Das Geständnis eines gesellschaftsmüden Aussteigers

Gesellschaft Aussteigen

Nun ist es also soweit. Ich hatte es ja bereits angekündigt. Nach Euren zahlreichen eMails und Anfragen – Dir als Leser zugesagt, in Zukunft auch ein paar ganz persönliche Artikel zu veröffentlichen, etwas mehr über uns und unsere individuelle Lebensweise preiszugeben. Etwas zu erzählen, über unsere Ansichten und unsere Lebenseinstellung und offenzulegen wie es dazu kam…

Dabei sollen diese persönlichen Worte weder in eine „Selbstbeweihräucherung“ ausarten, noch möchte ich mit unseren persönlichen Ansichten jemanden bekehren. Vielmehr geht es mir darum, Dir einmal eine andere Perspektive auf das Leben – so wie wir es sehen – zu ermöglichen, Dich zum Nachdenken anzuregen und dazu ein paar Dinge zu hinterfragen, über die Du vorher vielleicht noch nie nachgedacht hast.

Den Anfang möchte ich mit einem Artikel machen, in dem ich Dir einmal erzähle wie wir heute unsere Gesellschaft sehen. W ieso wir uns mittlerweile selbst als Aussteiger betrachten und was der Auslöser dafür war.

Aussteigen aus der Gesellschaft, was heißt das?

Zunächst einmal stellt sich natürlich die Frage: „Ein Aussteiger was ist das eigentlich?“ Kann nur derjenige erfolgreich Aussteigen aus der Gesellschaft, der ihr gänzlich den Rücken kehrt? Muss ich zum Aussteigen aus der Gesellschaft gleich in eine einsame Blockhütte in die Wildnis ziehen? Zum Selbstversorger werden und jeglichen Konsum verweigern?

Offen gesagt – das sind auch Fragen die uns häufig durch den Kopf gehen, obwohl wir heute bereits den Grossteil unserer Zeit in abgeschiedenen Gegenden oder auf dem Meer verbringen, versuchen uns halbwegs bewusst zu ernähren und nur sehr eingeschränkt und gezielt konsumieren.

Noch haben wir aber diesen letzten Schritt nicht gewagt, wir sind keine Einsiedler, Selbstversorger oder Eremiten die vollständig in die Einsamkeit geflüchtet sind. Zu einem Großteil liegt das aber wohl auch an unserer Begeisterung für das Tauchen und den Ozean, denn Tauchreisen und vollkommene Einsamkeit lassen sich nur schwer miteinander kombinieren.

Aussteigen Minimalismus

Wenn wir weit draussen in der Natur sind – ganz einfach leben – geht es uns am besten.

Dennoch sind wir wohl das, was man Aussteiger aus der Gesellschaft nennt. Haben den Zielen und Werten über die sich unsere Gesellschaft in der Gegenwart definiert den Rücken gekehrt, uns ausgeklinkt aus den meisten gesellschaftlichen Ritualen aus denen das Leben der breiten Masse heute besteht.

Auch wenn wir natürlich manchmal mittendrin sind in Städten, unter Menschen – so läuft ihr Leben doch vollkommen an unserem vorbei. Heute, sind wir nicht mehr als ein stiller Beobachter – unerkannt in der breiten Masse, bleibt uns nichts als ein verwundertes Kopfschütteln über die Dinge um welche die Welt der „Normalen“ sich heute dreht.

Wie sich eine Gesellschaft definiert

Letzten Endes ist eine Gesellschaft immer das Abbild dessen was die breite Öffentlichkeit als vollkommen normal erachtet,ohne es wirklich in Frage zu stellen. Zustände, die einfach als gegeben hingenommen werden – Dinge über die man sich im Alltag keine Gedanken macht ob sie nun Richtig oder Falsch sind.

Diese Normalität – also auch unsere Gesellschaft – ist ständig im Wandel. Das war sie schon immer. So wäre es zum Beispiel vor ein paar Hundert Jahren noch vollkommen „normal“ und damit gesellschaftlich anerkannt gewesen als Einsiedler irgendwo alleine in der Wildnis zu leben und sich dort komplett selbst zu versorgen.

Heute jedoch entspricht solch eine Lebensweise nicht mehr der Norm. Menschen die sich bewusst für ein einsames Leben im Einklang mit der Natur entscheiden, sind in unserer Gegenwart nicht mehr als Sonderlinge, Spinner oder Träumer auf die unsere Gesellschaft mit dem Finger zeigt.

Woran sich unsere Gesellschaft heute orientiert

Doch wer oder was entscheidet nun heute was normal ist? Was ist es, dass die gesellschaftlichen Ansichten lenkt? War das schon immer so oder haben sich die Dinge an denen sich unsere Gesellschaft orientiert im Laufe der Zeit verändert?

Wahrscheinlich kennst Du die Antwort. Fast jedem ist klar, dass die großen Medien in der Gegenwart die Mehrheit der Gesellschaft lenken – unser aller Meinung formen. Fernsehsender, Radio, Zeitungen, Magazine und immer mehr Onlinemedien kreieren unsere Normalität. Sie allein haben unsere Gesellschaft seit einigen Jahrzehnten fest in ihrer Hand.

Da die Medien heute aber auch nicht mehr als ein gutes Geschäft sind, geht es in der Breite schon lange nicht mehr um Informationsverbreitung oder gar Bildung. Gnadenlos wird jeder „Dreck“ publiziert mit dem sich auch nur ein Moment an Aufmerksamkeit bei den Konsumenten erhaschen lässt. Rund um die Uhr auf allen Kanälen „prasselt“ diese Informationsflut ungefiltert auf die Gesellschaft ein und formt damit ihre Realität.

Aussteigen Fotografie

Statt sich über die gesellschaftlichen Werte zu definieren, tun wir was wir lieben.

Durch die undurchdringliche Masse an Informationen ist es jedoch kaum einem noch möglich zu entscheiden was nun wirklich wichtig ist.

Wahrscheinlich will die breite Masse das aber auch nicht mehr – sich mit tiefgreifenden Themen beschäftigen. Entertainment und leichte Kost, ist fast alles was zum „Abschalten“ heute noch gefragt ist. Nur nicht zur Ruhe kommen und sich mit den grundsätzlichen Dingen oder gar seinem eigenen Leben beschäftigen – ja nichts in Frage stellen und schon gar nicht die eigene Lebensweise oder deren Sinn.

Alles was der Gesellschaft heute bleibt sind 5 Minuten Empörung zu einem x-beliebigen Thema. Maximal 5 Minuten blankes Entsetzen über Umweltverschmutzung, Überbevölkerung & Co. – bevor es zurück geht zum „Dschungelcamp“, zum ziellosen Einkaufen oder anderen Nichtigkeiten die Zerstreuung bieten.

Unser Grund zum Aussteigen aus der Gesellschaft

Natürlich ist es schwer sich diesem immensen Mediendruck vollkommen zu entziehen, doch wir haben für uns entschieden so gut es eben geht nicht Teil dieser breiten Masse zu sein. Uns nicht mehr auf diese künstliche Welt einzulassen, sondern unsere Perspektive gänzlich zu verändern – uns vermehrt an den ursprünglichen Werten dieser Welt zu orientieren.

Du fragst Dich, was ich damit meine? Eigentlich ist es recht einfach…

Vielleicht war die viele Zeit, die wir bereits in der Natur verbracht haben, der Auslöser oder auch einige der einzigartigen Tierbegegnungen unter wie über Wasser – ich kann es selbst nicht genau sagen.

Wenn Du „da draussen“ bist – die Natur hautnah erlebst. Wirkliche Natur. Die wenigen wilden Gegenden und Geschöpfe die auch heute noch komplett sich selbst überlassen sind. Mitten im Pazifik mit Haien und Walen tauchst, interagierst…für eine Zeit lang ein Teil ihrer Welt wirst. Dann wird Dir irgendwann klar, dass Du genau hierhin gehörst – dass Du, der Mensch, schon immer ein Teil des großen Ganzen warst und egal was Du im Leben auch tun wirst, mehr als dieser kleine Teil kannst und wirst Du niemals sein.

Aussteigen Wandern

Auf langen Wanderungen erkennt man leicht was wirklich im Leben zählt.

Ob Geld, Macht oder Anerkennung – nichts davon ist letzten Endes real. Es sind nur künstliche Werte, von Menschen geschaffen um die „Scheinwelt“ in der wir leben am Laufen zu halten. Um uns Menschen in unserem „Mikrokosmos“ in Klassen zu teilen, uns zu richten, zu kategorisieren und zu motivieren ja nicht auszusteigen aus dem System.

Aber wenn Du erst einmal die Perspektive wechselst – weg von den gesellschaftlichen Werten die uns auferlegen was angeblich Richtig oder Falsch sein soll. Wenn Du einmal einen Moment innehältst und versuchst unsere Gesellschaft nach den Regel zu bewerten die in der Natur seit Millionen von Jahren bestand haben und funktionieren – dann wirst Du feststellen, dass wir Menschen uns eine Parallelwelt geschaffen haben.

In monotonen Großstädten lebt die Gesellschaft ihre eigene Realität – fast so als hätten die Menschen vollkommen vergessen, dass wir nur ein kleiner Teil dieses Planeten sind. Ungebremst, höher, schneller, weiter und ungeachtet jeglicher Konsequenzen betreiben wir einen Raubbau an der Natur, an unserem Planeten und somit letztlich an unserer Heimat selbst.

Doch diese Selbstherrlichkeit und Gier die unsere Gesellschaft umtreibt, der in Stein gemeisselte Glaube mit Gottes Segen alles besitzen und beherrschen zu können was uns umgibt – diese Selbstherrlichkeit führt uns zu keinem Ziel, zu keiner glücklichen Zukunft, zu keinem „Happyend“. Der Mensch hat jegliche Demut verloren und er verschliesst die Augen vor der Realität.

Wenn Du das erstmal realisiert hast, dann verliert alles wonach unsere Gesellschaft heute strebt seinen Sinn. In einer Welt die ständig nach Wachstum strebt gibt es keine dauerhafte Zufriedenheit, es gibt kein Ende – keine Vollkommenheit wenn man seine Ziele ständig neu definiert.

Konsumgüter die gestern noch erstrebenswert waren haben schon morgen ihren Wert wieder verloren. So ist die Gesellschaft in einer Endlosschleife gefangen und rennt fortwährend einer Karotte hinterher, nicht anders als ein „dummer“ Esel – ohne ihr Tun zu hinterfragen, ohne sich gegen dieses triste Schicksal aufzulehnen.

Dauerhafte Zufriedenheit und Glück kannst Du durch Konsum niemals erlangen – wahres Glück misst sich nämlich nicht in Geld oder Besitz, sondern ausschliesslich in vollkommenen Momenten. Dies sind die Momente in denen Du tief in Dir drin fühlst, dass Du genau jetzt – in dieser Sekunde – am richtigen Platz bist.

Aussteiger Lagerfeuer

Abschalten am Lagerfeuer, den Kopf freibekommen – unbezahlbar!

