Aussteigen aus dem Hamsterrad: Warum es keine Alternative gibt!

Ausstieg aus dem Hamsterrad

Der Weltraum – unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner Crew unterwegs ist neue Welten zu entdecken, neues Leben und neue Zivilisationen zu erforschen. Mutig dringt die Enterprise dahin vor, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Mit diesen Zeilen, oder zumindest ganz ähnlich, startet jede Folge der bekannten amerikanischen Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“, die seit Jahrzehnten Millionen von Zuschauern in begeistert.

Wahrscheinlich fragst Du dich jetzt, was das mit dem Hamsterrad, unserer Gesellschaft oder gar mit Dir zu tun hat. Dabei ist die Antwort darauf eigentlich ganz einfach! In unserer Kindheit und bevor wir in das Hamsterrad gestossen wurden haben wir sie alle selber erlebt die Abenteuer, die unendlichen Weiten, fremde Welten und die neuen Zivilisationen. Wir haben die Welt um uns herum mutig erforscht, unbefangen und ohne jegliche Vorurteile. Haben unsere Erfahrungen gesammelt, Träume gelebt, die Grenzen überschritten und selbst Verbote ignoriert.

Doch all das – was das Leben an sich so aufregend und lebenswert macht – ist den meisten von uns verloren gegangen, unterwegs, als wir erwachsen wurden. Eingetauscht für ein monotones Leben voller Fremdbestimmung und konsumorientierten Träumen. Doch warum ist das eigentlich so, oder muss das vielleicht gar so sein?

Grundsteinlegung im Kindesalter

Die Antwort auf die Frage warum das so ist, lässt sich leicht auf die Art und Weise zurückführen wie wir heran- oder vielmehr hineinwachsen in das Hamsterrad.

Zu Begin unseres Lebens sind wir alle voll und ganz gesteuert von Emotionen und kein rationaler Gedanke hält uns davon ab das Leben unnachgiebig zu erforschen. Doch schon bald sollen wir lernen, dass das vollkommen „Falsch“ ist und spätestens wenn wir selber die ersten Worte von uns geben und verstehen können beginnt ein Leben voller Regeln und Einschränkungen – wie sinnlos sie auch sein mögen ; „Isst den Teller leer“, „Nein! Du darfst die Wand nicht mit Deinen Buntstiften bemalen“ – dabei wissen wir schon als Kind selbst am besten wann wir satt sind und die Wand in unserem Kinderzimmer hätte uns mit unseren eigenen Motiven verziert vielleicht wesentlich besser gefallen als mit den „doofen“ Bärchen. Wahrscheinlich könnte man die Reihe der Beispiele noch unendlich verlängern, aber der Punkt ist letztendlich, dass sich das aufregende und wunderbare Leben eines Kindes schon in den ersten Jahren in eine Welt voller „Nein!„, „Das darf man nicht!„, „Das tut man nicht!“ verwandelt und es immer schwerer wird seine eigenen Erfahrungen zu sammeln und für sich selber herauszufinden was Richtig und was Falsch ist.

Glücklicherweise besitzen wir im Kindesalter noch eine Art natürliche Resistenz gegen das Leben im Hamsterrad und sind in der Lage spielend Regeln zu brechen und Verbote zu ignorieren, um unsere eigenen Erfahrungen zu machen.

Einreihen ins Glied – der erste Schultag

Doch dann folgt irgendwann für uns alle ein einschneidendes Erlebnis. „Jetzt wird ernst gemacht!„. Wer es bis hierhin geschafft hat trotzt elterlichem Einfluss, Kindergarten und Konsumdruck unter Gleichaltrigen eine Art Individualität herauszubilden wird nun endgültig gefügig und passend gemacht für das wahre Leben, für das Hamsterrad.

In einem klassischen Schulsystem, welches weder dafür gemacht ist Individualität oder Kreativität zu fördern und in dem Andere für uns bestimmen was im Leben wichtig sein mag, werden wir fortan mindestens fünf Tage die Woche „bestrahlt“. Wir müssen stillsitzen und lernen, dass es ganz natürlich ist sich täglich mit Dingen, Themen und Menschen zu umgeben die man vielleicht gar nicht mag.

Zu allem Überfluss soll uns unsere Schulzeit auch noch auf eine der wichtigsten Entscheidungen in unserem Leben vorbereiten – die Berufswahl. Oder zumindest wird erfolgreich so getan als ob wir hier an der entscheidenden Schwelle unseres Lebens stehen würden. Obwohl wir bis auf ein paar Praktika und stupide Berufsberatungen von unmotivierten Angestellten der Agentur für Arbeit in unserem kompletten Schulsystem keinerlei Einblicke in die Vielfältigkeit der beruflichen Möglichkeiten bekommen.

Ich kann Mich noch lebhaft an einen meiner Termine zur Berufsberatung in meiner Schulzeit erinnern. Dort sagte ich dem Berufsberater:

„Ich würde beruflich gerne etwas machen was mit Tieren zu tun hat.“

Darauf hin sagte mir dann der Berufsberater vom – damals hieß es noch – Arbeitsamt :

Fleischer! Das ist ein guter Beruf mit sicherer Zukunftsperspektive.“

Na, Dankeschön! Makaber, aber das war wirklich keine große Hilfe. Glücklicherweise sind wahrscheinlich nicht alle Vorschläge so absurd, so dass bei einigen Berufseinsteigern vielleicht noch das Interesse für etwas Neues geweckt wird. Aber selbst wenn das nicht der Fall ist bleiben immer noch die beliebten Alternativen : Das zu machen, was die eigenen Eltern beruflich machen oder einfach das zu tun was alle machen. So erfreuen sich auch weiterhin stupide Jobs wie Bürokauffrau/mann, Verkäufer/in oder auch Maler/in weiterhin grösster Beliebtheit oder als Student studiert man eben gerne BWL, Medizin oder Jura.

Für welchen Beruf man sich an dieser Stelle auch entscheidet, auf keinem dieser Wege wird einem während der Ausbildung oder dem Studium wirklich eine Perspektive aufgezeigt, wie man auch selbständig etwas auf die Beine stellen könnte. Und so kommt es, dass die meisten Menschen auf einen unbefriedigenden 8 bis 12 Stundenjob zusteuern der ihnen unter Umständen nicht einmal ein wenig Freude bereitet. Denn Spass ist ja im Hamsterrad nicht das Auswahlkriterium für einen guten Job, sondern vorgetäuschte Sicherheit und finanzieller Erfolg.

