Freakshow – Eine Tauchsafari durch die Lembeh Strait bis hinauf zum Sangihe Archipel

Mandarinfische Lembeh

Es ist nun schon ein paar Jahre her, dass ich auf Nord Sulawesi unterwegs war. Aber es war sicherlich über wie unter Wasser eine meiner spannendsten und abwechslungsreichsten Reisen. Gerade die unglaublichen Tauchgänge in der Lembeh Strait sind, aufgrund der bizarren Lebewesen dort, weltweit absolut einzigartig.

Insgesamt war ich gut vier Wochen auf und um Nord Sulawesi unterwegs. Fast zwei Wochen davon auf Tauchsafari in der Lembeh Strait, dem Bunaken Nationalpark und bis hoch zu den Sangihe Inseln mit seinen Vulkanen. Weitere zwei Wochen verbrachte ich dann an Land auf Nord Sulawesi besuchte das Minahasa Hochland, den Tangkoko Nationalpark und einige Städte wie Manado und Bitung.

In diesem Artikel möchte ich Euch vorwiegend von der faszinierenden Tauchsafari und den Naturerlebnissen erzählen. Ein weiterführender Artikel über meinen Aufenthalt an Land auf Nord Sulawesi wird bei Melissa von Indojunkie als Gastartikel erscheinen.

Tauchsafari mit der Ocean Rover – Lembeh Strait, Bunaken und Sangihe Inseln

Startpunkt der Nord Sulawesi Tauchsafari mit der Ocean Rover ist Bitung – das Tor zur, unter uns Tauchern, bekannten Lembeh Strait.

Da der Flughafen von Manado gute 50 Kilometer entfernt liegt, startete meine Reise also erst einmal mit einer Tour durch den typisch hektischen Strassenverkehr Indonesiens. In Bitung angekommen ging es dann ohne Umschweife auf das sehr geräumige und komfortable Tauchsafariboot – Ocean Rover.

Ocean Rover - unser Safariboot

Ocean Rover – unser Safariboot

Die Ocean Rover

Die Ocean Rover ist ein hochseetaugliches Stahlschiff von gut 30 Metern Länge und 8 Metern Breite. Es wurde speziell für den Einsatz auf Tauchsafaris konstruiert und ist daher mit allem ausgestattet was das „Taucherherz“ begehrt.

In den gemütlichen Kabinen ist Platz für bis zu 16 Taucher und selbst bei voller Auslastung des Tauchsafariboots bietet die Ocean Rover mit Ihrem Vorschiff, dem Sonnen-, Tauchdeck und dem Salon extrem viel Platz zur freien Entfaltung.

Tauchen in der Lembeh Strait – eine Freakshow unter Wasser

Nach verlassen des Hafens startete die Tauchsafari mit den ersten Tauchgängen in der für seine „Critters“ bekannten Lembeh Strait. Die Tauchgänge hier werden wegen dem schlammigen, braunen Untergrund auch als „Muckdives“ bezeichnet.

Was auf den ersten Blick, bei relativ schlechten Sichtverhältnissen und fehlenden Korallen, nicht wirklich einladend ausschaut entpuppt sich aber bei näherem Hinsehen als ein wahres Paradies für Liebhaber von kleinen und seltenen Unterwasser Lebewesen.

Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, lassen sich die bizarren Unterwasserlebenwesen welche man bei Tauchgängen in der Lembeh Strait antrifft nur sehr schwer beschreiben.

Egal ob Anglerfische, Nacktschnecken, Schauckelfische, Geisterpfeifenfische, Seepferdchen, Oktopoden, Mandarinfische uvm. – alles findet man hier an jeder Ecke in den bizarrsten Farben und Formen. An keinem anderen Ort der Welt ist Albert Einsteins Zitat, wohl so zutreffend wie bei Tauchgängen in der Lembeh Strait :

Was auch immer Du dir vorstellen kannst, die Natur hat es bereits hervorgebracht.

Albert Einstein

Besonders beeindruckend bei den Tauchgängen in der Lembeh Strait waren für mich persönlich unter anderem der „Coconut Octopus“ der sein Haus (eine Kokosnuss – oder gern auch mal ein altes Glas oder eine Muschelschale) als Schutz ständig bei sich trägt und sich bei Gefahr darin versteckt.