Solche vollkommenen Augenblicke erlebst Du nirgendwo so intensiv wie in der Natur. Wenn Dir klar wird, wie klein und unbedeutend Du doch bist – Du realisierst, das die Spanne Deines Lebens nicht einmal ein Wimpernschlag für das Universum ist. Dann erkennst Du vielleicht genau wie wir, dass all die Dinge und Sorgen die unsere Gesellschaft heute bewegen eigentlich keinerlei Bedeutung haben, ja sogar vollkommen sinnlos sind.

Konsequenzen beim Aussteigen aus der Gesellschaft

Geht es Dir erst wie uns. Hast Du erst wirklich realisiert, dass Du nicht mehr als ein winziger Teil der uns all umgebenden Natur bist, dann kannst Du einfach nicht mehr so weitermachen wie bisher. Wahrscheinlich wirst Du genau wie wir erkennen, dass Deine Lebenszeit und was Du daraus machst – der einzig wirklich nennenswerte Wert im Leben ist.

Darum kümmern wir uns mittlerweile nicht mehr um gesellschaftliche Anerkennung und kaufen nur noch die Dinge, die wir zum Leben oder unsere Arbeit wirklich brauchen. Den „Löwenanteil“ unserer Zeit verbringen wir heute lieber in der Natur mit den Dingen die uns wirklich Freude bereiten, statt den krankhaften Werten nachzueifern die unsere Gesellschaft für erstrebenswert hält.

Vielleicht werden wir eines Tages doch in der einsamen Hütte in der Wildnis enden oder als Nomaden auf einem kleinen Segelboot durch die Weltmeere streifen – wer weiß was der nächste Morgen bringt…

Noch mehr zum Aussteigen aus der Gesellschaft

Wenn Du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, kannst Du unsere Gedanken und unsere Einstellung vielleicht ein wenig nachvollziehen. Vielleicht bist Du auch selber nicht ganz zufrieden mit Deinem Leben,interessierst Dich für einen alternativen Lebensweg und für das Aussteigen aus der Gesellschaft?

Falls das so ist, findest Du hier noch einige weitere Artikel die sich mit dem Thema Gesellschaft und Aussteigen aus Hamsterrad beschäftigen :

Auch wenn dieser Artikel nun schon ziemlich lang geworden ist, so gibt es natürlich zu unserer Lebenseinstellung, unserem Alltag und auch der finanziellen Umsetzung noch eine Menge zu erzählen – doch das hebe ich mir für die kommenden Artikel auf…

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70 Kommentare

  • Matthias sagt:

    Super Artikel, Christian! Danke! Du bist noch nicht ganz am Kern der Sache angekommen oder ich habe ihn noch nicht ganz „rausgepuhlt“, aber trotzdem lese ich gerne die nächsten Artikel weiter – in der Hoffnung, dass der Groschen auch bei mir fällt. Vielleicht sitze ich aber auch nur drauf 🙂

    • Christian sagt:

      Hey Matthias,

      da liegst Du richtig…zu einem runden Bild fehlt noch einiges. Allerdings ist es schwieriger als man denkt seine Gedanken & Einstellungen in Worte zu fassen. 😉 Beim ersten Versuch alles in einen Artikel zu packen, bin ich bei über 6.000 Worten gelandet und war immer noch nicht mit allem zufrieden. Daher machen wir es jetzt einfach „step by step“ in kürzeren Artikel…bis sich ein Gesamtbild ergibt. 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Ronny sagt:

    Du sprichst mir aus Herz und Seele. Super auf den Punkt gebracht und treffend formuliert. Klasse. Auch wenn ich selbst die Erfahrung in der Natur noch nicht ganz so erlebt habe, fühle ich doch sehr deutlich das es stimmt. Viel zu lange war ich teil dieser künstlichen Gesellschaft die schon lange kein Maß und keine Regeln mehr kennt. Es tut gut zu wissen, das man damit nicht allein da steht und es auch andere gibt, die so fühlen wie ich fühle, die wissen, was ich im Herzen weiß und die einen Weg gehen, den ich fast nicht für möglich gehalten habe… Das macht mir Mut und ich freu mich umso mehr auf den AT (und vlt den PCT im Anschluss?;)

    Viele Grüße und nochmal danke für die klaren Worte!
    Ronny

    • Christian sagt:

      Hey Ronny,

      schön – dass Dir der Artikel gefällt und das Du ganz ähnlich wie wir fühlst…

      Auf dem AT und vor allem auf dem PCT wirst Du noch viele Menschen treffen, die ganz ähnlich wie wir denken. 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Rebecca sagt:

    hei christian, super beitrag. ich verfolge schon seit einiger zeit deine feel4nature beiträge und finde mich so sehr darin wieder. ich hatte diesen absoluten glücksmoment von dem du sprichst, auf dem jakobsweg im märz.ein unbeschreibliches gefühl, das ich niemals vergessen werde. wir müssen unsere kurze lebenszeit auf erden zu etwas sinnvollem machen und ich bin zur zeit am überlegen, wie ich dieses umsetzen kann. ich bin krankenschwester in einem hospiz und sehe täglich, das dir dein ganzer besitz nichts bringt, wenn du am sterben bist. die momente und erlebnisse im leben sind es, die dich prägen. am ende zählt, das du mit dir selbst im reinen bist und du mit deinem leben zufrieden warst. ich verfolge zur zeit auch die weltreise von gwen und patrick, die mit 5 euro für jeden tag um die welt reisen. vielleicht möchte ich so etwas auch machen. du weisst ja…einfach aus dem hamsterrad raus. hast du eine idee, wie ich so eine weltreise in verbindung mit meinem beruf machen könnte.vielleicht reisen und dabei an verschiedenen orten ehrenamtlich gutes tun als krankenschwester? lg von mir

    • Christian sagt:

      Hallo Rebecca,

      meine Frau ist ja auch gelernte Krankenschwester…daher weiß ich recht genau was Du meinst.

      Deine Idee eine Weltreise mit ehrenamtlicher Arbeit zu Verknüpfen klingt doch Klasse – da würde ich mich an Deiner Stelle einfach mal im Netz auf die Suche machen und mal auf den Internetseiten der einschlägigen Hilfsorganisationen nachschauen was da so möglich ist.

      Wie bei allem Neuen ist es auch beim Reisen einfach der Absprung den Du schaffen musst, trotz der vielen Zweifel die wahrscheinlich jeden von uns irgendwann mal verfolgen. Wenn Du erstmal den Absprung geschafft hast – wird alles viel leichter…auch wenn es natürlich immer mal ein paar Rückschläge gibt. Aber die gibt es ja im „normalen“ Alltag auch… 😉

      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du deinen Weg findest und freue mich, dass Dir die Beiträge hier auf Feel4Nature gefallen – danke Dir!

      Viele Grüße, Christian

    • Wer im medizinischen Bereich helfen will (und dann auch noch dazu ausgebildet ist :-)): Meldet euch mal bei Oliver Soe Thet (ein Deutscher) von der Laguna Lodge in Ngapali ( Myanmar – einfach auf Facebook suchen). Die machen tolle Projekte und Oliver ist auch so etwas wie ein engagierter Aussteiger aus der klassischen Gesellschaft 🙂

  • Andrea Biegler sagt:

    Ich finde eure Beiträge klasse. Auch ich hab angefangen über das Thema aussteigen nachzudenken aber hänge noch im Hamsterrad fest. Auch der Gedanke komplett auszusteigen ist mir doch nicht ganz geheuer..ich kenne zwar Selbstversorger aus der eigenen Familie in Rumänien, wo ich auch sehr naturnah als Kind meine Ferien verbrachte habe. Doch bin ich mir nicht sicher ob das momentan mein Ziel ist. Ich möchte eben auch noch viel von der Welt sehen und dazu ist man doch etwas vom System abhängig. Aber der Anfang ist es wohl sich schonmal damit zu beschäftigen und sich auch Inspiration von Gleichgesinnten zu holen, dann findet man auch mit der Zeit seine individuellen Lösungen 🙂 Viele Grüße, Andrea Biegler

    • Christian sagt:

      Hallo Andrea,

      erst einmal vielen Dank für Dein Lob!

      Du hast vollkommen Recht – wenn man das Thema „Aussteigen“ erst einmal im Kopf hat und auch wirklich umsetzen möchte, dann findet man mit der Zeit seinen Weg. Alles was es braucht ist ein bisschen Mut und natürliche Neugier…

      Ich drück Dir in jedem Fall die Daumen, dass Du Deinen persönlichen Weg findest und freue mich natürlich wenn Du auch weiterhin unsere Artikel auf Feel4Nature verfolgst!

      Beste Grüße, Christian

  • Mischa sagt:

    Hi Christian,

    vielen Dank für einen großartigen Artikel!

    Da sind so viele gute Gedanken drin, die ich mir nach dem Kündigen meines Jobs und bei meiner halbjährigen VW-Bus-Tour durch Europa auch gemacht habe. Und im Endeffekt komme ich immer auf dieselben Antworten wie du.

    Wie mein Leben fortan genau aussehen wird, ist noch nicht ganz klar. Nur, dass ich mit den neuen Werten ganz anders an die Dinge herangehe. Aussteigen im Kopf ist für mich der wichtigste Schritt. Alles andere ergibt sich dann.

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Christian sagt:

      Hallo Micha,

      danke Dir für Deinen Zuspruch – schön, dass Du dich in meinem Artikel wieder findest.

      Wie unser Leben zukünftig genau aussehen wird…wissen wir im übrigen auch nicht, aber das ist doch gerade das spannende daran, oder? 😉

      Du hast vollkommen recht, es ist alles eine Kopfsache…wenn man gedanklich erst einmal den Absprung geschafft hat – dann geht der Rest ganz von selbst.

      Drücke Dir in jedem Fall die Daumen, dass sich alles nach Deinen Vorstellungen entwickelt und Du weiterhin Deinen eigenen Weg gehst…coole Sache übrigens – Deine Europa Tour!

      Viele Grüße, Christian

  • Hey Christian,

    ich bin gerade erst auf deinen Blog bzw. diesen Artikel aufmerksam geworden. Ich finde es klasse was du machst! Und auch, dass du deine Geschichte hier mit uns allen teilst und somit motivierst den Kopf mal ein Stück weiter aus dem Fenster zu stecken.

    Ich bin auf jeden Fall auf weitere Artikel von dir sehr gespannt.

    Viele Grüße,

    Daniel

    • Christian sagt:

      Hallo Daniel,

      danke Dir – es ist schön zu hören, dass ich mit meinen Artikeln dazu beitrage das Leben mal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Daniel sagt:

    Hi Christian,
    der Artikel spricht mir mehr oder weniger aus der Seele.
    Soweit wie Ihr sind wir leider noch nicht. Selbst suchen wir noch jeden Tag eine Möglichkeit uns selbst außerhalb der Norm zu verwirklichen. Der erste wirkliche Schritt in die Richtung ist bei uns nächstes Jahr der AT. Einfach mal die Zeit haben alles zu reflektieren und ohne äußeren Einfluss (zumindes negativen) zu finden, was wir wirklich vom Leben wollen.

    Wann geht es bei euch denn nächstes Jahr los? Steht schon ein genauerer Zeitraum fest?
    Vielleicht läuft man sich ja Abends am Feuer mal über den Weg.

