zusammendrücken o.ä. kann. Aus meiner persönlichen Sicht stellen das Airtrim oder vergleichbare Systeme keinen wirklichen Fortschritt im Tauchsport dar, sondern sind eher eine fixe Idee der Hersteller um Tarierjackets zu verkaufen.

All diese Tipps gebe ich auch meinen Tauchschülern mit auf ihren Weg als Sporttaucher und diese waren damit bisher immer rundum glücklich und in der Lage ein ideales Tarierjacket für sich zu finden.

Sinnvolle Tarierjackets für Tauchanfänger

Damit Du dir einen Überblick über die vorhandenen Tarierjackets am Markt verschaffen kannst, habe ich Dir hier einmal ein paar Tarierwesten verschiedener Preisklassen und Ausführungen aufgelistet die prinzipiell für Einsteiger geeignet sind und eine hohe Qualität gewährleisten:

Falls Du die anderen Artikel dieser Serie über die „Richtige Tauchausrüstung für Anfänger & Einsteiger“ verpasst hast oder noch einmal nachlesen möchtest – findest Du diese hier:

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12 Kommentare

  • Peer sagt:

    Hallo Zusammen, warum soll denn ein Anfänger nicht gleich, am besten am ersten Tauchgang mit einem Wing ins Wasser ? Aus welchem Grund ? Und warum Wing/Backplate nur für Techies ? Eigentlich sollten alle damit tauchen und der ADV-Mist sollte vom Markt verschwinden. Aber dann hätten ja kein Hersteller mehr ein Pseudo-Alleinstellungsmerkmal / Marketing Gag zu bieten… Früher sind alle mit Trage und Klobrille getaucht, was mit dem Wing viel gemeinsam hat, KISS (keep it simple stupid) hat noch nie geschadet…

    • Christian sagt:

      Hallo Peer,

      vielen Dank erst einmal für Deinen Beitrag – sicherlich kann man bei diesem Thema geteilter Meinung sein. Auch wenn der Aufbau eines „professionellen Wings“ sicherlich die einfachste Art eines Tarierjackets ist (Backplate, Blase), so glaube ich doch, dass für Anfänger ein ADV Jacket eher dem KISS (keep it simple stupid) Prinzip entspricht, da ich bei einem Wing die Blase, Backplate und Gurte erst einmal richtig montieren muss. Selbst wenn das bei einem „Kit“ nicht der Fall ist, so halte ich für einen Tauchanfänger der noch gar nicht absehen kann wann, wo und wie oft er taucht die Anschaffung eines hochwertigen Wings einfach für zu teuer – warum soviel Geld ausgeben wenn man nur ein paar Tauchgänge pro Jahr in warmen Gefilden absolviert?

      Als Tauchlehrer der häufig mit Anfängern zu tun hat kann ich Dir zudem sagen, dass die Wasserlage eine professionellen Wings an der Oberfläche gerade für Tauchanfänger schwierig ist – die meisten tendieren dazu ihr Jacket komplett aufzublasen und das für gerade bei einem professionellen Wing mit viel Auftriebsvolumen dazu, dass der Taucher zwangsweise nach vorne kippt und das ist bei einem ADV Jacket nicht der Fall – hier hat man eine gewisse Sicherheit an der Oberfläche. Klar, das Thema mag im ruhigen See kein so großes Problem sein und lässt sich schnell auch von einem Einsteiger lernen…aber wenn Du mit 50 Tauchgängen das erste Mal irgendwo tauchen gehst wo es richtig rau an der Oberfläche ist, dann ist das frisch gelernte auch schnell mal durch die Aufregung vergessen. Im übrigen ist es leider auch so, dass die heutige Tauchausbildung häufig nicht mehr die Qualität hat wie damals zu Zeiten der „Klobrille“, noch ein Grund mehr – warum (die meisten) Taucheinsteiger aus meiner Sicht nicht direkt mit einem Wing mit massig Auftrieb anfangen sollten…

      Vielleicht kannst Du meine Argumente ja ein wenig nachvollziehen?