Arbeit ist das halbe Leben?

Angekommen im beruflichen Alltag, ist es dann für die meisten endlich geschafft – man ist vollkommen assimiliert im Hamsterrad. Eltern, Familie und Freunde loben einen für seine Zielstrebigkeit und dem daraus resultierenden sicheren Job. Doch die traurige Wahrheit ist, dass Arbeitsplätze heutzutage nicht mehr sicher sind und viele werden nicht einmal mehr leistungsgerecht entlohnt. Doch die negativen Seiten übersieht man im Hamsterrad ganz gern oder schimpft einfach pausenlos darüber ohne wirklich etwas daran zu ändern.

Einen sehr aufschlussreichen Artikel „Die 29 Gesetze des Hamsterrades und warum sie niemandem auffallen.“ hat Markus Cerenak zu diesem Thema auf seinem Blog veröffentlich. Diesen solltest Du einmal in Ruhe lesen und schauen ob Du dich darin erkennst und wie tief Du bereits im Hamsterrad feststeckst.

Für mich persönlich ist es vollkommen unbegreiflich, aber für eine Vielzahl an Menschen scheint es im beruflichen Alltag vollkommen normal zu sein einen Großteil Ihrer Lebenszeit in eine Arbeit zu investieren, die sie weder mögen noch irgendwie im Leben weiterbringt.

Konsum reißt alle Wurzeln aus!

Einziges Heilmittel in dieser trostlosen Welt des Hamsterrades scheint für viele der masslose Konsum entbehrlicher oder gar vollkommen unnützer Dinge zu sein. Mehr, mehr, immer mehr ist das Leitbild unserer Zeit, in der das Höchstmass an Individualität offensichtlich die Farbe der neuen „Handyhülle“ zu sein scheint und der Wert von Dingen oftmals lediglich durch ihren Kaufpreis bestimmt wird.

Im Hamsterrad ist es wichtiger gleichzuziehen; mit dem Nachbarn der schon wieder ein neues Auto hat, dem Arbeitskollegen der sich ein Reihenhaus kauft oder dem Mannschaftskameraden der eine teure Rolex am Arm trägt – statt sich einmal selbst wirklich Gedanken über eigene Träume, Ziele und Erfüllung im Leben zu machen.

Umdenken – nicht morgen sondern jetzt!

Vielleicht hast Du Dich oder Teile Deines Lebensweges in diesem Artikel wiedererkannt, denn das Hamsterrad versucht uns alle zu vereinnahmen. Auch ich bin da keine Ausnahme. Im Gegenteil auch wenn ich schon früh im Leben angefangen habe mich gegen das Hamsterrad aufzubäumen, so habe ich doch viele der Kämpfe um ein selbstbestimmtes Ich in der Vergangenheit verloren und immer wieder „Rückfälle“ erlitten. Schon alleine da es zu der Zeit in der ich meinen Ausstieg aus dem Hamsterrad gesucht und gefunden habe kaum Ratgeber, Literatur oder sonstige Leitlinien zu dem Thema gab und ich so meinen Weg weitestgehend ohne Hilfe finden musste.

Wenn Du dich also auch fragst :

  • Ob das alles so richtig ist?
  • Ob das Leben in erster Linie durch Verpflichtungen und nicht durch Freude und Spass geprägt sein muss?
  • Ob Du all die Dinge mit denen Du dich umgibst wirklich brauchst?

Wenn Du gemerkt hast :

  • Dass die Dinge mit denen Du dein Leben füllst Dich nicht glücklich machen!
  • Dass Du manchmal am liebsten vor allem und jedem weglaufen möchtest…egal wohin, einfach nur weg!
  • Dass egal was Du kaufst, es Dir nur einen kurzen Augenblick an Freude bereitet.

Dann hast Du den ersten Schritt zum Ausstieg aus dem Hamsterrad bereits geschafft. Du bist kurz davor zu erkennen, dass es keine Alternative zum Ausstieg gibt wenn Du wirklich glücklich werden möchtest. Alles was Du jetzt noch tun musst ist endlich Anfangen, statt es vor Dir herzuschieben. Damit beginnen wirkliche Veränderungen einzuleiten und herauszufinden wer Du wirklich bist und was Dich wirklich glücklich macht…

Hilfe beim Ausstieg aus dem Hamsterrad

Dieser kleine Einblick in das Leben im Hamsterrad, wie wir hinein gezogen werden und was uns dazu bringt, ist nur der Anfang von vielen weiteren Artikeln in denen ich Euch erzählen werde wie ich den Ausstieg aus dem Hamsterrad letztendlich geschafft habe und wie sich ein möglichst selbstbestimmtes Leben nach den eigenen Vorstellungen verwirklichen lässt.

In diesem Rahmen wird es zukünftig Artikel mit vielen Ressourcen wie Büchern und Webseiten zum Thema „Aussteigen aus dem Hamsterrad“ geben und jede Menge Tips rund um die Themen selbstbestimmte Arbeit, Work Life Balance, Digitale Nomaden, Reisen als Lebensinhalt und weitere wichtige Themen mit denen Du dein Leben ganz individuell und glücklich gestallten kannst.

Wie Du dich auf deinen Ausstieg aus dem Hamsterrad am besten vorbereitest erfährst Du in folgendem Artikel : 

Raus aus dem Hamsterrad : Die 3 wichtigsten Tipps zur richtige Vorbereitung

Wenn Dich das Thema also interessiert dann schau doch öfters hier bei feel4nature vorbei oder folge uns auf Facebook, Google+ oder Twitter um keinen Artikel mehr zu verpassen.