Tauchen an den endlosen Steilwänden im Bunaken Nationalpark

Der nächste Stop auf der Tauchsafari war dann der Bunaken Nationalpark nahe Manado. Das Gebiet um die sieben geschützten Inseln ist bereits seit 1991 ein Nationalpark und hat für Taucher vor allem traumhafte Korallenformationen und scheinbar endlos abfallende Steilwände, sogenannte „drop off’s“, zu bieten.

An den wirklich sagenhaften Steilwänden trifft man auch eine Vielfalt an Unterwasserlebewesen jeglicher Größe – Schildkröten, Napoleons, Delfine, die seltenen Buckelkopf Papageien Fische und an speziellen Orten sogar Seekühe.

Eines der schönsten Erlebnisse bei den Tauchgängen erlebten wir allerdings über Wasser auf einer der Rückfahrten zum Tauchsafariboot, als uns eine Schule aus Delfinen und Pilotwalen mit ihren Jungen den ganzen Weg zurück begleitete.

Unterm Strich muss ich allerdings sagen, dass der Bunaken Nationalpark durch seine Nähe zu Manado auch einige Schattenseiten zu verzeichnen hat. Durch das immense Wachstum Manados und die allgemein schlechte Abfallbeseitigung (wie leider fast überall in Indonesien) schwimmt bei ungünstig stehendem Wind sehr viel Zivilisationsmüll wie zum Beispiel Plastiktüten im Wasser. Auch wenn man sich vor Ort redlich Mühe gibt diesen mit Booten einzusammeln, so ist es doch weder gut für die Natur noch besonders schön bei den Tauchgängen anzusehen.

Auf nach Norden zu den Sangihe Inseln und ihren Vulkanen

Der aus meiner Sicht schönste Teil der Tauchsafari folgte dann allerdings als letzter Punkt auf unserer Tauchreise Route – das eher unbekannte Sangihe Archipel nordöstlich von Nord Sulawesi.

Alleine die Anfahrt durch die ca. 50 grünbewachsenen und bergigen Inseln war bereits ein unvergessliches Erlebnis. An allen Ecken gab es traumhafte von Palmen gesäumte Strände zu bewundern und natürlich zahlreiche aktive Vulkane. In einer Nacht vor Anker vor der Insel „Silau“ durften wir sogar den Austritt der glühenden Lava miterleben.

Aber nicht nur über Wasser bietet das Sangihe Archipel viel Beeindruckendes, auch die Tauchgänge waren ein fantastisches Erlebnis. Bei sehr klarem Wasser und damit guten Sichtweiten gab es zwar etwas weniger Fischreichtum als unmittelbar vor der Küste Nord Sulawesi, aber dafür bietet die exponierte Lage der Sangihe Inseln bessere Chancen auf Grossfisch.

So sahen wir während unserer Tauchgänge auch Delfine, Pilotwale, einige Haiarten und Mantas – hörten aber von den DiveGuides auch, das in dieser Gegend sogar häufiger Buckelwale und Orcas bei den Tauchgängen anzutreffen sind.

Neben den größeren Bewohnern der Unterwasserwelt gab es aber auch wieder viele kleine Dinge wie zum Beispiel einen Blauringoktopus, sowie eine wunderschöne Korallenwelt zu entdecken.

Besonders spannend war vor allem ein Tauchgang am aktiven Unterwasservulkan „Mahengetang“ an dem man als Taucher ein ganz besonderes Schauspiel unter Wasser erleben kann. Überall rund um den Unterwasservulkan steigen Gase in Form von silbrigen Blasen aus dem Meeresgrund und das Wasser füllt sich an diesen Stellen fast „kochend heiss“ an.

Auf Landtour im Minahasa Hochland und im Tangkoko Nationalpark

Unmittelbar nach der Rückkehr von der Tauchsafari auf der Ocean Rover, ging es sofort weiter in das touristisch fast unerschlossene Minahasa Hochland. Den Artikel zu meinen Erlebnissen dort findet Ihr in Kürze auf dem spannendem Blog „Indojunkie“ von Melissa. Als kleinen Vorgeschmack findet Ihr in der Bildergalerie oben auf dieser Seite hier schon einmal einige Fotos der „Landtour“ meiner Nord Sulawesi Reise.

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