Algonquin Provincial Park, unterwegs zum Indian Summer

Algonquin Provincial Park

Bist Du auf der Suche nach Tipps und Infos zum Algonquin Provincial Park,dem größten Nationalpark der Provinz Ontario? Dann bist Du hier genau richtig, denn Irene vom „Black Hoodie Blog“ war im Algonquin Park während Indian Summers unterwegs und hat Ihre Erlebnisse und Tipps in diesem interessanten Gastartikel für feel4nature zusammengefasst.

Genau wie die USA, über die wir hier im Blog schon oft berichtet haben,bietet auch Kanada eine Vielzahl an wunderschönen Nationalparks und Naturlandschaften, die zum Wandern und vielen weiteren naturorientierten Aktivitäten einladen.

Als Wahlkanadierin berichtet Irene auf Ihrem Blog aus erster Hand über ihre Erlebnisse in Kanada, Ihre anderen Reiseabenteuer und das Soloreisen als Frau – am liebsten genießt Sie ihr Leben ausserhalb Ihrer Komfortzone und stürzt sich in immer neue Abenteuer.

Algonquin Park Irene

Irene von „The Black Hoodie Blog“ im Algonquin Park.

Noch mehr Infos über Irene und weitere spannende Artikel – findest Du auf Ihren Blog & der Facebookseite:

Und nun viel Spass mit den besten Infos & Tipps zu Kanadas Algonquin Provincial Park…

Indian Summer im Algonquin Provincial Park

Kennst du das? Du freust dich schon seit einer ganz bestimmten Zeit auf den einen Moment? Wie als man sich als Kind auf Weihnachten gefreut hat (okay, ich gestehe, ich freue mich jetzt noch tierisch auf Weihnachten). Oder auf den Urlaub und den letzten Arbeitstag oder die Ferien. Was auch immer es ist auf das du wartest, es ist die Vorfreude, die das ganze Warten so schön macht.

Und dann endlich ist er da. Der eine Moment. In meinem Fall war es der Indian Summer, der seinen Weg endlich nach Kanada gefunden hat. So sehnsüchtig hab ich ihn erwartet und das obwohl ich ja eher ein Sommerkind bin.

Aber die Eindrücke von den atemberaubenden Blättern, den Farben und den wunderschönen Gold-Braun-Rot Tönen wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Also auf ging es für mich, meinen Freund und guten Freunden über Thanksgiving zum Algonquin Provincial Park in Ontario.

Nach 3 Stunden Autofahrt von Toronto aus sind wir an unserer Unterkunft angekommen. Ein brauner Labrador lief uns gleich hächelnd entgegen – zur Begrüßung versteht sich. Wir checken ein und wurden gleich positiv überrascht. Wir brauchen keine Schlüssel für unsere Zimmer.

Laut dem Besitzer „Ist ihm das wohl zu chaotisch“. So etwas hätte es in New York’s Hostel oder in den Hosteln in Thailand nicht gegeben. Da gab es immer Schlüssel und Schlösser für alles und jeden.

Algonquin Park Wälder

Der Algonquin Provincial Park bietet scheinbar endlose Wälder.

Aber in Kanada im Backcountry (so nennen Kanadier es, wenn sie in die peripheren Landesabschnitte fahren) braucht man so etwas nicht; in Gegenden wie dem Algonquin Provincial Park vertraut man noch auf die gute Seele im Menschen. Ein zunächst unbekanntes, aber sehr schönes Gefühl.

Die Unterkunft ist unterteilt in verschiedene Holzhütten. Es gibt das Haupthaus, in dem es einen Gemeinschaftsraum, die Küche und Duschen gibt. Das Haupthaus selbst ist von einem schönen BBQ Platz, einer Badezimmer Insel mit offenen Waschbecken – Zähne putzen bei Nacht unter dem Sternenhimmel ist das Beste – und von anderen Gästehäusern mit viel Wald umgeben.

Die ersten Sinne, die berührt worden sind? Der Geruchssinn! Die Unterkunft im Algonquin Park roch so wunderbar nach Holz. Du kennst das sicherlich, wenn man an einem neuen, noch unbekannten Ort ankommt, sind die Sinne geschärft und man nimmt alles ein bisschen anders war – bunter und intensiver.

Ich war super glücklich und zufrieden, hab ja schließlich auch lange auf diesen Moment gewartet.

Wie kann ich mir den Algonquin Park vorstellen?

Der Algonquin Park ist riesig und um die 7,653 km2 groß. Es gibt zwei Gates, um in den Park zu gelangen, einmal das Eastgate und das Westgate. Für den Park brauchst du einen Tagespass, der $17 kostet. Mit dem Pass kannst du dann in die einzelnen Parkabschnitte und auf die Wanderwege kommen.

Im Park selbst gibt es 13 verschiedene Wanderwege mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad und Dauer. Der Park liegt direkt am Highway 60 und vom Highway aus kannst du dann jeweils links und rechts abbiegen, um die verschiedenen Parkabschnitte zu erreichen.

Da wir keine Touris sind, sondern Reisende und Wanderer mit Herz darf natürlich ein wenig Hintergrundwissen nicht fehlen (man will ja schließlich wissen auf was man schaut, wenn man am Aussichtspunkt steht). Also hier kommen ein paar geschichtliche Fakten.

Die atemberaubende Landschaft des Algonquin Parks ist durch die letzte unserer 4 Eiszeiten entstanden. Massive Eisplatten (bis zu 3km dick) haben sich ihren Weg durch das Land gebahnt und dabei Erde vor sich hergeschoben und Täler ausgegraben.

Algonquin Park Sehenswürdigkeiten

Der Algonquin Park lädt zum verweilen und nachdenken ein.