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28 Kommentare

  • Lydia sagt:

    Danke für diesen Artikel, der mich in meinen bisherigen Unsicherheit bestätigt. Bevor ich meine Studium begann war ich ein verbitterter Mitarbeiter, der stupdide von 8 bis 5 arbeitete, sich kaum Freizeit gönnte, abends ausgelaugt auf dem Sofa saß, sich kaum zu Reisen, Freunde treffen oder andere Aktivitäten aufraffen konnte. Im Studium habe ich das erste Mal seit langen wieder echte Freunde gefunden, die einem nicht alles vorheucheln oder vorm Chef zurechtweisen oder in den Rücken fallen. Ich war nicht mehr so kraftlos. Aber jetzt geht mein Studium zu Ende. Stehe mitten in der Bachelorarbeit (momentan in Irland) und hab keinen Bock in dieses Büroleben zurückzugehen. Leider muss ich 18 Wochen arbeiten um meinen Abschluss zu erhalten. Blöde Regelung. Auch bin ich kein Mediengestalter, Webdesigner oder habe Kenntnisse/Qualifikationen in Social Media etc. Ich bin angehender Ingenieur und noch keinen gefunden, der in diesem Beruf ortsunabhängig arbeitet.
    Geht das überhaupt?

    • Christian sagt:

      Hallo Lydia!

      Es freut mich sehr zu hören, dass mein Artikel Dich zum Nachdenken angeregt hat – ich kann gut verstehen, dass die jetzige Situation sehr belastend für Dich ist! Daher möchte ich Dir zunächst einmal sagen, dass wir alle solche „harten Zeiten“ durchmachen – gerade wenn wir versuchen neue Wege zu gehen brauchen wir Mut, Vertrauen in uns selbst und Durchhaltevermögen. Du must zuerst akzeptieren, dass auch schwierige Zeiten und Entscheidungen zum Leben dazu gehören. Vielleicht sind es sogar die wichtigsten Momente in unserem Leben, da solche „Prüfungen“ uns stärker machen und unseren Charakter formen wenn wir den Mut haben uns ihnen zu stellen.

      So wie ich das aus den paar Zeilen herauslesen kann die Du mir hier als Kommentar geschrieben hast, scheinst Du ja einiges auf dem „Kasten“ zu haben – so ein Photovoltaik Studium stellt sicherlich einige Anforderungen an die Absolventen. Das solltest Du dir in jedem Fall erstmal klar machen; wenn Du ein Studium erfolgreich abschliessen kannst – wirst Du in Deinem Leben auch noch ganz andere Dinge auf die Beine stellen können – solange Du an Dich glaubst! Also erstmal ¡KOPF HOCH! und nicht den Mut verlieren.

      Nachvollziehen kann ich auch Deinen Arbeitsunmut, bei Deinen bisherigen Erfahrungen die Du über Deinen Job schilderst. Allerdings glaube ich diesbezüglich auch, dass Du dich da ein wenig selber verrückt machst! Denn eines ist klar – es ist immer unangenehm sich durch Dinge „durchzuboxen“ die uns keine oder weniger Freude bereiten…aber mit ein bisschen Gelassenheit und gesunder Gleichgültigkeit sind 18 Wochen Arbeit um Dein Studium mit einem Bachelor in der Hand abzuschliessen doch ein „Klacks“. Du musst nur einen gesunden Abstand zu der Sache gewinnen; Für Dich ist doch offensichtlich jetzt bereits klar, dass dieser Job im Hamsterrad nicht Dein Lebensinhalt wird, oder? Wenn das so ist – dann bist Du doch bereits viel weiter als die Kollegen von denen Du berichtest. Die werden ihr Dasein in der „Endlosschleife“ des Hamsterrades fristen und jedem Jobeinsteiger das Leben zur Hölle machen…da sie wahrscheinlich ihre Unzufriedenheit einfach auf andere projizieren. Wenn Du denkst, dass der Bachelor in Photovoltaik dir in Deinem Leben noch irgendwie nützlich sein kann, dann zieh das einfach durch. Du musst Dir einfach klar machen, dass das für Dich nur eine kleine Station auf Deinem Lebensweg sein wird…ein kleiner Zwischenschritt auf Deinem persönlichen Weg in ein glückliches Leben, so wie Du es Dir vorstellst. Für die beschriebenen Kollegen hingegen ist der Job wahrscheinlich ein öde Sackgasse – mit Ausblick auf eine triste Backsteinwand. Also “ ganz cool bleiben“…die Ohren auf Durchzug stellen und wenn es doch zu hart wird, nimmst Du Dir eine Auszeit und meldest Dich Krank oder suchst Dir gleich eine Firma in der vielleicht ein besseres Arbeitsklima herrscht um die 18 Wochen hinter Dich zu bringen.

      Wie dann allerdings Dein weiterer Lebensweg aussehen soll oder wird, da kann ich Dir leider auch keinen Lösungsweg auf dem Silbertablett servieren. Zum Einen weil ich eben nicht Photovoltaik studiert habe (also nur mutmassen kann welche Möglichkeiten Dir damit offen stehen) und zum Anderen – was auch viel wichtiger ist – da wir alle selbst unsere „Ideallinie“ finden müssen. Was ich Dir aber ganz sicher sagen kann, ist dass man mit einem Ingenieur in der Tasche sicherlich auch als Freiberufler oder Berater so einiges auf die Beine stellen kann.

      Ich glaube allerdings, dass Du dir gerade mit der Frage was Du einmal beruflich machen wirst 1) grundsätzlich die falsche Frage stellst und 2) Schritt 10 vor dem ersten Schritt machen möchtest. Ich würde Dir erst einmal vorschlagen, Dir generell Gedanken zu machen was Du in Deinem Leben erreichen und erleben möchtest – ganz unabhängig von der Finanzierung. Setz Dich dabei nicht unter Druck und nimm Dir die Zeit die Du brauchst…wenn es länger dauert bis Du die ersten zündenden Ideen dazu hast als Dein Bachelor Abschluss, dann melde Dich ein Zeit Arbeitslos oder suche Dir einen belanglosen Teilzeit Job mit dem Du dich über Wasser halten kannst – der Dich psychisch nicht belastet oder Deine Aufmerksamkeit ablenkt.