    Gruß Daniel

    • Christian sagt:

      Hey Daniel,

      wenn man den ersten Schritt erstmal gewagt hat, dann geht alles weitere ganz von selbst. Man darf halt nur nicht zu „blauäugig“ an die Sache rangehen – das Leben hat immer „Höhen & Tiefen“ egal wie Du versuchst es zu gestalten. Bedauerlich ist es aus meiner persönlichen Sicht einfach nur, wenn man sein Leben lang vor sich hinvegetiert, sich in falsche Sicherheiten flüchtet und niemals versucht seine ganz persönliche Form von Glück zu finden – was ist ein Leben ohne Abenteuer & Erfüllung schon wert?

      Wir werden wieder Mitte März 2105 auf den AT starten, ein genaues Datum haben wir aber noch nicht. Klar, wäre super wenn man sich mal über den Weg läuft! 😀 Wann startet Ihr denn? Macht Ihr auch den Approach Trail und wie kommt Ihr zum Trail – geht Ihr ins Hiker Hostel in Dahlonega?

      Wünsche Euch in jedem Fall viel Erfolg auf dem AT – lasst es ruhig angehen und geniesst die Atmosphäre, das ist viel wichtiger als Meilen zu machen oder Kalorien zu zählen. 😀

      Viele Grüße, Christian

  • Daniel sagt:

    Eile haben wir nicht. Gerade am Anfang wollen wir ganz ruhig weg machen. Haben diesen Herbst schon den Rennsteig hinter uns gebracht und gelernt wo momentan unsere Grenzen liegen.
    Wir werden am 10.03. in den Flieger steigen. Am 12.03. geht es dann für uns nach einer Nacht im Hiker Hostel natürlich am Approach Trail los. 😉
    Interessant war am Rennsteig bei mir, dass mich die Tage im Wald wieder etwas geerdet haben. Wenn man sich über ein Jahr auf so eine Tour vorbereitet, schleicht sich langsam still und leise so eine romantische Vorstellung des Trips ein. Die Realität hat mich dann eher an meine BW Zeit erinnert. (inkl. harter Arbeit, kalten Nächten und der schönen Natur). Bei meiner Freundin war es lustiger weise andersrum. Sie hat sich Anfangs doch schon etwas mehr Gedanken gemacht und dann gemerkt, so bösartig ist der Wald garnicht. 🙂

    • Christian sagt:

      Es zu Beginn ruhig angehen zu lassen ist sicherlich kein Fehler. 😉

      Wir überlegen zur Zeit noch, ob wir ins Hiker Hostel gehen oder eine Nacht in Atlanta bleiben und dann mit „Survivor Daves Trailshuttle“ nach Amicalola Falls fahren.

      Auch wenn der AT körperlich gerade am Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, so solltet Ihr Euch eine gewisse Romantik bewahren… 😉 …denn durch den Zusammenhalt der Hiker und die Abende am Lagerfeuer tritt die Anstrengung schon etwas in den Hintergrund.

      Melde Dich doch mal per eMail bei mir…dann kann ich Dich auf dem Laufenden halten wenn wir einen festen Termin haben und wir können vielleicht auch unterwegs auf dem Trail Kontakt halten. Dann könnten wir uns evtl. auf den TrailDays in Damacus treffen – das lässt sich fast kein Thru Hiker entgehen. 😉

  • Carina sagt:

    Hallo Christian,

    dein Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich kenne dieses Gefühl von einfach nur Freiheit und Glück aus diesen gesellschaftlichen Zwängen entflohen zu sein aus meiner Zeit in Afrika letztes Jahr.
    Ich habe dort in einem Zelt gewohnt mitten im Busch in der Kalahari. Es gab nicht viel, aber man war trotzdem froh. Als ich wieder zurückgekommen bin, fiel mir die Einreihung sehr schwer und ich fühlte mich deplatziert.
    Aber das komische ist ja – man rutscht wieder so rein. 1,5 Jahre später ist man wieder voll auf dem alten Kurs und kann sich kaum wieder aus diesem Fängen befreien.
    Vielleicht muss ich mich einfach mal wieder besinnen und zurückerinnern an meine Zeit in Afrika. Dann kommt vielleicht auch mein Wille und die Rebellion wieder 😉

    Freue mich auf die Fortsetzung der Reihe.
    Liebe Grüße,
    Carina

    • Christian sagt:

      Hallo Carina,

      die entscheidende Frage ist ja – fühlst Du dich in den „Fängen“ des alten Kurses wohl? Oder war die Zeit im Zelt in Afrika nicht doch erfüllender? 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Jannis sagt:

    Sehr cool auf den Punkt gebracht, was ich schon lange fühle, aber nur schwer umschreiben konnte.

    Klasse!

  • Nima sagt:

    Hi Christian,
    beim Lesen dieses Artikels habe ich mich absolut wiedergefunden – du schreibst mir aus der Seele!
    Wir wollen im Herbst nächsten Jahres aussteigen bzw. in ein 34 Jahre altes Wohnmobil umsteigen und uns dann in Spanien/Portugal zurückziehen. Bis dahin passe ich mich, so gut es geht, in das System ein, ecke aber ständig an.

    Meine beiden Hunde stellen einen guten Ausgleich zu dem ganzen Chaos dar Sie leben vollkommen im Hier und Jetzt leben und für sie hat der ganze alltägliche Mist keinerlei Bedeutung.

    Und nicht nur Daumen hoch für diesen Artikel, sondern auch dafür, dass du immer auf Kommentare reagierst. Davon könnten sich einige Bloggerkollegen eine Scheibe abschneiden…:-)

    Liebe Grüße
    Nima

    • Christian sagt:

      Hallo Nima,

      erstmal Danke für Dein Lob – toll, dass Du dich in diesem Artikel wiederfindest! Auch wenn es manchmal ein paar Tage dauern kann, aber natürlich antworte ich auf alle Kommentare hier im Blog, der Austausch mit den Lesern ist ja einer der Gründe warum es feel4nature gibt. 😀

      Wir hätten auch gerne einen oder mehrere Hunde – doch dafür sind wir einfach zu viel auf Achse…da muss man den Tieren zu liebe vernünftig sein. Aber vielleicht wird das ja eines schönen Tages noch was. Mit dem Ausgleich hast Du sicherlich recht.

      Ich wünsche Dir in jedem Fall viel Erfolg mit Euren „Aussteiger-Plan“…freu mich, wenn Du mich auf dem Laufenden hältst. 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Hartmut sagt:

    hi Christian,

    einfach Klasse. Ich hoffe du findest irgendwann deine Hütte. Dem Glück bist du ja schon dicht auf den Fersen 😉

    das beste für euch und den Mann mit Bart

    Grüße

    • Christian sagt:

      Hallo Hartmut,

      danke Dir für Deinen Zuspruch…

      Ob es dann für uns tatsächlich in einer Hütte in der „Wildnis“ oder am Meer endet,…wer weiß das schon. Wir versuchen einfach so gut es geht unser Leben nach unseren individuellen Vorstellungen zu gestalten und das gelingt uns mittlerweile tatsächlich ganz gut. 😉

      Beste Grüße, Christian

  • sego sagt:

    ich finde die oben zitierte Passage aus FightClub schrecklich. Appeliert sie doch wieder nur an die Anerkennungssucht, mit der wir Tag für Tag an der Nase herumgeführt werden. Warum haben die Menschen denn Angst vor der Meinung anderer? Weil sie anerkennungssüchtig sind.
    Es spielt überhaupt keine Rolle ob man als „jemand“ oder „niemand“ stirbt. Ich finde es viel bedenklicher, dass hier alles immer Kampf sein muss – egal ob innerhalb oder außerhalb der Gesellschaft. Diese Gesellschaft entstand doch erst aus dem Bedürfnis heraus, mehr Sicherheit zu haben. Hungersnöte, Krankheiten, Wasserknappheiten etc. zu besiegen. Das ist in der westlichen Gesellschaft erreicht. Und trotzdem kommen die negativen Aspekte wieder durch, nur in anderer Form.
    Ich bin inzwischen der Meinung, dass diese Welt schlecht ist. Egal wer sie geschaffen hat, sie hat den Zweck das Individdum auf seine Zähigkeit zu prüfen. Es ist in sich ein Automatismus, dass der Kampf immer wieder zum dominanten Lebensaspekt wird. Auf dieser Welt ist im Kern etwas faul. Man betont z.B. gerne, dass wir in der westlichen Gesellschaft Tiere schlecht behandeln obwohl es keine Notwendigkeit mehr dazu gibt. Ja. Nur werden Tiere auch in der Natur draußen grausam getötet. Sicherlich zu Ernährungszwecken und nicht unnötig. Aber der gemeinsame Nenner ist doch das grausame Töten. Das wird man einfach nicht los. Und so ist das überall. Egal was man versucht, die negativen Aspekte suchen sich immer wieder ihren Weg an die Oberfläche.

    • Christian sagt:

      Hallo Sego,

      erst einmal vielen Dank, dass Du dir die Zeit für einen so ausführlichen Kommentar genommen hast – doch Deine Meinung teile ich leider nicht…

      Auch wenn das Zitat aus Fight Club in einem anderen Artikel von mir steht – so glaube ich einfach, dass Du den Kern des Buches / Filmes nicht verstanden hast…denn es geht eben nicht um irgendeine Form von „Anerkennung“ sondern gerade darum diese Sucht nach Bestätigung abzulegen. Wenn es so etwas wie Freiheit in unserer Welt noch gibt, dann ist es sicherlich der erste wichtige Schritt sich von der Meinung anderer zu lösen.

      Ob man als „Jemand“ oder „Niemand“ stirb bezieht sich in Fight Club auch nicht auf ein Geltungsbedürfnis sondern lediglich darauf wie man sein Leben füllt – tust Du dein Leben lang lediglich die Dinge die man von Dir erwartet…, dann stirbst Du als „NIEMAND“. Wenn Du aber Dein Leben mit den Dingen fühlst die Dich glücklich machen, wenn Du deine Träume erfüllst und eine Geschichte zu erzählen hast…dann bist Du „JEMAND“. That’s all…

      Aus welchem Bedürfnis unsere Gesellschaft letztlich entstand – kann wohl niemand von uns mit Sicherheit sagen, viel wichtiger ist aber auch das was aus ihr geworden ist. Die allgegenwärtige „SICHERHEIT“ von der Du sprichst ist nichts weiter als ein Irrweg, der uns und unser falsches Denken beruhigen soll. Zum einen ist nichts im Leben sicher und zum anderen führt diese Sicherheit nur zu einem trostlosen und erbärmlichen Leben. Ich persönlich kann nichts guten daran finden 80 Jahre lang ein monotones Leben zu führen um dann am Ende elendig in einem Altenheim das zeitliches zu segnen. Vielleicht kennst Du ja das Zitat:“Es ist nicht der Tod den ich fürchte, sondern die Tatsache niemals wirklich gelebt zu haben…!“

      Auch Deine Äusserungen zum Thema Kampf, grausamer Tod & Tierhaltung gehen für mich an der Realität weit vorbei und zeigt mir einmal mehr, dass wir Menschen einfach vergessen haben wie das Leben natürlicherweise funktioniert. Denn natürlich ist das Leben immer eine Form von Kampf wenn Du es so nennen willst – es ist nunmal die Grundlage der Evolution, dass sich der Stärkere durchsetzt und dieses Prinzip werden auch wir Menschen nicht für immer ausser Kraft setzen. Zudem ist der Tod Ansicht nichts grausames, auf welche Art er auch immer eintreten mag…das Tod ist einfach nur ein Teil des natürlichen Kreislaufs des Lebens – alles andere ist eine reine Interpretation von uns Menschen.