      Fernab davon bin ich allerdings ganz bei Dir, was die sogenannten Innovationen der Tauchartikelhersteller angeht – da ist größtenteils wirklich „übler Schrott“ dabei. 😉

      Beste Grüße, Christian

      • Peer sagt:

        Hi Christian,

        in einem gebe ich dir völlig Recht, ein Wing muss der Flasche angepasste Blase haben, also eine 40lbs für ein D12 ist für eine 10er Mono ungeeignet, aber eine 13l Blase schon, und schon ist das Problem nicht mehr existent. Das ist ja grade das schöne an diesem System, das es so herrlich einfach Anpassbar ist. Die Kosten sind eigentlich auch nicht mehr das Argument. Es muss ja nicht gleich ein blaues H draufstehen, es gibt mittlerweile genug Hersteller die sich DIR zum kleinen Preis auf die Fahne geschrieben haben…. Und: Ich kenne gar eine Tauchanfängerin, die mit ADV überhaupt nicht klar kam, der TL hat ihr vor lauter Verzweiflung dann sein Wing verpasst und alles war gut 🙂 Und ja es gibt auch mindestenst ein Verband, der eine Anfänger-Ausbildung nach DIR definiert (so sollte es heute eigentlich sein, Gut ich gebe zu, das ist dann was für Leute, die von Anfang an wissen, was sie wollen….

        • Christian sagt:

          Hey Peer,

          das sehe ich genau wie Du – für Taucher die von Anfang an genau wissen was sie wollen ist das sicherlich eine ideale Lösung. Da sich mein Blog aber eher an Taucheinsteiger richtet die gerne in „wärmeren“ Gefilden tauchen gehen, trifft das wahrscheinlich nur auf wenige Leser zu. 😉

          Beste Grüße, Christian

  • Cornelius sagt:

    Vielen Dank für den interessanten Artikel, wie auch deine anderen drei Artikel zum Thema Einsteigerausrüstung! Eine Frage habe ich: du empfiehlst das Oceanic Excursion II mit dem Hinweis „hochwertiges Hybrid“. Ich hab mal ein bisschen geforscht: das Excursion II wird mir überall nicht als Hybrid, sondern als Wing angezeigt. Meinst du vielleicht das Oceanic Atmos (den Hybrid-Bruder des Excursion) oder siehst du was, das ich nicht sehe? Und warum empfiehlst du dieses Jacket? Danke und Grüße aus Berlin!

    • Christian sagt:

      Hallo Cornelius,

      erst einmal freut es mich, dass Dir meine Tauch-Einsteiger-Artikel hier auf feel4nature.com gefallen.

      Was das Oceanic Excursion angeht, so denke ich nicht, dass das ein vollwertiges Wing ist – denn die „Luftblase“ ist fest am Jacket vernäht. Dazu kommt, dass es ja nicht nur ein „einfaches Harness“ besitzt sondern einen Jacket-Körper mit internen Bleitaschen und einer gepolsterten Rückentrage. Allerdings muss ich auch ganz offen sagen, dass ich nicht so der 100% Technikfreak bin, daher mag es schon sein, dass andere das anders definieren als ich.

      Viel wichtiger als die Einteilung ist aber wohl die Funktion und der Komfort bei einem Jacket und da bin ich mit meinem Oceanic Excursion 1 seit Jahren sehr zufrieden. Die Wasserlage mit dem Jacket ist wirklich sehr gut, die Polsterung macht es zudem bequem auch wenn man mal einen weiteren Weg zum Tauchplatz gehen muss – dazu funktioniert das Bleitaschensystem von Oceanic bei mir sehr zuverlässig. Alles in allem für mich persönlich eines der besten, komfortabelsten und einfach zu „handelnden“ Jackets die ich je getaucht habe…

      Ich hoffe das hilft Dir ein wenig weiter.

      Beste Grüße aus Mexiko, Christian

  • Rita sagt:

    Hallo Christian

    Herzlichen Dank für deine wertvollen Tipps betreffend Tauchzubehör für Anfänger.

    Ich bin eine Einsteigerin und möchte gelegentlich im Süsswasser und in den Ferien im Meer tauchen gehen. Da ich mir noch nicht sicher bin, ob es für mich die richtige Sportart ist, möchte ich die Ausrüstungskosten in Grenzen halten.