      Als zweiten Schritt solltest Du dann für Dich überlegen, was Du wirklich zu einem glücklichen Leben brauchst – wenn Du durch blosses Nachdenken keine Antwort findest, dann probier es einfach aus und fahre Deinen Lebensstandard mal rapide runter oder spare ein kleines bisschen Geld an und gehe dann nochmal für eine Zeit ins Ausland. In vielen Gegenden in Asien oder Südamerika kannst Du locker von 5 Euro am Tag leben und es Dir am Strand gut gehen lassen – schau einfach ob Du mit wenig Geld klar kommst. Überhaupt ist das wahrscheinlich der wichtigste Schritt um aus dem Hamsterrad auszusteigen: Lamentiere nicht über die Dinge oder denke unnötig lange darüber nach die Du tun möchtest – „MACH SIE EINFACH – PROBIERE SIE AUS“. Klar birgt das Risiken, aber so ist das Leben nunmal. Auch wenn es die fleissigen „Bienchen“ im Hamsterrad gerne ausblenden: „NICHTS IM LEBEN IST SICHER“ – Sicherheit ist lediglich der Feste glaube daran, dass alles schon so bleiben wird wie es gerade ist.

      In der Regel ist es dann so, dass Du über das Ausprobieren auch Ideen entwickeln wirst wie Du genügend Geld verdienst um Dir das Leben zu ermöglichen von dem Du träumst. Aber auch das funktioniert nur nach dem „try and error“ Prinzip – MACHEN, HINFALLEN, AUFSTEHEN, BESSER MACHEN. Auch wenn es abgedroschen klingt: „Aber es sind tatsächlich die Fehler die man im Leben macht, die einen wirklich weiterbringen – die Dich reifen lassen und durch die Du verstehst wie es Richtig laufen muss.“

      Ich persönlich habe dazu einen Spruch aus einem alten Rocky Film verinnerlicht, den ich bis heute nicht vergessen habe: „…im Leben spielt es keine Rolle wie viele Schläge Du austeilst, den Kampf entscheiden wird ausschliesslich wie viel Du einstecken kannst!“ Das genau ist nämlich der Unterschied zwischen Individualisten die ihren eigenen Lebensweg gehen und den „Gefangenen“ im Hamsterrad – den ADLERN und den ENTEN. Die Enten im Hamsterrad beklagen sich über alles und schnattern den ganzen Tag nur vor sich hin, darüber wie schrecklich das Leben ist oder was sie alles in Zukunft tun werden – ein Adler hingegen erhebt sich in die Lüfte, stellt sich jedem Tag dem Kampf und bestimmt sein Schicksal selbst.

      Lass Dir Eines nochmal gesagt sein: Du musst nicht „JETZT“ auf der Stelle herausfinden was Du beruflich machen möchtest, dass ist der Hamsterradweg…heute die Entscheidung treffen welchen Job Du wahrscheinlich noch in 45 Jahren machen wirst. Du musst verinnerlichen, dass das Ganze ein Prozess ist – der Weg ist quasi das Ziel. Du wirst Dich charakterlich weiterentwickeln und Deinen Weg finden so lange Du nicht aufgibst, Dich auf neue Dinge einlässt und bereit bist täglich dazuzulernen. Vielleicht wirst Du eines Tages doch die Top Verkäuferin, die Du heute noch nicht bist, und startest ein eigenes Start-Up im Bereich Photovoltaik…oder Du stellst fest, dass Geld für Dich kaum eine Rolle spielt und lebst vom Jonglieren oder Feuerspucken glücklich am Strand. Was immer es auch ist was Dich glücklich machen wird – lass einfach zu, dass es entstehen kann.

      So, liebe Lydia – das war ja schon fast ein eigener Artikel als Antwort auf Dein Kommentar und ich hoffe wirklich, dass Dir diese Zeilen schonmal ein bisschen Mut geben und weiterhelfen. In jedem Fall würde ich mich freuen, wenn Du mich über Deine „Entwicklungen“ auf dem Laufenden hältst und Dich zwischendurch mal per eMail mit dem aktuellen Stand der Dinge meldest! 🙂 Gerne helfe ich Dir auch weiter wenn Du noch irgendwelche Fragen hast. Und nicht vergessen…„KOPF HOCH“ und glaube an Dich selbst, der Rest findet sich dann häufig ganz von allein.

      Liebe Grüße und „Alles Gute“, Christian

  • Lydia sagt:

    Hallo Christian,
    danke für deine ausführliche Antwort. Ich bin erst mal wieder runtergekommen und hab mich beruhigt 😀
    es war letzte Woche keine gute Woche. Nächstes Ziel wird die BA und dann sehe ich weiter. Sollte mich meine BA nicht zu sehr in Anspruch nehmen wollte ich versuchen mich auf meine Hobbys aus meiner Kindheit zu konzentrieren: Reiten und Comics zeichnen.
    Danke dir vielmals und einen schönen Sonntag.

    LG
    Lydia

    • Ben sagt:

      Hallo Lydia,

      mich würde interessieren, ob du nun eine für dich akzeptable Lösung gefunden hast. Ich denke das es bisher kaum Ingenieure außerhalb des Hamsterrades gibt, liegt daran, das Sie sich dort wohlfühlen oder so gut und unersetzlich sind, das Sie Ihre Arbeit nach eigenen Gutdünken gestalten können. Dann folgen Sie ihrer Berufung obwohl Sie im System sind. Aber mit deinem Studium kannst du das sicher realisieren. Wo ein Wille ist, ist ein Weg.

      Viele Grüße,

      Ben

  • Alexandra sagt:

    Hallo ihr Zwei,lieber Christian,

    danke für die Erinnerung, dass es Menschen auf der Welt gibt, denen es genauso geht! Manchmal fühlt es sich einsam und fast verrückt an, eine Sicht auf die Dinge zu haben, die mit der Gesellschaft nicht konform ist. Es hat mir sehr viel Mut gemacht, meinen Weg weiterzugehen und – hoffentlich – mich immer weniger von ablehnenden Stimmen beeinflussen zu lassen – nicht zuletzt von meiner eigenen Angst. Von daher – weiter so!

    Alles Liebe,
    Alexandra

    • Christian sagt:

      Hallo Alexandra,

      es freut mich natürlich, dass Dir mein Artikel ein wenig Rückenwind gibt! Das ist toll!

      Man darf sich einfach nicht von den Ansichten und Meinungen der „großen breiten Masse“ verunsichern lassen – natürlich können und wollen die einen „Aussteiger“ bzw. jemanden der unser Gesellschaftssystem in Frage stellt nicht verstehen, darauf werden die Mitläufer täglich mit Fernsehen, Bildzeitung & Co. trainiert.