      Daher finde ich es persönlich grundsätzlich auch nicht verwerflich Fleisch zu essen – auch das entspricht einfach der Natur. Der entscheidende Punkt beim Thema Tierhaltung und Fleischproduktion ist einfach, dass wir nur dafür Tiere „produzieren“ als wären sie Dinge, sie gefangen halten und an einem natürlichen Leben in der Natur hindern und die Krone setzen wir dem ganzen dann auf indem wir Tonnen an Tierfleisch aus „Profitgier“ auf den Müll werfen… 🙁

      Beste Grüße, Christian

      • sego sagt:

        Hallo,

        ich muss zuerst gestehen, dass ich FightClub weder gelesen noch gesehen habe. Ich bezog mich demnach ausschließlich auf das Zitat. Was der Film ansich aussagen will, weiß ich nicht.
        Ich stimme dir im Großen und Ganzen zu, dass ein Leben in der Natur mit der Natur besser wäre, als diese Konsumgesellschaft, wo eine Hand voll Menschen frei sind, die restlichen 99% dafür brav funktionieren müssen um alles am laufen zu halten – und damit im Prinzip sozusagen ihr Leben verkaufen. Das kanns nicht sein.
        Ich habe vor einiger Zeit eine Dokumentation über die Indianervölker Kanadas gesehen. Bei denen verlief es auch so, dass sie ihren Lebenssinn mit der „westlichen Lebensweise“ verloren. Es begann die Suche nach Ersatzbefriedigung. Süchte sind die Folge dieser Suche. Ob das Konsumsucht, Alkoholismus, Spielsucht oder andere, gesellschaftlich anerkannte Süchte (z.B. Arbeitssucht) sind, spielt meiner Ansicht nach keine Rolle. Sie scheinen alle Resultat des Verlustes der Verbindung mit der Natur zu sein. Ergo denke ich schon, dass dein Weg eine Besserer ist als dauerhaft nur Zahnrad dieser Konsumgesellschaft zu bleiben.

        Aber … ist die Natur wirklich der alleinige Heilsbringer ? Immerhin haben die Menschen die Natur lange als Feind angesehen, der einem nichts als Schwierigkeiten bereitet und „gebändigt“ werden muss. Und auch das hat seinen Grund. Du scheinst das nicht zu hinterfragen. Zumindest sieht es für mich so aus durch Äußerungen wie: „natürlich ist das Leben immer eine Form von Kampf“, „es ist nunmal die Grundlage der Evolution, dass sich der Stärkere durchsetzt“. Sicherlich ist das ein brauchbarer Weg, weil man im Endeffekt als Mensch sowieso nix daran ändern kann. Aber ich kann das nicht. Ich empfinde eine Welt, die nach solchen Gesetzen funktioniert, als widerwärtig und nicht lebenswert. Klar ist die Natur auch schön – aber der Teufel kommt bekanntlich immer im Engelsgewand zur Tarnung. Dauerhafte Harmonie ist in dieser Welt schon aufgrund dieser Naturgesetze nicht vorgesehen. Und das allein reicht mir um mir mein Bild über den Schöpfer dieser Welt zu machen.

        Natürlich ist das keine feststehende, unabänderliche Sichtweise. Ich kann nur beobachten und daraus schlussfolgern. Und das ist aktuell das Resultat. Wenn du Gründe kennst, die dem widersprechen, kannst du sie gernen nennen.

        Viel Spaß und Freiheit weiterhin …

        • Christian sagt:

          Hallo Sego,

          die 99% der Menschen – die wie Du sagst ihr Leben verkaufen – treffen diese Entscheidung letzten Endes ganz allein…auch wenn sie nur allzu gern andere dafür verantwortlich machen. Im Bezug auf die „westliche Lebensweise“ hast Du vollkommen recht…diese ist nur darauf ausgelegt die Menschen „einzulullen“ und ich persönlich glaube feste daran, dass der damit einhegende Verlust der Naturverbundenheit und der Glaube wir Menschen hätten alles im Griff – noch ganz tragische Folgen haben wird.

          Natürlich ist die Natur kein Heilsbringer…das will sie auch gar nicht sein und wohin der Versuch führt diese zu bändigen, das können wir ja alle sehen – solange wir nicht die Augen davor verschliessen.

          Entscheidend ist, dass auf unserem Planeten ein natürlicher Kreislauf herrscht, nur wir Menschen interpretieren ein „Gut“ oder „Böse“ in diesen Kreislauf hinein und versuchen Ihn deshalb zu beeinflussen – oder empfinden ihn gar als widerwärtig und nicht lebenswert…wie Du es nennst.

          Ich hoffe für Dich, dass Du deinen persönlichen Lebensweg findest und wünsche Dir schöne Feiertage.

          Beste Grüße, Christian

  • Rainer sagt:

    Hallo Christian,
    spannender Artikel. Ich habe das Gefühl ich bin ,,kurz“ davor auszusteigen. Ich durfte mit nem Kumpel bereits erste Erfahrung im kostengünstigen Reisen auf Mallorca und an der Cote D Azur machen…in dem wir nur draußen übernachtet haben und somit sehr viel Geld gesparrt haben.
    Ich muss zugeben…es war nicht immer einfach und ab und zu hat die Angst gesiegt und wir sind zurück ins Auto gegangen zum Schlafen.
    Aber wenn ich zurück denke…war das eine mega geile Erfahrung und Zeit. Es ist zwar irgendwie schon bissle anstrengend immer nen ,,passenden“ Schlaf-Platz zu finden…sofern man weiterzieht…aber ich vermute…da kommt mit der Zeit ne gewisse Routine.

    Ich würde gerne mein Wunsch – Leben am Bodensee…genauer gesagt in Radolfzell realisieren…aber bisher mag mir das noch nicht so recht gelingen. Ich ziehe mir gerade massenhaft Bücher und Blog-Beiträge rein um auf die ein oder andere Idee zu kommen….welche mir den Ausstieg/Umstieg erleichtert bzw. ermöglicht.

    Ich wünsche Dir noch ne tolle Zeit und DANKE!

    Rainer

    • Christian sagt:

      Hallo Rainer,

      schön, dass Dir mein Artikel gefällt…!

      An das „Draussen“ Übernachten und die bei vielen damit verbundenen Ängste gewöhnt man sich mit der Zeit.

      Ich drücke Dir die Daumen, dass sich Dein Lebenstraum für Dich erfüllt und freue mich, wenn Du mal wieder in meinem Blog vorbei schaust.

      Beste Grüße & schöne Weihnachtsfeiertage, Christian

  • Christiane sagt:

    Hallo Christian,
    toller Artikel und tolle Webseite, die ich gerade erst über eine FB-Einblendung gefunden habe.
    Was du sagst, ist für mich vollkommen vertraut. Auch wir sind ausgestiegen, leben das Sommerhalbjahr in einem Wohnwagen direkt am Strand der Ostsee, im Winter in einer ansonsten vermieteten Wohnung auf Helgoland (hier tobt gerade ein Orkan) und zwischendurch noch kurz in Hamburg.

    in Hamburg zu sein ist immer die anstrengendste Zeit, die wir für körperliche und technische „Reparaturen“ nutzen. Obwohl wir eigentlich in unserer eigenen Blase leben und nicht so viel von Hamburg mitbekommen, reichen der dauernde Lärmpegel und die Luft, die nicht nach Luft riecht aus, dass wir uns ganz schnell wieder in die Natur zurücksehnen.

    Besonders eigenartig kommt es uns immer vor, dass wir gar nicht richtig mitbekommen, was für ein Wetter ist. Ist es morgens kalt oder warm, regnet es, ist es windig? Wird es tagsüber wärmer? Hat eigentlich die Sonne geschienen? In der Wohnung ist so ein künstlich konstantes Klima, und auch Spaziergänge ändern an diesem Gefühl nichts. Ich glaube, dadurch fühle ich mich am meisten von der Natur isoliert.

    Lieber morgens in der Kälte aufwachen, sich warm anziehen, vielleicht einheizen. Aber das wirkliche Leben spüren.

    Danke für deinen Aussteigerblog!
    Christiane

    • Christian sagt:

      Hallo Christiane,

      danke Dir für Dein Lob!

      Was Du schreibst – gerade über Eure Zeit in der Stadt – kann ich sehr gut nachvollziehen, genau so geht es uns auch. Daher versuchen wir ähnlich wie Ihr so wenig Zeit wie möglich in größeren Städten zu verbringen…

      Beste Grüße, Christian

  • Veronika sagt:

    Hallo Christian!

    Ein interessanter Artikel ist das. Ich tu mir trotzdem schwer damit. Aussteigen, weil einem die Gesellschaft nicht passt, ist ein Weg, der nur wenigen Privilegierten vorbehalten ist. Aussteigen und verbal auf das System hinhauen erzeugt ebenfalls ein komisches Gefühl bei mir.

    Nur ein kleines unbedeutendes Beispiel: wenn alle aussteigen, wer wird dann deine Flipflops (auf einem der Bilder zu sehen) herstellen oder das Zelt nähen?

    Aussteigen geht doch nur, weil es die breite Masse eben nicht tut. Und schließlich ist die heutige Gesellschaft nicht nur eine konsumorientierte – wobei es da durchaus auch Gegenbestrebungen gibt, bitte, ich muss ja nicht – sondern sie gibt uns auch vor, um jeden Preis glücklich sein zu wollen und unser Leben selbstbestimmt zu leben. Doch genau das bleibt nur wenigen vorbehalten, wir können es uns aussuchen, ob wir für ein paar Monate in der Wildnis wandern.

    Was eigentlich, wenn du krank wirst oder dich verletzt? Bist du dann so konsequent und hilfst dir mit den Mitteln der Natur, oder kehrst du zurück in die so ungeliebte irregeleitete Gesellschaft, damit du bestmöglich versorgt bist?

    Es ist gut, wenn diese Art zu leben für dich passt. Möge ein jeder sein Leben nach seiner Fasson gestalten, solange er dem nächsten nicht weh tut. Ich werde übrigens nicht aussteigen. Ich sehe meine Aufgabe woanders.

    LG, Veronika

    • Christian sagt:

      Hallo Veronika,

      erstmal ist es schön, dass Dich der Artikel so sehr „gefesselt“ hast, dass Du gleich einen „Kommentar“ hier gelassen hast. 😉 Lass mich Deine Worte mal von „hinten aufrollen“ – denn mit einem hast Du zweifelsfrei recht…jeder soll so leben wie es für Ihn passt – auch wenn man dazu leider sagen muss, dass der Großteil der Weltbevölkerung nicht annähernd die Chance dazu hat.