Zunächst entdeckten die Ureinwohner Nordamerikas (auch First Nation genannt) das Land und lebten im Einklang mit der Natur. Später kamen dann die Europäer, die das Land, wie der Mensch es halt mit so vielen Ländern macht, ausgebeutet haben. Vor allem durch Holzabbau wurde das Gebiet gerodet und gerodet.

Es wurde sogar extra für den Holzabtransport eine Eisenbahn erbaut, deren Überbleibsel du auch noch heute erkunden kannst (Booth’s Rock Trail). Da der Originalbestand der Holzindustrie zum Opfer viel ist der Großteil des Waldes weniger als 100 Jahre alt und damit quasi im Teenager alter.

Du kannst eigentlich das ganze Jahr in den Algonquin Provincial Park. Und im ganzen Jahr kann man verschiedene Sachen unternehmen. Im Winter kannst du bei 80cm Schneehöhe Schneeschuhwandern gehen oder Hundeschlitten fahren.

Im Sommer kann man dann natürlich das übliche machen, wie zum Beispiel wandern, angeln, schwimmen oder Kayak/Kanu fahren.

Noch mehr Infos zum Kayak fahren im Algonquin Park – findest Du in diesem Artikel:

Welche Tiere laufen mir im Algonquin Nationalpark über den Weg?

Das Hinterland Kanadas ist bekannt für seine Schwarzbären, denen man schon mal über den Weg laufen kann.  Vor allem Nachts, wenn die Bären auf der Suche nach Essen sind, und wenn man das benutzte Geschirr, Lebensmittel oder sonstige Geruchsintensive Produkte nicht wegräumt (am besten in den Kofferraum), dann kommen sie gerne vorbei.

Ansonsten sieht man viele Streifenhörnchen oder Bieberbauten.

Man kann auch den einen oder anderen Elch entdecken (entweder ganz früh am Morgen oder Abends), aber wir hatten leider nicht das Glück.

Wandern im Algonquin Park – Welche Wanderwege sind empfehlenswert?

Wie schon erwähnt gibt es 13 verschiedene Wanderwege. Wir haben leider nicht so viel Zeit gehabt und dementsprechend haben wir uns zwei gut ausgewählte Pfade ausgesucht.

Algonquin Park Centennial Trail

Unterwegs auf dem Centennial Trail im Algonquin Park.

Centennial Pfad (mein absoluter Favorit)

Das ist der perfekte Pfad für eine Wanderung während des Indian Summers (in der Broschüre gab es sogar drei Ahornblätter – das Maximum – für die Wahrscheinlichkeit die volle Blüte des Indian Summers zu sehen). Der Pfad ist 10 km lang und du wirst ungefähr 6 Stunden lang wandern können (kein Picknick und somit nur für die hart gesottenen unter uns).

Die besten Chancen, um Tiere im Algonquin Provincial Park zu beobachten hast du am Mizzy Lake. Dieser Pfad ist durch die Länge, Steigung und Beschaffenheit einer der schwierigeren Pfade.

Belohnt wirst du aber mit Ausblicken auf tief blaue Seen, grüne Inseln, Wälder und auf einen unendlich weit liegenden hügeligen Horizont. Insgesamt gibt es Zwölf Aussichtspunkte auf den 10 km, was dich beim wandern bei der Stange hält und immer wieder auf’s neue motiviert (so ging es zumindest mir). Deshalb kann ich den Wanderweg nur herzlichst empfehlen.

Algonquin Park Booth’s Rock Trail

Wunderschöne Aussichten auf dem Booth’s Rock Trail im Algonquin Park.

Booth’s Rock Pfad

Wenn du Lust auf eine Entdeckungsreise in die Geschichte hast, dann bist du hier richtig. Auf dem Weg kannst du die Reste eines alten Privatbesitzes und einer Einbahnstraße entdecken. Ein kurzes Stück des Pfades folgt einem alten Eisenbahngleis, das vor 100 Jahren noch zu den meist befahrenen Gleisen des Landes gehörte.

Heute ist es so unfassbar ruhig und die Natur ist wieder im Einklang mit sich selbst. Der Pfad läuft an den Ufern mehrerer Seen entlang, in denen man im Sommer auch schwimmen kann.

Der Pfad ist 5,1km lang, dauert ungefähr 3 Stunden und hat 11 Aussichtspunkte zu bieten. Er ist vom Schwierigkeitsgrad anstrengend, aber nicht so hart wie der Centennial Pfad.

Der Herbst und seine Blätter – Wieso ist er so besonders in Kanada?

Natürlich lass ich es mir nicht nehmen, dir eine kurze Anekdote zum Thema Indian Summer zu geben. Wir alle kennen ja den Herbst und dass er die Blätter so schön verfärbt. Aber wie genau geht das eigentlich?

Die Nährstoffe werden für den Winter aus den Blättern in die Äste transportiert – dieser Prozess färbt die Blätter. Dennoch können keine Europäischen Wälder den kanadischen Ahornbäumen das Wasser reichen. Die Ursache für das Farbspiel auf den kanadischen Herbstkleidern ist das extreme nördliche Klima, dem die Bäume ausgesetzt sind und die hohe Zuckerkonzentration in den Blättern.

Noch mehr Tipps zu Natur und Wandern in Kanada und den USA

Erst einmal – ¡vielen Dank! – an Irene für diesen tollen Gastartikel über Ihre Erlebnisse im Algonquin Provincial Park.

Auf unserem feel4nature Blog findest Du noch viele weitere spannende Artikel rund ums die Themen Reisen, Wandern und Trekking – hier mal eine Auswahl der beliebtesten Artikel:

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