      Ich wünsche Dir, dass Du dich nicht unterkriegen lässt und Deinen eignen Weg findest – auch wenn es als Individualist häufig „Gegenwind“ gibt.

      Liebe Grüße, Christian

  • Hallo Christian.
    Deine Seite und deine Artikel machen wir Mut weiter meinen Ausstieg vorzubereiten.
    Ich bin schon 3 mal einen Jakobsweg gelaufen und habe dort wunderschöne Sachen fotografiert.
    Das möchte ich den Rest meines lebens tun. Noch hab ich eine Sanitärinstallationsfirma die verkauft werden soll und dann………………..
    Viele Grüße aus Schriesheim.
    Mach weiter so.
    Stephan

    • Christian sagt:

      Hallo Stephan,

      es freut mich zu hören, dass Dir meine Artikel Mut machen Deinen Ausstieg vorzubereiten! Besonders da ja das Wandern und Fotografieren auch zwei meiner großen Leidenschaften sind! 😀

      Ich wünsche Dir viel Erfolg und das nötige Quentchen Glück um Dein Vorhaben Realität werden zu lassen.

      Beste Grüße, Christian

  • Pooly sagt:

    Ich selber habe mich schon länger geistig aus diesen immer „höher, schneller, weiter“ System verabschiedet. Dein Text ist eine gute Hilfestellung, um den letzten Schritt auch wirklich zu wagen.

    Danke für diesen wichtigen und ausführlichen Artikel.

    „Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.“
    Friedrich Nietzsche

  • Daniela sagt:

    Wow, ein wirklich toller Artikel. Du schilderst so viele Begebenheiten, die mir selbst auch so ähnlich passiert sind. Wobei ich ja immer ein braves Mädchen war, das nie aufgemuckt hat bis ich meine rebellische Phase erreicht habe. Nach einer kurzen Flaute bin ich nun fasziniert von diesem „neuen“ Lebensstil des Minimalismus und allem, was damit zusammenhängt.
    Wir versuchen ebenfalls einen Lebensweg zu finden, der uns glücklich macht. Haben beide studiert (Volkswirtschaft un Physik) und stehen nun etwas planlos und vor allem ohne gute Jobaussichten da. Das zwingt einen halt auch irgendwie sich neu zu orientieren und sich zu fragen, was man eigentlich gerne macht und was einen glücklich macht.
    Da wir ebenfalls gerne bergsteigen und klettern und das in Zukunft noch intensiver betreiben möchten, müssen wir uns nach Jobs umsehen die a) überhaupt Zeit dafür lassen (8-17 Uhr Jobs scheiden somit aus) und b) genügend Geld abwerfen um sich des Spaß zu finanzieren. Da wir irgendwann ein Häuschen am Land (und damit meine ich keinen Vorort) haben möchten, können wir halt auch schlecht von der Hand in den Mund leben.
    Aber ich glaube fest daran, wenn man etwas nur genug will es irgendwann erreichen wird, weil man dann ständig daran arbeitet dorthin zu kommen 🙂

    Liebe Grüße, Daniela

    • Christian sagt:

      Hallo Daniela,

      ich drücke Dir die Daumen, dass das alles so für Euch hinhaut. Du hast vollkommen Recht – „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ – das sehe ich auch so.

      Beste Grüße, Christian

  • Gianna sagt:

    Lieber Christian,

    der Artikel und generell dein Blog ist wirklich eine tolle Inspiration. Vielen Dank dafür!

    Ich bin gelernte Mediengestalterin, studiere aktuell Germanistik & Kulturwissenschaft und möchte am Ende meines Studiums auf keinen Fall in so einen 0815-Bürojob enden. Die hatte ich schon zu genüge. Allerdings kommt bei mir immer wieder mein Sicherheitsdenken durch, welches ich sicherlich auch so von meinem Umfeld vorgelebt bekommen habe: Ich habe keine Angst davor im Hier und Jetzt mal wenig zu verdienen oder freiberuflich zu arbeiten um meine Träume zu leben. Aber ich frage mich manchmal, wie es dann im Alter werden soll? Man sieht immer wieder, wie alle um einen herum Rentenversicherungen abschließen (wo ich mich frage ob die überhaupt noch was taugen) oder viele bei Firmen arbeiten, wo sie eine betriebliche Rente bekommen. Ich meine wenn man so lebt wie du – wo siehst du dich im Rentenalter? Legst du für die Zeit Geld zurück? Ich weiß, dass sind echte Spießerfragen – aber genau an solchen, ich sag mal „pragmatischen“ Fragen, kann es manchmal scheitern, dass man sein Hamsterrad verlässt. Leider.

    Liebe Grüße
    Gianna

    • Christian sagt:

      Hallo Gianna,

      erstmal „Vielen Dank“ für Dein Lob!

      Das mit dem „Sicherheitsdenken“ ist einfach eine Illusion und das muss man sich immer wieder klar machen. Egal wie viel Geld Du in irgendwelche Rentenversicherungen steckst – mit den derzeitigen Zukunftsaussichten wirst Du im Alter mehr oder minder am Existenzminimum leben wenn Du 45 Jahre lang einen normalen 08/15 Job mit einem durchschnittlichem Gehalt arbeitest – daran führt kein Weg vorbei. Und falls Du krank wirst und Hilfe brauchst, dann sieht das ganze noch viel schlimmer aus.

      Wir für uns haben beschlossen, dass wir lieber in jetzt leben statt mit den Gedanken in einer fernen Zukunft zu schwelgen, die so oder so niemand vorhersehen kann. Natürlich legen wir auch Geld zurück und versuchen uns langfristig etwas aufzubauen, von dem man auch im Alter ganz gut leben kann…aber das ist nicht das was für uns am wichtigsten ist. Da wir hauptsächlich mit den Dingen unser Geld verdienen, die uns Spass machen…hoffen wir, dass das auch über das Rentenalter hinaus der Fall sein wird und wenn das mal nicht mehr gehen sollte, dann schaue ich lieber im „Armenhaus“ mit einem Lächeln auf ein tolles Leben zurück – als mich darüber zu ärgern was ich alles verpasst habe…

      Ob das auch für Dich der richtige Weg ist, dass musst Du allerdings ganz alleine für Dich rausfinden…dabei den ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen kann Dir niemand wirklich helfen.