      Nunja, ich glaube einfach Du siehst das alles etwas „streng“ – denn mir geht es weder darum Menschen zu bekehren oder die Welt zu verbessern, noch ist das „Aussteigen“ für mich ein Dogma oder eine Art von Protest. Ich bzw. wir versuchen einfach unser Leben so zu leben wie es uns gefällt, aber nur weil wir mit den „Auswüchsen der Gesellschaft“ nichts anfangen können – heißt das noch lange nicht, dass wir den „Faden zur Realität“ verlieren müssen…daher darf ich auch „Flip-Flops“ tragen, mal fernab davon, dass ich wo immer es geht barfuss laufe und die besagten „Flip-Flops“ schon etliche Jahre alt und ziemlich „abgerantzt“ sind. 😉

      Aber zurück zum Thema – wenn Du das so wahrnimmst, dass die heutige Gesellschaft nicht ausschliesslich konsumorientiert ist, dann verschliesst Du glaube ich die Augen vor der Realität.

      Diesen Satz: „Aussteigen geht doch nur, weil es die breite Masse eben nicht tut.“ – habe ich bestimmt schon 1.000 Mal gehört und offen gesagt, ist er vom Inhalt her zumindest auf unsere Lebenseinstellung bezogen absoluter Quatsch, denn wir könnten unser Leben sicherlich auch so organisieren, dass wir all die Dinge die wir brauchen selber herstellen…wenn es denn nötig wäre – bei einigen Dingen ist das sogar jetzt schon so.

      Was Dein Argument im Bezug auf Krankheit oder Verletzungen angeht – so kann ich Dir nur sagen, dass ich schon seit etlichen Jahren nicht mehr bei einem Arzt war – ich bin nicht einmal geimpft, obwohl wir ständig auf fernen Reisen unterwegs sind. Auch wenn Du es wahrscheinlich nicht verstehen wirst, aber ich lege keinen Wert darauf im ernsten „Krankheitsfall bestmöglich versorgt zu sein“ – das ist nämlich auch nicht mehr als ein Dogma unserer Gesellschaft. Wir tun alles dafür möglichst lang zu leben – was im übrigen wahrscheinlich auch gleichzeitig unser größtes Problem ist – aber machen dann nichts daraus. Da sind wir halt anders, wir tun die Dinge die wir mögen und lieben jeden Tag (natürlich klappt das nicht immer ausnahmslos), daher ist es nicht wichtig wie lange man lebt…es ist ausschliesslich die Lebensqualität die zählt und nicht die Quantität. Aber damit wirst Du wahrscheinlich nicht allzu viel anfangen können…

      Auch wenn wir bei dem Thema wohl nicht wirklich auf einer „Wellenlänge“ liegen, freut es mich zu hören, dass Du deine Aufgabe offensichtlich gefunden hast…was immer es auch sein mag.

      Beste Grüße, Christian

      • Veronika sagt:

        Hallo Christian!

        Die Flip-Flops waren ein Sinnbild. Du kannst in was auch immer du willst herumlaufen. 😉 Für mich ist das ein Sinnbild, dass ich mich zwar von der Gesellschaft abkehren kann, dass ich aussteigen kann, dass ich aber immer das eine oder andere mithaben werde, das von jemandem hergestellt wurde, der eben nicht ausgestiegen ist. Das wir alle miteinander verbunden sind. Ob ich das jetzt will oder nicht.

        Du unterstellst mir, ich könne nicht verstehen, dass Lebensqualität vor Quantität kommt. Das finde ich stark. Ich habe kein Verlangen danach, von Maschinen am Leben gehalten zu werden, nur weil es eben möglich ist. Aber was weiß ich, was ich für ein Bild bei dir hinterlassen habe, weil ich mich kritisch geäußert habe. Weil ich da in dieser Gesellschaft bleibe. Freiwillig! Bedeutet das, dass ich mein Hirn ausgeschaltet habe? Dass ich lustig fröhlich konsumieren muss. Nein, muss ich nicht. Es gibt nicht nur schwarz und weiß.

        Ja, du hast Recht, wir Menschen sind nur ein Fliegenschiss auf der Erde und noch viel weniger im Universum. Wir Menschen sind eine Spezies wie andere Säugetiere oder die Dinosaurier. Wir sind viele. Wir kamen und wir werden wieder gehen.

        Vielleicht bin ich gerade all der Beiträge etwas überdrüssig, in denen ich immer nur lese, dass man nur für sein eigenes Leben verantwortlich sei, dass man rückblickend sagen können will, dass man ein erfülltes Leben hatte. Wo es immer nur um Selbstbestimmung und das eigene Glück geht. Auch ein Zeichen unserer Zeit. Lifestyle! Von Verantwortung ist da nie die Rede. Bestenfalls gegenüber einem selber.

        Meine ganz persönliche Meinung ist, wenn ich mich heute aus der Gesellschaft zurückziehe, dann verzichte ich auf meine Möglichkeit, selber mitzugestalten. Was macht eine Gesellschaft aus? Die Meinung von vielen. Und dann seilen sich die wenigen kritischen Stimmen in die Wildnis ab. Was bleibt dann übrig?

        Wir werden wohl auf keinen grünen Zweig kommen. Aber das muss auch nicht sein. Es gibt soviele Meinungen wie Menschen. Das macht das Leben bunt. 🙂

        Auch dir beste Grüße,
        Veronika

        P.S. Natürlich hat mich dein Beitrag „angerührt“. Natürlich bringt er mich zum Nachdenken. Ich lasse sogar noch einen Kommentar da. *gg*

        • Christian sagt:

          Hallo Veronika,

          …wenn ich das so richtig sehe, dann liegen unsere Meinungen ja stellenweise gar nicht so weit auseinander. Allerdings wollte ich Dich keinesfalls angreifen o.ä., denn jeder ist ganz alleine für sein Leben verantwortlich und wer bin ich, dass ich das Recht hätte da eine „Bewertung“ vorzunehmen – sprich, letzten Endes kann ich nur für mich selber sprechen.

          Natürlich hast Du Recht damit, dass man fast immer irgendwie mit einem Teil der Gesellschaft verbunden bleibt…wie. z.B. mit den Flip-Flops. Aber genau das meine ich damit, dass ich daraus kein Dogma machen will…natürlich mache ich mir es so einfach wie möglich, aber ich bin mir sicher dass ich auch gut zurecht kommen würde wenn ich nicht auf das ein oder andere „Konsumgut“ zurückgreifen könnte. Wobei bei den Flip-Flops dann noch die ethische Frage bestehen würde, inwiefern der unterbezahlte Junge aus China oder Bangladesch – der die Flip-Flops wahrscheinlich gefertigt hat – denn wirklich zu unserer Gesellschaft gehört…

          Womit Du zweifelsfrei richtig liegst – ist die Tatsache, dass ich mit meinem „Ausstieg“ größtenteils auf die Möglichkeit der Mitgestaltung unserer Gesellschaft verzichte. Offen gesagt, habe ich das aber vollkommen bewusst entschieden, da ich glaube, dass es leider nichts mehr zu gestalten gibt. Allerdings merke ich auch, dass ich mit unserer Lebensweise und unserem Blog auch einige Menschen erreiche…die durch meine Artikel zumindest einmal einige Dinge in Ihrem Leben in Frage stellen – das ist ja auch eine gewisse Art der Einflussnahme. 😉

          Wünsche Dir alles Gute, Christian

  • Christoph sagt:

    Christian, du sprichst mir aus der Seele! Danke, dass du mir damit auch gezeigt hast, dass ich nicht alleine mit solch einer Einstellung dastehe. Weiter so, motiviere, inspiriere, sei ein Beispiel. Und bitte ende dann auch wirklich in der einsamen Hütte. Ohne darüber zu berichten 😉

    • Christian sagt:

      Hey Christoph,

      ich glaube wir „Gesellschaftsmüden“ werden sogar immer mehr – aber es ist wirklich nicht einfach einen für sich gangbare Weg zu finden.

      Ob wir eines Tages dann in der besagten Hütte enden, werden wir sehen…leider ist ja auch das in der Gegenwart nicht so einfach zu realisieren – aber wir werden auch in Zukunft unser „Ding“ machen…schauen wir mal wohin das führt.

      Erst einmal geht s für uns jetzt 6 Monate auf den Appalachian Trail – das ist schonmal eine gute Auszeit von all dem gesellschaftlichen Wahnsinn. 😉

      Drücke Dir die Daumen, dass auch Du deinen Lebensweg findest – der Dich erfüllt.

      Beste Grüße, Christian

      • Christoph sagt:

        Christian, Ich würde dir gerne eine Frage zu deiner Motivation für diesen Blog stellen.
        Ich hatte auch mal eine Weile einen Reiseblog geschrieben, dessen Grundprinzipien sich deinen sehr ähnelten. Irgendwann fühlte ich mich dann aber ständig einem Gegensatz ausgesetzt. Auf der einen Seite versuche ich ein „echteres“ Leben zu führen, mich auf die reale Welt und Natur zu konzentrieren und diese zu erfahren. Auf der anderen Seite arbeitete ich in einer Online-Welt und kümmerte mich um Layouts, Social Media Follower und Trafficzahlen.
        Wie gehst du für dich ganz persönlich mit diesem Gegensatz um? Das ist keine Kritik, im Gegenteil! Ich bin sogar etwas neidisch, dass du deine Ideen von einer alternativen nicht-konservativen Lebensweise mit dem motivierten und inspirierendem Führen dieses wunderbaren Blogs hier verbinden kannst. Wie schaffst du es, nach wochenlangen Wanderungen wieder tagelang auf einen Bildschirm zu starren um das hier alles auf die Beine zu stellen?

        • Christian sagt:

          Hey Christoph!

          Keine Sorge – ich verstehe Deine Frage nicht als Kritik und selbst wenn wäre das auch Dein gutes Recht…schon alleine, da Deine Frage „voll ins Schwarze trifft“.

          Ich wünschte ich könnte Dir das hier so locker in ein paar Zeilen beantworten, aber die Wahrheit ist wohl eher, dass ich auf diese Frage für mich selbst auch keine endgültige Antwort habe…

          Es ist zwar weniger der Blog, denn der ist eine Herzensangelegenheit und ich freue mich sehr darüber, dass ich über feel4nature immer wieder mit Menschen in Kontakt komme, die ähnlich denken wie wir…zudem freut es mich auch, wenn ich dem ein oder anderen vielleicht eine Inspiration sein kann seinen ganz persönlichen Lebensweg zu finden oder auch nur Mut machen kann eine Unternehmung, Wanderung oder Reise anzugehen die ihm am Herzen liegt – aber ich bestreite ja als Mediendesigner, Programmierer & Content/Social Media Marketeer auch einen Teil der Kosten für unsere Unternehmungen…und das ist schon irgendwo ein „fauler Kompromiss“ – keine Frage.

          Allerdings glaube ich, dass es genau darauf im Leben ankommt – Kompromissbereitschaft ohne sich selbst und sein Ziel aus den Augen zu verlieren und eine ständige Weiterentwicklung – auch wenn das manchmal sicherlich nicht einfach ist.

