Offroad über die Phantom Canyon Road durch Colorado

Phantom Canyon Road - Offroad

Wenn Du dich mit dem Auto oder auch dem Wohnmobil auf einen Roadtrip begibst um ein Land Deiner Wahl möglichst authentisch und individuell zu erkunden, dann solltest Du vor allem den wichtigsten Grundsatz für einen gelungenen Roadtrip beherzigen:

„Verlasse immer wieder die großen und ausgetretenen touristischen Pfade – fahre viel auf Nebenstrassen, denn hier kannst Du in der Regel das Reiseland Deiner Wahl hautnah erleben und findest zudem häufig in den verlassensten Gegenden die schönsten Ecken eines Landes.“

Genau so ist es auch im Mutterland des Roadtrips den USA, doch hier gibt es nicht nur unendlich viele betonierte Nebenstrassen mit ihren interessanten Sehenswürdigkeiten zu entdecken, sondern auch noch eine Art Steigerung der abgeschiedenen Strassen – die Schotterwege, auf Englisch „Gravel Roads“ oder „Dirtroads“ .

Diese „Gravel Roads“, zu denen auch die Phantom Canyon Road gehört – von der ich Dir gleich mehr erzählen möchte, findet man in den USA fast überall im Land verteilt.

Durch die immense Größe der USA sind lediglich die größeren Städte und Transitstrecken quer über den Kontinent mit breiten betonierten Strassen, Highways und Freeways verbunden – die abgeschiedenen Gegenden hingegen sind häufig nur über besagte „Gravel Roads“ zu erreichen.

Phantom Canyon Road - Schotterstraße

Schotterstraßen wie die Phantom Canyon Road sind nicht betoniert.

Besonders interessant an diesen „Gravel Roads“ in den USA ist die Tatsache, dass diese häufig auch in geschichtlich relevante Gegenden führen, die in der Gegenwart kaum noch wirtschaftlich oder privat genutzt werden. Daher finden sich am Rande vieler Schotterwege immer wieder verlassene Geisterstädte oder auch wunderschöne Aussichtspunkte zu denen sich nur sehr wenige Touristen verirren – so auch an der Phantom Canyon Road.

Lage & Zufahrt zur Phantom Canyon Road

Die Phantom Canyon Road ist noch eine der bekannteren „Gravel Roads“ in den USA und liegt in den Ausläufern der Rocky Mountains, ca. 120 Meilen südlich von Denver im Bundesstaat Colorado. Von der alten „Goldgräberstadt“ Cripple Creek verläuft die Phantom Canyon Road, über ein weiteres Städtchen namens Victor ca. 40 Meilen bis hinunter nach Cañon City auf dem ehemaligen Schienenbett einer alten Eisenbahnstrecke – der Florence & Cripple Creek Railroad.

Phantom Canyon Road - Schild

Am Rande der Phantom Canyon Road gibt es Infotafeln zur Geschichte der Strasse.

Die Zufahrt auf die Phantom Canyon Road erfolg entweder über die Stadt Cripple Creek im Norden, die heute vorwiegend aus einer „Vergnügungsmeile“ und zahlreichen Casinos besteht, oder aus Richtung Süden über Cañon City – am Rande der Stadt auf dem Highway 50 geht es auf einer großen Kreuzung ab auf die Strasse 67, die schon nach ein paar Meilen nicht mehr betoniert ist und zur „Gravel Road“ wird.

Beide Zufahrten sind mit einem Navigationssystem eigentlich nicht zu verfehlen, von Norden her in Cripple Creek ist die Phantom Canyon Road auch gut ausgeschildert.

Geschichte der Phantom Canyon Road & Goldrausch in Colorado

Die Florence & Cripple Creek Railroad, auf der die Phantom Canyon Road heute verläuft, wurde 1894 gebaut um die damals mehr als 500 Goldminen im nördlich gelegenen Cripple Creek und Victor mit Florence, weiter im Süden, zu verbinden.

Doch der „Goldrausch“ in Colorado hielt nicht besonders lange an, so dass der Eisenbahnbetrieb bereits 1912 wieder eingestellt wurde und die Strecke zunächst verwilderte.

Phantom Canyon Road - Geschichte

In der Gegend der Phantom Canyon Road gibt es viele Relikte aus Zeiten des Goldrauschs zu bewundern.

Heute gehört die Phantom Canyon Road zum sogenannten „The Gold Belt Scenic Byway“, der historische und touristische Attraktionen rund um das Gebiet der Goldminen von Cripple Creek miteinander verbindet.

Offroad unterwegs auf der Phantom Canyon Road in Colorado

In der Regel ist die Phantom Canyon Road selbst an schönen Tagen nur wenig frequentiert, meistens trifft man lediglich einige Camper & Angler die am Fluss, der sich quer durch das Tal des Phantom Canyon schlängelt, ihre Freizeit und die Ruhe genießen.