    Nun habe ich ein gutes Angebot für nachfolgendes Jacket:

    Sea Quest Pearl Lady Jacket aus dem Jahr 2013

    Im Beschrieb steht, dass es ein Jacket mit einem Wingcharakter ist, da es eine Hybrid Luftriebsblase hat. Also Hybrid Luftriebsblase kombiniert mit den Vorteilen der ADV-Bauart.

    Was meinst du dazu, da du schreibst, dass ein Wing-Jacket für einen Anfänger eher nicht zu empfehlen sei?

    Ich danke dir herzlich für dein Feedback.

    Beste Grüsse aus der Schweiz

    Rita

    • Christian sagt:

      Hallo Rita,

      es freut mich, dass Dir meine Artikel für „Taucheinsteiger“ gefallen und weiterhelfen.

      Was das Jacket angeht, so hast Du da zum einen etwas falsch verstanden – denn selbst ein professionelles Wing-Jacket kann genau richtig für Einsteiger sein, wenn sie wirklich Bedarf dafür haben.

      Das SeaQuest Pearl ist im Übrigen auch kein professionelles Wing-Jacket, sondern eine Art Hybrid-Jacket und wenn Du die Möglichkeit hast da „günstig“ ranzukommen, es Dir passt und Du dich darin wohl fühlst ist das ein super Tarierjacket für Einsteiger.

      Wenn Du die Möglichkeit hast, absolviere einfach mal einen Tauchgang damit und schaue ob alles passt und Du dich wohl fühlst. Da beim SeaQuest Pearl der meiste Teil der Luft hinten auf dem Rücken sitzt solltest Du damit auch recht einfach eine gute horizontale Wasserlage beim Tauchgang haben.

      Melde Dich einfach wenn Du noch Fragen hast und ich wünsche Dir noch viel Spass auf Deinen Tauchgängen…

      Beste Grüße, Christian

  • Micha sagt:

    Hallo Christian!
    Vielen Dank für deine detailreichen Ausführungen, die es auch Anfängern einfach machen diese Prinzipien zu verstehen. Ich bin ausschließlich Warmwassertaucher mit knapp über 100 TG und schwanke zwischen dem Mares Dragon und dem von Dir empfohlenen Aqualung Axoim. Mein Problem ist die Priorisierung von Reisetauglichkeit (pro Axiom) und der Differenz der Jackets im Auftrieb (Axoim 150 N, Dragon 190 N, lt. Hersteller), pro Dragon. Welches Jacket sollte ich mir mal genauer anschauen?

    • Christian sagt:

      Hallo Micha,

      super – dass Dir meine Artikel weiterhelfen.

      Bzgl. des Jackets ist es immer schwer etwas zu raten, da es oft auch um individuelle Vorlieben geht. Ganz persönlichen haben wir mit MARES Jackets keine guten Erfahrungen gemacht – Passform, Bleitaschen, Verarbeitung etc. ist aus unserer Sicht da nicht optimal. Daher würde ich Dir eher das Axiom empfehlen…

      Für einen „reinen Urlaubstaucher“ ist der Auftrieb auch ausreichend wenn Du im 3mm Anzug und nicht mit einer 15 Liter Flasche tauchst.

      Was ich Dir noch empfehlen kann ist das SCUBAPRO – Seahawk Jacket, das ist aus meiner Sicht sehr gut verarbeitet und hat zudem eine tolle Wasserlage.

      Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen…

      Beste Grüße, Christian

  • Jörg sagt:

    Hi,ich habe gerade meinen OWD gemacht und kaufe gerade meine erste eigene Ausrüstung ich habe einen 7mm Anzug mit Eisweste und werde im Sommer in heimischen Seen und im Winter Indoor tauchen.
    Auch im Urlaub soll die Ausrüstung mit nun stehe ich vor der Frage welches Jacket ist für mich geeignet das Scubapro go oder doch lieber das Gluide X ?

    • Christian sagt:

      Hallo Jörg,

      das Glide X von Scubapro habe ich selber noch nicht testen können – daher kann ich dazu nur wenig sagen. Anhand der Daten macht es aber einen guten Eindruck. Vielleicht schaust Du einfach mal, ob Du bei einem Shop in Deiner Umgebung die Möglichkeit hast die Jackets einmal zu testen…

      Sorry, dass ich Dir da nicht wirklich weiterhelfen kann…

      Beste Grüße aus Oregon, Christian

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