      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du deinen Lebensweg findest…

      Beste Grüße, Christian

  • Harald sagt:

    Hallo Christian,
    Du triffst mal wieder den Nagel mit dem Kopf. Hervorragender Artikel. Ich hab dir ja schon wiederholt gesagt wie toll ich deinen Blog finde.

    Jetzt ist es soweit. Ich hab es getan. Letzte Woche hab ich meinen Job an den Nagel gehängt. Mit allem was dazu gehört. Unnütze Versicherungen und Verträge etc, pp. Seit gestern bin ich in Bangkok. Ich hab keine Ahnung was morgen ist oder übermorgen oder………

    Auch wenn es noch ganz frisch ist so fühlt es sich unglaublich an.

    Liebe Grüße aus Bangkok

    Harald

    • Christian sagt:

      Hallo Harald,

      ich danke Dir & drücke Dir ganz feste die Daumen, dass Du dir Deine Träume erfüllst…und jede Menge tolle Momente erlebst!

      Beste Grüße & viel Spass, Christian

      • Diana sagt:

        Hallo Christian,
        ein wirklich schöner Artikel. Ich sitze genau in diesem besagten Hamsterad mit einen 9 to 5 Job, laufenden Kreditraten fürs eine Dummheit, leider nicht zu ändern und 18 jährigen Tochter die momentan ihr leben nach dem Abi (nächstes Jahr plant) und zu guterletzt mit einen Partner der auch finanziel gebunden ist. Leider schmeist mein Job (knap über Mindeslohn) gerad soviel ab das wir über die runden kommen. Kein Urlaub, keine teure Kleidung usw.
        Ja so ein Ausstieg aus dem Hamsterrad wäre toll, aber die Verpflichtungen bleiben.
        Beste Wünsche
        Diana

        • Christian sagt:

          Hallo Diana,

          es tut mir leid zu hören, dass Du deine Situation als so „verfahren“ einschätzt. Aber auch wenn Du das wahrscheinlich nicht gerne hörst – aber es gibt immer einen Weg sein Leben zu ändern, man muss halt nur bereit sein die Grenze zu überschreiten und sich im Zweifelsfall noch weiter einschränken um wirklich so etwas wie frei zu sein.

          Kreditraten kann man kürzen, aussetzen oder wenn es nicht zu „stämmen“ ist in eine Privatinsolvenz gehen, die Tochter profitiert wahrscheinlich noch davon wenn sie auf eigenen Beinen steht und auch für Deinen Partner gibt’s sicherlich einen Weg aus seinen finanziellen Verpflichtungen – aber das hat halt zu Beginn nunmal seinen Preis und es liegt an jedem selbst ob er bereit ist das nötige anzugehen, auch wenn es hart ist, um sein Leben zu ändern.

          Ich hoffe Du nimmst mir meine offenen Worte nicht übel und ich drücke Dir die Daumen, dass Ihr den richtigen Weg für Euch findet…

          Beste Grüße, Christian

  • Dominik sagt:

    Hi Christian,

    bin zufällig auf deinen Blog gestoßen und sehr angetan davon. Eigentlich war ich bezüglich der großen amerikanischen Weitwanderwege am recherchieren (USA Visa, etc.) bis mir deine Artikel übers aussteigen aufgefallen sind.
    Kann mich sehr gut mit dir und vielen anderen Kommentatoren identifizieren.

    Kenne dieses Gefühl der Angst, welches einem von Klein auf indoktriniert wird, nur zu gut. Ich komme mit den Zwängen der heutigen Gesellschaft in dieser Form nicht mehr zu Recht und habe nun trotz der Ängste und eines aktuell recht gut bezahlten und „sicheren“ Jobs entschieden zu kündigen. Die großen Glücksmomente empfinde ich in der Natur, auf Wanderungen und Reisen. Also werde ich im nächsten Schritt lediglich geringfügig bis Teilzeit arbeiten. Völlig „überqualifiziert“ und absolut „unterbezahlt“ im Outdoorhandel. Es folgt der Eintausch der zu großen Mietwohnung gegen eine kleinere, zweckmäßigere und günstigere. Der TV-Anbieter wird sofort nach Ablauf der „Mindestvertragsdauer“ im Herbst gekündigt.

    Als großes Ziel in 1-2 Jahren steht dann der Pacific Crest Trail oder ein anderer großer Weitwanderweg auf dieser großen Erde.

    Klar habe ich Angst, vor allem die Ungewissheit macht mir zu schaffen. Allerdings denke ich, dass ich einfach viele kleine Schritte aneinander reihen muss und mich Stück für Stück entwickeln muss.

    Ich persönlich finde es schön immer wieder von Leuten zu lesen oder zu hören, denen es gleich oder in gewisser Art und Weise gleich ergeht. Schön zu hören, dass sich ein immer größer werdender Anteil der Gesellschaft nicht mehr alles gefallen lässt und beginnt Entscheidungen selbst zu treffen.

    Ich denke und merke wenn die persönliche „Entwicklungslawine“ erst einmal ins Rollen gekommen ist, dann ist sie nur mehr schwer aufzuhalten. Nach den ersten Schritten der Veränderung kommen die ersten Erfolge und die Ängste schwinden, als Resultat sind weitere oder gravierendere Veränderungen leichter einzuleiten.

    Mein Kommentar ist nun etwas länger geworden, aber im Grunde wollte ich nur Danke sagen, dass ich im richtigen Zeitpunkt auf den richtigen Blog gestoßen bin. In meiner aktuell intensiven Phase der persönlichen Veränderung bin ich derzeit nämlich psychisch zugemüllt mit Ängsten und anderem (weil gerade vieles zusammenkommt), da kommt ein bisschen Rückenwind gerade recht.

    • Christian sagt:

      Hallo Dominik,

      es freut mich zu hören, dass wir da auf einer „Wellenlänge“ liegen! 🙂 Du hast vollkommen recht, einen „Aufstieg“ muss man Schritt für Schritt umsetzen und natürlich entwickelt man dabei auch gewisse Ängste, wenn man den vermeidlich sicheren Hafen seines bisherigen Lebens verlässt.