          Letzten Endes ist dies auch die Antwort auf Deine Frage – ich schaffe die Dinge, die ich vor allem neben diesem Blog hier umsetze, gerade da wir ein Ziel vor Augen haben…nämlich möglichst unabhängig zu Leben und unsere Träume zu verwirklichen. Dabei sind wir, im Vergleich zu anderen Menschen die von einer gewissen Freiheit träumen, schon ein ganzes Stück des Weges gegangen…aber auch in unserem Leben gibt’s natürlich Kompromisse – auch wenn wir weiter daran arbeiten, dass es immer weniger werden.

          Ich hoffe das beantwortet Deine Frage… 🙂

          Beste Grüße, Christian

  • Astrid sagt:

    wir sind auch sog. „Aussteiger“ , wobei ich eher sagen würde wir sind dort angekommen wo wir hin wollten und ich gebe dir 100% Recht. Viele Dinge nehmen im „normalen“ Leben einen viel zu hohen Stellenwert ein und gerade Dinge, die man überhaupt nicht braucht. Das stellt man auf Reisen ziemlich schnell fest, genauso aber umgekehrt, Dinge die wir daheim für selbstverständlich halten, werden auf einmal zum Luxus. Da ich grade in der Trockenzeit in Phnom Penh sitzt kann ich das Beispiel Wasser anführen. es ist nicht einfach für die Menschen hier und daher auch nicht für uns, auf dem Land an einigermaßen sauberes Wasser zu gelangen.

    Reisen oder Aussteigen verändert die persönlichen Werte völlig oder vielleicht steigt man ja auch deshalb aus, weil die persönlichen Werte nicht mehr zur westlichen Konsumgesellschaft gepasst haben? Wer weiß?

    Gute Reise
    Astrid

    • Christian sagt:

      Hallo Astrid,

      Du hast vollkommen recht – wenn man ursprünglich reist, erkennt man schnell welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind und zumindest bei uns hängt der Ausbruch aus dem „Hamsterrad“ damit zusammen, dass wir uns in der westlichen Konsumgesellschaft nicht mehr wirklich einordnen können…

      Beste Grüße aus den Appalachen, Christian

  • Lory sagt:

    He Christian,

    ich habe jetzt ein bisschen deine Seite durchstöbert und kann deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen.

    Am meisten stört mich an dieser Gesellschaft, dass man als Andersdenkender belächelt wird. Wenn du alltägliche Dinge in Frage stellst, bist du gleich ein Spinner oder „malst den Teufel an der Wand“. Ich hab mir abgewöhnt mit anderen über tiefsinnige Aspekte unseres Lebens zu diskutieren, sie würden es eh nicht verstehen. Ich fühle mich ähnlich ruhelos, suche meinen Platz in der Welt und weiß nur, dass er hier nicht ist. Es kostet Kraft, jeden Tag aufzustehen und das Hamsterad am Laufen zu halten. Ich hatte bisher leider nicht den Mut auszusteigen, Geld ist in der Tat eine viel genutzte Ausrede aber auch der Aspekt, es alleine zu wagen, ist nicht zu unterschätzen.

    Was der Rest der Gesellschaft davon hält, sollte, denk ich, jedem Aussteiger egal sein. Schließlich werden sie nie dort ankommen, wo ihr seid, nie die Erfüllung und Zufriedenheit finden, die ihr gefunden habt und sie werden nie wirklich erfahren, was leben heißt.

    In diesem Sinne, bon voyage!

    • Christian sagt:

      Hallo Lory,

      schön dass Du unsere „Gedankengänge“ nachvollziehen kannst…

      Wir haben mittlerweile unseren Frieden mit der Welt gemacht und kümmern uns herzlich wenig darum, was andere über uns denken. Wir machen einfach unser Ding – haben aber den Vorteil, dass wir eben zu zweit sind und uns hervorragend verstehen und ergänzen. Das gibt uns in vielen Situationen Kraft…

      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du deinen ganz persönlichen Lebensweg findest und gehst…lass Dich nicht „unterkriegen“!

      Beste Grüße von den Malediven, Christian

  • Monique sagt:

    Hi Christian,

    sehr genialer Artikel …du bringst es echt auf den Punkt! Nach unserer Namibia-Rundreise, wo wir auch einfach fast immer nur in der Natur unterwegs waren, kann ich das auch noch viel mehr nachvollziehen! Da denkt man dann schon doch etwas anders. Vor allem, wenn man sieht, wie die Menschen dort leben. Da kommt einem das hier doch alles ziemlich dekadent vor!

    Regt zum Nachdenken an! Ich will am liebsten auch „raus“.

    Danke für deine Gedanken ..
    lg Monique

    • Christian sagt:

      Hallo Monique,

      es freut mich, dass Du meine Gedanken und Einstellungen nachvollziehen kannst…

      Wir haben uns schon lange von dem „08/15“ Leben verabschiedet, dass so viele Menschen in der westlichen Welt führen. Diese ganze „Hatz“ um Annerkennung und Materiellen Besitz führt auf Dauer zu nichts und auch die Werte unserer Gesellschaft sind mittlerweile vollkommen aus der Bahn geraten.

      Du hast vollkommen recht – gerade wenn man sieht wie einfach, aber doch glücklich viele Menschen um den Globus leben…dann muss man sich fragen wo unser kapitalistisches und dekadentes System uns hinführen mag. Für uns ist das schon lange keine Alternative mehr…

      Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei, Deinen persönlichen Lebensweg (Austieg) zu finden! 🙂

      Beste Grüße von den Malediven, Christian

  • Sam sagt:

    Hallo Christian,
    super Artikel und super Seite. Habe Dich vor kurzem über die 5-Euro Reisenden gefunden (durch Dein Interview). Einige Tipps werde ich mir abgucken, zum Beispiel habe ich schon Teebaumöl gekauft!
    Mir geht die heutige Gesellschaft auch auf den Keks. Leider bin ich (noch) nicht gut genug darin meine Geschichten zu vermarkten, aber das kommt sicher mit der Zeit.

    Eine Frage stellt sich mir dann doch: Irgendwie seid ihr beide ja dann doch ein Teil der Gesellschaft, denn ihr bietet immer noch Dienstleistungen an, die für die Gesellschaft bestimmt sind. Verstehe mich nicht falsch, ich finde beeidruckend was du alles machst. Aber ich frage mich, ob man nicht noch diesen letzten Schritt gehen kann. Seine Reisen zu machen ohne versuchen zu müssen, durch Klicks auf Youtube, Sponsoren und Werbung für Outdoorequipment das nötige Geld beisammen zu schaffen. Wenn das geht, wäre dass für zukünftige Aussteiger ein sehr beruhigender Gedanke…

    Ich freue mich auf Deine Antwort!

    • Christian sagt:

      Hallo Sam,

      erstmal freut es mich, dass Dir unser feel4nature.com Blog gefällt – danke Dir für Deinen Zuspruch!

      Was Deine Meinung angeht, so muss ich Dich erstmal im Bezug auf den Blog etwas enttäuschen – der f4n Blog ist nicht kommerziell ausgelegt und die paar Euro die über Werbung etc. reinkommen reichen gerade mal um die monatlichen Kosten halbwegs zu decken. 😉 Daher muss ich nicht versuchen jemanden zu „Klicks“ oder zum „Kauf“ zu drängen…sondern empfehle hier nur, was ich auch selber nutze, ausprobiert habe oder persönlich gut finde. Daher hätte ich jetzt auch kein Problem damit, wenn ich damit soviel Geld verdienen würde, dass ich meinen/unseren „Lebensunterhalt“ damit bestreiten könnte – aber das ist wie gesagt gar nicht der Fall. Unser Geld zum „Reisen & Leben“ verdiene ich fast ausschliesslich mit meiner Arbeit als Fotograf und Mediendesigner.

      Fernab davon hast Du natürlich recht – das geht auch nur, da die „Gesellschaft“ diese Leistungen benötigt…aber auch da sehe ich kein wirkliches Problem. Bei all den „Visionen“ die wir Menschen so im Leben haben – muss man aufpassen, dass man nicht anfängt ein „Dogma“ daraus zu machen, sonst wird es unnötig schwer – man muss einfach realistisch bleiben in seiner „Weltanschauung“. Nur weil wir uns immer mehr zurück ziehen aus der „Gesellschaft, so kann ich voll akzeptieren dass andere das eben nicht wollen…und da ich auch diese Menschen respektiere, kann ich auch „Arbeiten“ für sie verrichten – mit denen ich dann unsere Träume finanziere. Ich denke es ist nichts verkehrt daran, sein Leben möglichst einfach zu gestallten anstatt „gegen Windmühlen“ zu kämpfen.

      Wahrscheinlich ist Dir das jetzt alles etwas zu „unromantisch“ aber egal wie individuell man sein Leben gestaltet…ein paar Kompromisse sind immer notwendig, so wie unsere Gesellschaft heute gestrickt ist. Ob wir damit auch auf Dauer leben können oder irgendwann doch als „Selbstversorger“ in einer kleinen Hütte landen, dass kann ich Dir – wie schon im Artikel gesagt – heute nicht sagen. Das wird die Zukunft zeigen… 😉

      Beste Grüße von den Malediven, Christian

      • Sam sagt:

        Hi Christian,

        Um Romantik geht es mir nicht so sehr, eher um das alte deutsche Sicherheitsbedürfnis… Irgendwie werde ich es doch nicht los, da kann ich noch so lange im Ausland leben. Ich will einfach nur sicher gehen, dass man mit dem Weg den ihr eingeschlagen habt auch durchkommt, gleichzeitig ist der Weg ja aber auch das genau Gegenteil von Sicherheit und gerade dass macht ihn aus.

        Hast Du denn vielleicht eine Idee wie man lernen kann sich auf Reisen selbst zu versorgen, so nach dem Jäger & Sammler Prinzip?

        Btw, ich werde mir unter Umständen demnächst die Alpha 6000 kaufen, da Du ja so große Stücke darauf hälst und Deine Photos ja auch sehr überzeugend sind. Ich habe keinen Link gefunden für ein Kit mit dem Zeissobjektiv, wenn du möchstest können wir mal darüber reden dass Du von meinem Kauf auch ein bisschen was hast.

        LG

        • Christian sagt:

          Hey Sam,

          Sicherheiten gibt es niemals im Leben – wir Menschen haben nur die Angewohnheit uns einzureden, dass die Zukunft planbar wäre…weil das unseren Geist beruhigt. In Wirklichkeit ist diese Sicherheit aber nichts anderes als ein langweiliger Alltag, der auch jeder Zeit durch Unvorhergesehenes umgeworfen werden kann.