Die Phantom Canyon Road ist zwar durchweg unbefestigt und teilweise mit Schlaglöchern und Querrillen versehen, sie ist aber größtenteils breit genug, so dass problemlos zwei Autos aneinander vorbeifahren können – was bei „Gravel Roads“ in den USA eher die Ausnahme darstellt.

Phantom Canyon Road - Rastplatz

Auf der Phantom Canyon Road gibt es einige Plätze für eine kurze Rast.

Die Streckenführung der Phantom Canyon Road schlängelt sich genüsslich durch den gesamten Canyon, häufig ist die Strasse dabei an beiden Seiten von den hohen Felswänden des beeindruckenden Phantom Canyon komplett eingeschlossen.

An anderen Passagen wiederum geht es auch an einer Fahrbahnseite schonmal sehr steil hinunter in den Canyon, so dass man bei entgegenkommenden Fahrzeugen auf der Phantom Canyon Road häufig nur wenige Zentimeter vom Abgrund entfernt ist. An solchen Stellen ist zweifelsohne Schwindelfreiheit und Nervenstärke angesagt.

An einigen Stellen führt die Phantom Canyon Road durch die ehemaligen engen Eisenbahntunnel und über Holzbrücken, die der historischen Strasse einen ganz besonderen Flair geben. Das absolute Highlight im Canyon selbst ist aber die nahezu unberührte Natur – auf unserer letzten Fahrt durch den Canyon haben wir unter anderem einen Bären, einige Greifvögel und eine Menge anderer interessanter Tierarten gesehen.

Phantom Canyon Road - Victor

Im Norden bei Victor öffnet sich der Phantom Canyon & gibt den Blick auf große Felder frei.

Wenn Du auf Deinem nächsten Roadtrip durch die USA die Phantom Canyon Road befahren möchtest, dann solltest Du dir in jedem Fall genügend Zeit nehmen um immer wieder anzuhalten und zumindest ein paar Schritte in die nahezu unberührte Natur zu gehen. An vielen Stellen der Phantom Canyon Road gibt es Einbuchtungen oder Haltebuchten an denen Du problemlos parken kannst.

Phantom Canyon

Im Phantom Canyon gibt es immer wieder Haltemöglichkeiten, die zu kleinen Wanderungen einladen.

Die reine Fahrzeit für die Phantom Canyon Road liegt bei ca. 2 Stunden, aber um die Strasse und den Phantom Canyon wirklich geniessen zu können solltest Du am besten mindestens 4 Stunden oder sogar mehr einplanen. So hast Du genügend Zeit immer wieder anzuhalten, die Natur zu geniessen und ein paar Schritte auf einem der zahlreichen kleinen Wege zu laufen.

DIE BESTE REISEZEIT FÜR EINE FAHRT AUF DER PHANTOM CANYON ROAD

Wenn Du bisher noch keine „Gravel Roads“ gefahren bist und auch keine Erfahrung mit anderen „Offroad-Strecken“ hast oder sogar eher ein „ängstlicher“ Autofahrer bist, dann solltest Du die Phantom Canyon Road in jedem Fall nur bei gutem trockenen Wetter befahren – idealerweise sollte es mindestens 2 – 3 Tage vorher nicht geregnet haben.

Die besten Bedingungen wirst Du daher in der Regel zwischen März und Oktober auf der Phantom Canyon Road vorfinden – zum Anfang und zum Ende dieses Zeitraums solltest Du aber vor allem darauf achten, dass kein Schnee mehr in den Bergen liegt.

Phantom Canyon Road - Ausblick

Fernab der Strasse ist der Phantom Canyon nahezu unberührt.

Ein besonderes Highlight im gesamten Gebiet der Rocky Mountains ist zweifelsfrei der „Indian Summer“, der ca. Mitte September einsetzt und bis in den Oktober andauert. Wenn sich die Blätter der Bäume in fantastische Rot-, Gelb- und Grüntöne verfärben, dann ist auch eine Fahrt auf der Phantom Canyon Road zweifelsfrei am schönsten.

PHANTOM CANYON ROAD MIT DEM MIETWAGEN ODER WOHNMOBIL BEFAHREN

Die großen Fragen sind natürlich immer: „Was für ein Fahrzeug brauche ich um eine „Gravel Road“ wie die Phantom Canyon Road zu befahren und darf ich auch mit einem Mietwagen oder gemieteten Wohnmobil auf „Gravel Roads“ fahren?“

Letztere Frage ist relativ schnell beantwortet – Nein, bei Mietfahrzeugen ist das befahren von „Gravel Roads“ wie der Phantom Canyon Road vertraglich ausgeschlossen. Allerdings, wo kein Kläger – da kein Richter und so fahren viele USA „Roadtripper“ die Schotterstrassen auf eigene Gefahr.