      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du weiterhin mutig Deinen eigenen Weg gehst und Du dir Deine Träume erfüllst…

      Ob der PCT in ein paar Jahren wirklich noch so erstrebenswert ist, ist allerdings eine große Frage…im Moment werden die großen Trails in den USA absolut überfrequentiert…da Filme wie „Wild“ etc. die Sehnsucht vieler wecken – das haben wir leider gerade auf dem AT erleben müssen. 🙁 Daher werden wir uns wohl in den nächsten Jahren auf noch einsamere Wege konzentrieren, das ist zumindest für uns persönlich die bessere Wahl. 😉

      Beste Grüße von den Malediven, Christian

  • Shila sagt:

    Hallo Christian! Ich habe mit großem Interesse diesen Blog verfolgt und bin froh, dass ich nicht alleine bin mit meinen Überlegungen und Gedanken betreffend unserer Lebensweise im Hamsterrad. Ich dachte mir seit Jahren immer wieder, dass das doch nicht alles sein kann – bis ans Ende unseres Lebens wie ein Sklave für ein System zu schuften, in welches wir ungefragt hineingeboren wurden. Mir ist allerdings aufgefallen, dass diese allgemeine Unzufriedenheit gerade bei uns im westlichen Europa sehr weit verbreitet zu sein scheint. In Ländern wie z.B. der Türkei leben die meisten Menschen unbeschwerter und konnten sich nach wie vor eine gewisse Lebensfreude erhalten. Das merkt man allein am Umgang miteinander. Aber ich spreche hier nicht von Erfahrungen, welche ich als „Massentouristin“ gemacht habe, da die Familie meines Mannes dort lebt und ich so über Jahre dieses Land anders erleben konnte als ein „normaler“ Tourist. Ich habe schon öfters überlegt, wie es wäre aus dem System auszusteigen, jedoch mit Kind ist dies so gut wie unmöglich! Allein die Schulpflicht verhindert dies! Auch wenn man es auf Dauer realisieren könnte, die Welt zu bereisen, einmal dort und mal da zu leben und sich mit Gelegenheitsjobs vor Ort über Wasser zu halten, ist dies mit Kind einfach nicht möglich. Oder gibt es da womöglich andere Erfahrungen, die mich noch erleuchten könnten?
    Eine Alternative zum Weltenbummeln, um aus unserem unbefriedigenden Hamsterrad auszubrechen, wäre für uns mit Kind wahrscheinlich wirklich in z.B. die Türkei oder ein ähnliches Land auszuwandern. Wie seht ihr das?

    • Christian sagt:

      Hey Shila,

      letzten Endes ist das sicherlich kein einfaches Thema und da wir selber keine Kinder haben, fällt es mir da auch schwer Dir einen entsprechenden Rat zu geben. Allerdings haben wir selbst auf unseren Reisen schon viele „Nomaden“ getroffen, die auch mit Kindern unterwegs waren und wir ganz persönlich hatten den Eindruck, dass das den Kindern eher gut getan hat – als das es ihre Entwicklung irgendwie eingeschränkt hätte. Zudem bin ich im „Netz“ selbst schon auf eine Menge Blogs gestoßen, wo Frauen und Paare über ihre Reisen mit Kind & Kegel berichten…, da solltest Du dich vielleicht einfach mal umschauen.

      Ich hoffe das hilft Dir schonmal ein wenig weiter und drücke Dir die Daumen, dass Du den passenden Weg für Dich und Deine Familie findest…, im übrigen hast Du ganz recht. Das Leben ist jenseits der „westlichen Kultur“ meist um einiges entspannter…, das empfinden auch wir so! 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Mia sagt:

    Hallo!

    Ach, wie fange ich nur an…
    Ich (35) fühle mich schon lange zerrissen… Ich bin alleinerziehend, habe eine Tochter, die zuerst auf eine Waldorfschule ging, nun viel glücklicher auf der Montessouri Schule ist.
    Worum es aber eigentlich geht… ich habe mein Leben lang versucht irgendwas darzustellen, habe aber nix richtig auf die Reihe bekommen, weil ich ein Problem habe mich unter zu ordnen und das Geld trotz allem irgendwie nie reicht. Es ist einfach immer nur Druck! Und das belastet mich sehr!
    Ich habe schon alles mögliche ausprobiert, ich bin mehrere Wochen „im Urlaub“ gewesen, ich bin einfach mal für 9 Monate ins tiefste Bayern gezogen, bin jedes WE wandern gewesen und habe aber unter der Woche mein Kind kaum gesehen, weil ich so viel arbeiten musste (Chefetage eines Weltkonzerns).
    Nun bin ich im hohen Norden, aber mein Fernweh bleibt… das Meer ist toll, die Natur gibt mir viel, aber mein Traum wäre noch immer, mit einem Bully durch Südeuropa zu touren… aber wie soll das gehen? Mit Kind, ohne Kohle (ich habe keinerlei Rücklagen)? Wenn man aussteigt, bekommt man kein Geld, und wenn ich Pech habe, will mir noch irgendwer mein Kind weg nehmen, weil wir dann ja kein „geregeltes Leben führen“, das wäre das schlimmste.
    Ich denke echt schon darüber nach, mich als irgendwas ausbilden zu lassen, was zb in Australien gesucht wird, um hier weg zu kommen, aber auch dann bin ich wieder in der „mühle“ drin…
    Das schlimme ist, dass man ja auch mit keinem über so etwas sprechen kann, weil es keiner versteht und alle es nur für verrückt halten…
    Und das schlimmste… nun bin ich wohl auch noch schwanger! Ich bin echt verzweifelt! Ich bin alleine und werde das wohl auch bleiben, bis auf mein Kind (kinder?)
    Kann mir jemand einen Rat geben? Mit der Bitte, mich nicht zu verurteilen, denn das kann ich gerade echt nicht gebrauchen…

    Ich habe halt einfach auch das Gefühl, dass mir meine Zeit weg läuft… YOLO!
    Und ich habe so viele Wünsche und Gedanken, aber alleine traue ich mich einfach nicht…

    Mein Kind sagte mir heute morgen, dass sie die Berge vermisst… wir sind nun vor 15 Monate aus dem Oberbayrischen weg, waren ein Jahr wo anders und nun seit wenigen Wochen am Meer… was soll ich dazu sagen? Muss ich ihr beibringen sich zu beugen? Sie muss doch irgendwann mal Wurzeln schlagen?!