          Ich glaube sich auf Reisen komplett selbst zu versorgen ist schwierig, dafür kostet das Reisen selbst in den günstigen Ländern zuviel. Klar kann man auch nur „Trampen“ und „Couchsurfen“, aber ich denke auch da wird immer mal was nicht klappen so dass man doch wieder Geld braucht. Letzten Endes musst Du dir erst einmal über die Art wie Du reisen möchtest klar werden…wenn das steht, dann machst Du dir Gedanken wie das realisierbar ist. 😉

          Die A6000 ist echt eine gute handliche Kamera – gerade für lange Wanderungen, wo es auf wenig Gewicht ankommt bin ich von der A6000 echt angetan. Dass Du die Kamera über einen Link von mir kaufen möchtest ist sehr nett – danke Dir! Hier gibt’s das KIT Sony A6000 und Zeiss 16-70:

          Sony Alpha 6000 Systemkamera inkl. SEL-1670Z Objektiv

          Wenn Du noch Fragen zur Kamera hast, kannst Du dich gerne per eMail bei mir melden…

          Beste Grüße, Christian

          • Sam sagt:

            Hi Christian,
            Vermutlich hast Du Recht. Also im Prinzip weiss ich dass Du Recht hast. Den Mut, diesen Aussteiger-Schritt zu gehen, muss ich aber immernoch sammeln 😀 Zurzeit studiere ich Ingenieurswissenschaften, zumindest den Bachelor sollte ich vielleicht noch fertig machen…

            Reisen tue ich zur Zeit meistens per Anhalter, bis an einen schönen Ort, und dann zu Fuss. Zurück dann wieder per Anhalter. Ich fahre allerdings auch mindestens genauso gerne Fahrrad, was zur Zeit aber daran scheitert, dass mein Rahmen gebrochen ist und das neue Fahrrad noch in Planung ist. Langfristig wäre ich aber auch eher per Anhalter und zu Fuss unterwegs. Zelt immer dabei, für den häufigen Fall dass man nicht per Couchsurfing unterkommt.

            Ich würde gerne lernen wie man zumindest teilweise zum Beispiel Essen und Trinken findet. Zum Beispiel welche Pflanzen man essen kann, wo man sie findet, wie man Wasser findet, eventuell sogar jagen (Pfeil und Bogen hehe).

            Am besten schreiben wir mal über einen Chat wegen der Kamera, ich hab da noch ein paar Möglichkeiten gefunden wie das für mich etwas günstiger werden könnte. Mail schicke ich Dir auch jetzt gleich.

            LG Sam

          • Christian sagt:

            Hey Sam,

            ob es das Richtige ist, den Bachelor fertig zu machen…das kannst nur Du selber wissen. 😉 Die Art wie Du reist, klingt in jedem Fall aufregend!

            Zu den Themen die Dich interessieren gibt es sicherlich eine Menge Bücher – aber selber habe ich da einfach zu wenig Erfahrung um Dir Tipps zu geben. Was ich Dir aber sagen kann, ist das Jagen & Angeln in ganz Europa fast ausschliesslich mit Lizenz gestattet ist…

            Beste Grüße, Christian

        • Lory sagt:

          Hallo Sam,

          ich denke, jeder Aussteiger stand i-wann mal vor der Frage: schaffe ich das. Aber eigentlich ist es doch immer so vor großen und neuen Herausforderungen oder? Am Ende sind es dann genau die Sachen, die wir bereuen, die wir gerade nicht gemacht oder probiert haben. Nichts ist schlimmer als nicht gelebte Träume!

          Mir geht es mom ähnlich und kann Christian nur zustimmen, dass Wichtigste ist erst mal, wie möchtest du reisen, wohin und ggf. mit wem. Wenn du nicht alleine bist, kann das die Sache auch schon ungemein erleichtern.

          Mich würde interessieren, was war bei dir der Auslöser, warum denkst du, du möchtest bzw. musst raus aus dem Hamsterrad, der Gesellschaft?

          • Sam sagt:

            Hi Lory,

            Ja da hast Du auf jeden Fall Recht. Aber wenn ich mich jetzt entscheide auszusteigen, dann mache ich ja auch andere Sachen nicht, nämlich zum Beispiel mein Studium beenden. Das ist auch etwas, das man hinterher bereuen kann, besonders wenn ich irgendwann feststelle dass ich eigentlich gerne wieder „einsteigen“ möchte. Nicht dass ich das so planen würde, aber als echter Deutscher (oh mein Gott) gehe ich doch immernoch zu häufig alle Eventualitäten durch.

            Wie ich reise bzw. reisen möchte habe ich eben in Antwort auf Christian beschrieben. Los würde es erstmal alleine gehen, wenn ich mit jemand anderem zusammen losfahren würde wäre das ja schon ein ganz schöner Treueschwur. Damit habe ich schonmal schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb möchte ich, wenn ich jemanden mitnehme, mir auch eine ganze Menge Vertrauen zu dieser Person haben. Zur Zeit kämen da wenige Leute in Frage, und eine Freundin habe ich nicht im Moment. Da ist es mir doch lieber alleine zu reisen und andere Menschen kennen zu lernen, und dann ganz unverbindlich einen kleinen oder auch grösseren Teil des Weges gemeinsam zu gehen.

            Einen Grund warum ich aus dem Hamsterrad herauswill gibt es nicht, sondern vielmehr eine ganze Ansammlung: Das fängt mit solchen Sachen an wie Totalüberwachung, einer Regierung die nichts gegen die Untergrabung der Verfassung und der Menschenrechte tut.
            Dann gibt es da mein Studium, worauf ich mein ganzes Leben lang hingearbeitet habe. Dort wird einem erzählt, auf jeden Fall nie mehr Qualität zu produzieren als man muss (Überqualität sei nämlich eine Art von Verschwendung) und es werden mahnende Beispiele von Unternehmen gegeben, die so gute Produkte produziert haben, dass sie irgendwann pleite gingen weil niemand mehr ihre Produkte braucht. Dass solche Unternehmen einen wahnsinnigen Beitrag zum Umweltschutz beitragen wird dabei vollkommen ausser Acht gelassen.
            Was mich zum nächsten Punkt bringt: Wir Menschen sind leider der Krebs dieser Welt. Die schlimmste Krankheit die es gibt. Ich würde gerne versuchen, dass mein Anteil daran so gering wie möglich bleibt…
            Und dann auch einfach das Problem dass mich das Studieren nicht glücklich macht, dass ich viel lieber Reisen würde und die Welt und die Natur sehen, und dass mir die Perspektive „Ingenieur“ das nicht so bieten kann wie ich das gerne hätte.

  • Lory sagt:

    Hi Sam,

    schön von dir zu lesen.

    Eine solide Ausbildung kann ja nicht schaden, egal ob Lehre oder Studium. Wenn du allerdings im Grundstudium (vermute ich?) schon sagst, dass ist nicht das Richtige, dann hilft vielleicht auch da schon eine Umorientierung, evtl. Studienwechsel, wo du dich dann mehr mit Themen beschäftigst, die dich interessieren. Das Schwierige beim Studium ist immer, dass du meist erst beim Lernen bemerkst, ob es passt oder nicht. Hinzu kommt, dass man mehrere Jahre studiert, da verändert sich auch deine Persönlichkeit und damit auch deine Ansichten und Interessen. Ging mir ähnlich, ich habe es trotzdem bis zum Schluss durchgezogen. Allerdings muss ich sagen, war es, denk ich, nicht ganz so schlimm wie bei dir.
    Ich wollte immer ins Ausland und habe auch so ein Studium gewählt, wo ich längere Zeit im Ausland bin. Die Zeit war unglaublich schön und die Erfahrungen, die ich da gemacht habe, habe ich nie wieder gemacht. Man lernt über den Tellerrand drüber hinaus zu schauen. Ich denke, dass eben genau diese Erfahrungen auch für meine jetzigen Träume und Ziele verantwortlich sind. Egal was ich gemacht habe, ich kam immer wieder zu diesen Gedanken zurück. Klar, und man muss für das Reisen geboren sein. 😉 Aber letzlich, habe ich das Studieren nicht bereut, es war keine verschenkte Zeit (wie es sich evtl. gerade bei dir anfühlt).
    Vertraute Personen können einem auch manchmal weiterhelfen, wenn man mit sich hardert und die Dinge vielleicht nicht ganz so objektiv betrachtet.

    Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest.

  • Tim sagt:

    Hallo Christian,

    sehr schöner Artikel. Ist mir ein Rätsel wie er mir so lange verborgen bleiben konnte ;-). Du bringst die Situation gut auf den Punkt, insbesondere, was die gesellschaftliche Gier nach Konsum angeht. Obwohl aussteigen für mich im Moment nicht in Frage kommt – kaum zu glauben, aber wahr: ich habe tatsächlich Spaß an meinem Job – sehe ich das alles ähnlich. Im Großen und Ganzen versuche ich mein Geld nicht für Dinge auszugeben sondern für Erlebnisse, z.B. Reisen, da ist bestens angelegt. Und glücklicher bin ich dadurch auch. Ich bereue keine einzige meiner Reisen, auch weil ich dadurch Erfahrungen sammeln konnten, von denen ich ein Leben lang profitieren werde.

    • Christian sagt:

      Hallo Tim,

      schön zu hören, dass Dir unser Blog und Lebensstil gefällt…danke Dir! 🙂

      Letzten Endes ist es ja auch nicht verkehrt einen Job gefunden zu haben, der einem tatsächlich Spass macht…jeder muss für sich so oder so seinen ganz individuellen Weg „zum Glück“ finden und dabei versuchen wir mit unseren Artikel halt den ein oder anderen Interessierten zumindest zu inspirieren…

      Beste Grüße vom Rotem Meer, Christian

  • Myriam sagt:

    Ich glaube, dass „aussteigen“ weitläufiger gefasst werden muss, als nur komplett allein in einer Höhle zu leben. Aussteigen bedeutet für mich in erster Linie nicht bei jedem Hype mitzumachen. Eigentlich sollten wir alle aus unserem jetzigen konsumgesteuerten Leben aussteigen, das ist für den Menschen und für die Umwelt nicht gut. Ich befürchte auch, dass wir unsere Fähigkeit durch die zunehmende Technisierung und Automatisierung verlieren. Wer kann heute noch Feuer machen oder 2 Tage ohne Strom leben? Wir sollten, so meine Meinung, in Gänze alle einen Gang runterschalten.

    Grüße Myri

    • Christian sagt:

      Hallo Myriam,

      da bin ich ganz Deiner Meinung – um ein „Aussteiger“ aus der Gesellschaft zu sein muss man nicht immer gleich den extremsten Weg gehen. Allerdings haben wir persönlich für uns die Feststellung gemacht, dass die „Sehnsucht“ nach noch mehr Freiheit und Individualität mit jedem Schritt weg vom gesellschaftlichen Wahnsinn noch etwas größer wird. Zudem ist es auch zunehmend schwerer, sich überhaupt noch mit gesellschaftlichen Notwendigkeiten zu arrangieren oder diese ernst zu nehmen…daher führt wohl jeder noch so kleine Schritt in Richtung Ausstiegt früher oder später zum nächsten Schritt. Zumindest bahnt sich das für uns so an…

      Beste Grüße, Christian

  • Nina K sagt:

    Hallo Christian,

    ein spannender Bericht über euren alternativen Lebensentwurf als Aussteiger.
    Mich interessiert aber sehr, wie ihr damit umgeht und wie es sich anfühlt, dass ihr doch nicht ganz aussteigen könnt. Denn ihr seid ja ein Teil der Online-Gesellschaft geblieben und in der virtuellen Welt offensichtlich sehr aktiv mit eurem Blog.
    Wie meistert ihr den Spagat zwischen Ausstieg und Online-Präsenz?