Klar sollte Dir nur sein, dass Du im Falle eines Festfahrens oder sogar einer Beschädigung am Mietfahrzeug selber haftest und die Versicherung Dir etwaige Schäden nicht erstattet. Solange Du nur „einfache“ Schotterwege fährst und nicht bei schlechter Wetterlage zu einer Tour aufbrichst ist das Risiko, dass etwas passiert, allerdings überschaubar.

Phantom Canyon Road - Einfahrt

Für Fahrzeuge – länger als 25 Fuss – ist die Einfahrt in den Phantom Canyon verboten.

Wenn Du dich entscheidest auf eigenes Risiko auf der Phantom Canyon Road zu fahren, dann stellt sich nur noch die Frage nach dem richtigen Fahrzeug. Da die Phantom Canyon Road zu einer der einfacheren „Gravel Roads“ gehört, ist diese bei guter Wetterlage im Prinzip sogar mit einem Kleinwagen befahrbar.

Allerdings würde ich Dir in jedem Fall empfehlen einen etwas größeren Mietwagen mit mehr Bodenfreiheit zu mieten wenn Du die Phantom Canyon Road befahren möchtest – ideal ist sogar ein 4 x 4.

Nach Regenfällen bilden sich auf den „Gravel Roads“ immer wieder tiefe Querrillen und sogar große Steine können auf die Strasse gespült werden – daher senkst Du bei einem höher liegenden Fahrzeug das Risiko einer Beschädigung oder des Festfahrens auf der Phantom Canyon Road erheblich.

Phantom Canyon Road - Minen

Rund um Cripple Creek & Victor gibt es zahlreiche alte Minenanlagen zu sehen.

Wir haben zwar auf einigen „Gravel Roads“ auch schon kleine Wohnmobile angetroffen, allerdings würde ich persönlich eher davon abraten die Phantom Canyon Road selbst mit einem sehr kleinen „Camper“ zu befahren. Die Gefahr irgendwo „anzuecken“ gerade wenn Dir ein anderes großes Fahrzeug entgegenkommt ist einfach zu groß. An fast allen „Gravel Roads“ stehen im übrigen auch Schilder, dass Fahrzeugen mit mehr als 25 Fuss (etwas mehr als 7,5 Meter) die Durchfahrt verboten ist.

NOCH MEHR TIPPS FÜR DEINEN USA ROADTRIP

Ich hoffe dieser Artikel hat Dein Interesse für die Phantom Canyon Road und andere Erlebnisse fernab der ausgetretenen Touristenpfade ein wenig geweckt!?

Falls Du selber einen Roadtrip durch die USA planst findest Du hier auf dem Blog übrigens noch viele weitere spannende Artikel mit Tipps & Berichten zu verschiedenen Anlaufpunkten für Deinen Roadtrip. Einen Artikel mit ein paar nützlichen Dingen, die auf keinem Roadtrip fehlen sollten – findest Du z.B. hier:

Für noch mehr Bilder, Berichte und News von unseren Reisen und Leidenschaften – folge uns doch auch auf unseren Seiten bei den Sozialen Netzwerken Facebook, YouTube, Instagram, Google+, Twitter und Pinterest.

Trage Dich in unseren Newsletter ein

4 Kommentare

  • Ana sagt:

    Hei Christian,
    Cooler Artikel! Ich habe in den USA leider noch keinen Roadtrip gemacht, aber in Australien waren wir mit unserem kleinen Camper oft offroad (leider in der Regensaison) und das stimmt schon sehr wohl, das würde ich eher abraten. Es ist zwar auch schön, kann aber sehr anstrengend werden. Ein 4×4 ist da wohl nicht zu toppen!
    Lg, Ana

    • Christian sagt:

      Hey Ana,

      schön, dass Du unsere Erfahrungen bestätigen kannst – einen ausgiebigen Roadtrip durch Australien haben wir uns für die nächsten Jahre auch mal vorgenommen.

      Beste Grüße, Christian

  • Frank sagt:

    Wow, Christian sehr schöner Bericht über eine Ecke in den USA, die ich trotz mehrerer Roadtrips noch nicht kannte. Danke dafür!!!
    Offroad-Roadtrip-Erfahrung habe ich selber bisher nur in Namibia gemacht.

    • Christian sagt:

      Hallo Frank,

      danke Dir! Die Gegend rund um die San Juan Mountains in den USA ist wirklich toll – dort gibt es noch viele weitere eher unbekanntere Strecken…werde da sicherlich noch einige Artikel hier auf feel4nature zu schreiben.

      Nach Namibia haben wir es bisher noch nicht geschafft – irgendwie stand immer was anderes an. 😉 Ist aber sicherlich ein tolles Reiseziel an dem wir auch großes Interesse haben…

      Beste Grüße, Christian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.