    • Christian sagt:

      Hallo Mia,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Mit Kindern ist es natürlich immer schwerer sich selbst zu verwirklichen, da gebe ich Dir vollkommen recht. Zudem gibt es für ein möglichst freies Leben nunmal auch keine allgemein gültige Formel, da muss in der Regel jeder seinen ganz eigenen Weg finden. Wenn Du in der Chefetage eines Weltkonzerns sitzt, dann solltest Du doch recht gut verdienen und könntest wahrscheinlich zumindest schonmal einiges an Rücklagen schaffen wenn Du dich im Alltag einschränkst, oder?

      Das wäre dann zumindest schonmal ein Ansatzpunkt, der Dir auch Zeit geben würde in Ruhe über alles nachzudenken. Wenn Du Dir erstmal was zusammengespart hast und mit dem Bulli durch Europa ziehst, kommen Dir vielleicht die richtigen Ideen.

      Klar muss Dir sein, dass Du deine Kinder dann sicherlich auch in diese Richtung prägst und es ihnen unter Umständen schwer fallen wird sich wieder ins System einzugliedern. Allerdings kennen wir viele Menschen, die Ihre Kinder „alternativ“ erzogen haben und da sieht es für uns als Aussehende nicht so aus als würde das irgendeinen Schaden anrichten. Im Gegenteil…

      Ich drücke Dir in jedem Fall die Daumen, dass Du mit Deinen Kindern einen passenden Lebensweg findest – es ist einfach wichtig erst einmal den Mut zur Veränderung aufzubringen. Wenn das Ganze dann erstmal anrollt, dann läuft vieles auch ganz von selbst – aber man darf sich trotzdem keine Illusionen machen, wer gegen den Strom schwimmt hat es um einiges schwerer…

      Beste Grüße, Christian

  • dirkfuge sagt:

    Hallo Christian,

    Ich arbeite an einem Artikel mit dem Titel: „Lebenslüge“. Und dabei finde ich dich.
    Was für ein Artikel! WOW.

    Das musste ich beim surfen nur mal kurz los werden.

    Ich komme wieder!

    Gruß Dirk

    • Christian sagt:

      Hallo Dirk,

      besten Dank – wir freuen uns wenn Du mal wieder auf unserem Blog vorbeischaust.

      Viel Erfolg noch mit Deinem Artikel…

      Beste Grüße, Christian

  • Fabian sagt:

    Hallo Christian,

    Ich bin jetzt 22 und bin letztes Jahr in Australien, Thailand und Vietnam gewesen und die beste Zeit meines Lebens gehabt, hatte zuvor mein Wirtschaftsstudium an den Nagel gehängt und auf Reisen auch für mich entschieden, es keinen Falls fortführen zu wollen. Das Gefühl jeden Tag neue Abenteuer zu leben ist einfach eine krasse Befreiung die ich niemandem empfehlen würde zu verpassen.
    Allerdings zwang mich ein Motorradunfall wiederzukommen, da ich nur eine gewisse Zeit im Krankenhaus in Vietnam verbringen konnte, habe dann den Entschluss gefasst Psychologie in Amsterdam zu studieren, wofür ich vorher erstmal 6 Wochen die Holländische Sprache lernen musste, alles kein Problem, bis das Studium losging und ich mich wieder fühlte als wäre ich wieder Im Hamsterrad, Geld ausgeben zu müssen für Dinge, die ich eigentlich nicht will, es ist eben auch verdammt teuer dort. Habe es allerdings nach ein paar Wochen nicht mehr ausgehalten und bin jetzt zurück zuHause bei meinen Eltern und habe extreme Zukunftsängste, sowie Depressionen, und Probleme überhaupt den Tag rumzukriegen, alles scheint aussichtslos und der Gedanke ist einfach wieder abzuhauen, aber was dann? Alles macht mich verrückt, aber auch ich selber weiss einfach nicht wo meine Bestimmung liegt oder wo es hingehen soll. Dazu kommt dass meine Freundin Physiotherapeutin in England ist und dort nun ein Jahr arbeitet um wieder Reisen zu gehen, ich schäme mich dass ich noch keinerlei Ausbildung habe, würde liebend gerne mit ihr im Campern durch Neuseeland fahren, aber so ganz ohne Abschluss weiss ich wirklich nicht ob ich dann einen klaren Kopf habe, und man schliesslich doch denkt dass man es hätte machen sollen, um den eigenen Sicherheitsgedanken zu befriedigen und nicht die Angst zu haben, sein Leben lang zu kellnern oder auf Baustellen arbeiten zu müssen. Die Situation belastet mich stark und ich weiss nicht weiter, irgendwelche Vorschläge?

    Gruss Fabian

    • Christian sagt:

      Hallo Fabian,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar – das hört sich ja alles gar nicht gut an und leider kann ich Dir natürlich auch keine Musterlösung anbieten.

      Du wirst für Dich ganz alleine herausfinden müssen ob Du eine Ausbildung brauchst oder nicht. Die Welt ist zwar voll von Menschen, die auch ohne Ausbildung gut leben können oder später etwas ganz anderes machen als das was sie gelernt haben – aber ich kann Deine Lage schon ganz gut nachvollziehen.

      Wahrscheinlich wird es Dir helfen, herauszufinden was Du gerne machst und dann eine Ausbildung zu absolvieren, die Dich dem näher bringt – wenn Du gerne reist und das Leben genießt, dann könntest Du vielleicht Tauchlehrer o.ä. werden, auch wenn das nicht gerade ein hoch angesehener Job ist.

      Ansonsten kann ich Dir nur raten, Dich selbst nicht unter Druck zu setzen. Viele Antworten finden sich mit der Zeit ganz von selbst und man ist auch mit 30 oder 40 nicht zu alt einen neuen Beruf zu erlernen.

      Ich drücke Dir in jedem Fall die Daumen, dass Du deinen Lebensweg findest.

      Beste Grüße aus Utah, Christian

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