    Viele Grüße
    Nina

    • Christian sagt:

      Hey Nina,

      schön, dass Dir der Artikel gefällt…

      Zu Deiner Frage kann ich Dir nur sagen, dass wir das alles nicht so eng sehen…auch wenn die meisten Menschen der Meinung sind ein „Aussteiger“ wäre nur jemand der abgeschieden im Wald o.ä. wohnt – so denken wir, dass Aussteigen eher eine Einstellungsfrage ist. Wir tun und lassen die Dinge, die uns persönlich wichtig sind und dazu gehört nunmal auch, dass wir mit unserem Blog möglichst viele Menschen erreichen möchten – was zwangsläufig auch eine gewisse Präsenz auf den Online-Kanälen bedingt. Zudem ist es mit der „bunten Onlinewelt“ genau wie mit vielen anderen Dingen im Leben…grundsätzlich ist eine weltweite „Vernetzung“ ja nichts schlechtes…aber das was wir Menschen daraus machen, wenn wir uns stundenlang am Tag mit jedem Mist „berieseln“ lassen – das ist der negative Aspekt der Onlinewelt. In Maßen genossen und vor allem beschränkt auf wertvolle Infos kann auch die Onlinewelt hilfreich beim Ausstieg sein.

      Für uns persönlich werden wir sehen wo die „Reise“ hingeht und ob und in welchem Mass wir auf lange Sicht damit leben können… 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Hey ihr Lieben.
    Mega toller Beitrag.
    Der Weltanschauung, liebe zur Natur/Tierliebe und Achtung des Planeten nach, seid ihr vermutlich auch Veganer, oder?
    Macht ja sonst irgendwie keinen echten Sinn…

    Glg

    • Christian sagt:

      Hallo Ihr Beiden,

      erst einmal vielen Dank für Euer Lob.

      Wir sind Vegetarier – keine Veganer. 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Carsten sagt:

    Hallo Mann mit Bart 🙂

    du sprichst mir in vielen Punkten aus der Seele. Besonders der klassische Lebensentwurf Haus, Hund, Kind und Kegel ist das pure Hamsterrad in meinen Augen für Mann genauso wie für die Frau. Es zählt heutzutage einzig die Konstellation: Mann & Frau arbeiten, haben zwei Kinder. Geht die Frau beispielsweise zu früh arbeiten ist sie eine Rabenmutter, geht sie gar nicht mehr arbeiten ist sie altmodisch. Dann gehts los: Typischerweise ein dicker Hauskredit für den absurd hohen Wohnraum den man ja als Vierköpfige Familie braucht. Weil dieser absurd hohe Wohnraum in der Stadt nahe am Arbeitsort zu teuer wäre, wohnt man irgendwo dezentral in der Pampa. So fahren beide dann Hin und zurück in der Summe jeweils mindestens eine Stunde am Tag in die Stadt unterhalten am besten noch zwei Autos. Das beste daran: die Frau arbeitet vielleicht 20-30 Std. die Woche. Bekommt im Vergleich zu ihrem Mann viel weniger Gehalt, hat aber in der Summe durch Auto und Kleidung die GLEICHEN Kosten. Das zweite Gehalt wird also im Wesentlichen ziemlich aufgefressen. Die Kinder sind in dieser Zeit in einer Betreuungseinrichtung wo sie ja von einer Pädagogin die zur gleichen Zeit 20 Kinder betreuen muss viel besser betreut, als von der Mutter. Super! Dafür sind für zwei Kinder etwa 300€ pro Monat fällig.

    Meine Entscheidung ist klar: Ich werde nicht teil dieses Hamsterrads, dass heißt kein Riesenhaus in einer Spießersiedlung mit nem fetten Kredit am Hacken und zwei Autos in der Einfahrt. Stattdessen der Schrittweise Ausstieg: 1. Konsumstop & Rücklagen schaffen 2. Alternative Einnahmenquellen suchen/schaffen am besten ein passives Einkommen. 3. Rückzug aus dem Job der mir Spaß macht, aber nicht bei meinem Arbeitgeber und ich zum Beispiel auch für ein passives Einkommen nutzen kann. Also statt Gehaltserhöhung Stundenzahl verringern bei gleichem Gehalt. 4. Gewonnene Zeit in Punkt 2. investieren 5. Investitionen in ein autonomeres Leben 6. Wiederholung von Punkt 3 7.Gewonnene Zeit wieder in passives Einkommen investieren und in Fertigkeiten für ein autonomeres Leben investieren.

    • Christian sagt:

      Hallo Carsten,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.

      Ich sehe das genauso wie Du und finde Dein „Masterplan“ zum Ausstieg hört sich sehr vernünftig an. 😉 Ich drücke Dir die Daumen, dass sich das alles so umsetzen lässt wie Du es Dir vorstellst und hoffe, dass Du dich nicht von irgendwelchen Schwierigkeiten aus der Bahn werfen lässt – denn auch ein Leben als „gesellschaftlicher Aussteiger“ läuft nicht immer ganz easy & reibungslos.

      Ich freue mich, wenn Du mal wieder was von Dir hören lässt – wie es so bei Dir läuft.

      Beste Grüße, Christian

  • Daniel sagt:

    Hallo Christian,
    bin zum ersten mal auf deiner Seite und glaube, dass du der richtige Ansprechpartner bist. Vieles was du geschrieben hast, stimmt mit meiner Einstellung überein. Ich bin 26 Jahre jung, habe bereits zwei Ausbildungen abgeschlossen und wirklich glücklich bin ich mit meinem Job immer noch nicht. Ständig dieser Druck der Gesellschaft, keine Fehler machen dürfen und alles in Perfektion ausüben zu müssen macht einen ja verrückt. Ich liebe die Natur, fühle mich wunderbar wenn ich mit meiner Partnerin die Stille und Eindrücke genießen kann, die die Natur ausstrahlt. Aber das reicht natürlich nicht um ernsthaft so eine Unternehmung wie „ich mache mich nun auf die Reise“ zu starten. Sowas muss geplant sein und naja da ist wohl der erste schwere Schritt. Sein gewohntes Leben verändern und Dinge tun mit denen man nie was zu tun hatte. Das macht natürlich Angst, allerdings ist der Verzicht auf ein freies Leben keine Option. Mir fehlt ein wenig Sicherheit und die Erfahrung. Ich würde gerne mal privat mit dir schreiben damit ich mehr Mut bekomme. Wäre schön wenn du mich mal anschreibst, los gehen soll es in ca. einem Jahr.

    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel ☺

    • Christian sagt:

      Hallo Daniel,

      vielen Dank für Deine Nachricht und Dein Interesse.

      Erfahrungsgemäß ist es deutlich einfach den „Ausstieg“ zu finden, wenn man weniger plant und die Dinge einfach auf sich zukommen lässt. Natürlich bringt so ein individuelles Leben eine ganze Menge an Herausforderungen mit, aber das macht es ja auch gerade interessant.

      Die Frage ist doch letzten Endes: „Wovor hast Du eigentlich Angst…?“ Denn letzten Endes gibts immer eine Möglichkeit sich wieder in ein „normales 08/15 Leben“ einzugliedern. Wenn Du konkrete Fragen hast kannst Du dich gerne bei mir über unser Kontaktformular, Facebook oder auch per eMail bei mir melden. Dann kann ich Dir gerne ein paar Tipps geben, wenn ich Dir damit weiterhelfen kann…

      Beste Grüße aus Mexiko, Christian

  • Dan-i-EL sagt:

    Hallo Christian
    Auch mir hat dein Artikel sehr gefallen. Ich bin zwar noch nicht so frei von dieser Gesellschaft wie du, möchte aber trotzdem meine Gedanken mit dir Teilen. Obwohl ich glaube, dass Gut und Böse wirklich existiert in dieser Welt, bin ich ebenfalls davon überzeugt, dass wir Menschen ein falsches Bild davon haben und auf diese Weise eine Scheinwelt erzeugen. Ist es schlecht krank zu sein? Ist es schlecht verletzt zu sein? Ich denke die meisten würden dazu „ja“ sagen und auch ich bin lieber gesund als krank. Wenn wir jedoch unser ganzes Leben als ein Geschenk sehen oder als eine Gabe, dann bekommen wir eine andere Denkweise und wir nehmen das Leben mit allen Einzelheiten, ob angenehm oder nicht, als eine Erfahrung an. Jede Erfahrung, Krankheit, Freude, Enttäuschung, Genesung und sogar die Erfahrung des Todes selbst sind alles Gaben, und sollten als solche angenommen werden. Wir sollten aufhören uns in unserer Scheinwelt zu verstecken, den Schmerz dieser Welt zu akzeptieren, denn auch der ist Teil des Lebens. Letzen Endes müssen wir in uns gehen und unser Vertrauen wieder auf unseren Schöpfer richten welcher uns absichtlich in eine Gefallene Welt geschickt hat, um all diese Erfahrungen zu sammeln. Leider verstecken wir uns immer vermehrt davor zu leben und folgen lieber den Wünschen welche die Gesellschaft an uns richtet.

    Beim Aussteigen geht es für mich nicht nur um den physischen Teil, fern ab zu wohnen, sondern der leisen Stimme tief in mir drin zu folgen, dem Licht welches in mir scheint, welches des öfteren durch die lauten Stimmen der Welt übertönt wird. Das göttliche in uns drin bringt uns wahren Frieden und Lebensfreude, doch leider beachten wir es nicht oft genug aufgrund all dem was die Gesellschaft uns zu bieten hat, was wieder um in den vielen zwecklosen Versuchen endet uns Freude zu geben, uns jedoch leer lässt.

    Unser Schöpfer lässt sein Licht in uns scheinen, seine Stimme gibt uns Frieden und zeigt uns den Weg welchen wir gehen müssen, wenn wir nur darauf hören möchten. Vor ungefähr 2000 Jahren kam er selbst auf diese Welt und lebte ein Leben, nicht um der Gesellschaft zu gefallen, sondern um uns vorzuzeigen was ein wahrhaftiges Leben ist, und um unsere Sünden auf sich zu nehmen. Er war warscheinlich was einige einen richtigen Aussteiger nennen würde. Die Ehre sei seine.

    Liebe Grüsse
    Dan-i-EL

    • Christian sagt:

      Hallo Daniel,

      vielen Dank für Deine ausführliche Erläuterung Deiner Sichtweise…

      Ich persönlich bin nicht sonderlich religiös und glaube nicht daran, dass wir Menschen die auserwählte Spezies sind – nach der vielen Zeit in der Natur scheint es mir eher als wären alle Lebewesen und die Natur auf gleicher Ebene miteinander verkettet. Wie dem auch sei, jedem das seine…, entscheidend ist aber tatsächlich, dass man sowohl die positiven als auch die negativen Dinge im Leben annimmt und lernt damit zu leben.

      Denn egal was wir tun, auch die schlechten Dinge gehören nunmal zum Leben dazu und oft gehen wir gestärkt daraus hervor…

      Ich wünsche Dir in jedem Fall alles Gute auf Deinem weiteren Weg.

      Beste Grüße, Christian

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