A.T. Tagebuch – Zwischenstop in den „Blood Mountain Cabins“ in „Neel Gap“

Neel Gap Hostel

Ursprünglich hatten wir geplant nur eine Nacht in „Neel Gap“ zu verbringen, als wir gestern nach unserem Abstieg vom „Blood Mountain“ hier eintrafen, aber da für heute ein Regentag mit starken Gewittern in der Nacht angesagt war haben wir uns dafür entschieden noch eine weitere Nacht hier zu verbringen.

Schon am Vortag vor unserer Ankunft in „Neel Gap“ haben wir mit einer jungen Familie, welche den Trail als eine Art Hochzeitsreise mit Ihrer 9 Jahre alten Tochter bis nach Maine gehen möchte und mit der wir uns sehr gut verstehen, abgemacht uns eine Hütte in den „Blood Mountain Cabins“ zu teilen. Die Hütten sind sehr geräumig, etwas altmodisch eingerichtet aber was am wichtigsten ist mit sehr weichen Betten und einer heißen Dusche ausgestattet, die wir nach unserer Ankunft auch erst einmal ausgiebig genutzt haben.

Trail Magic
im Neel Gap Hostel

Am Abend nach unserer Ankunft gab es im Neel Gap Hostel ein kostenloses „Trail Magic“ Abendessen für alle Hiker von einer kirchlichen Organisation welche die Thru Hiker auf dem Trail unterstützt. Lasagne, Salat, Brot, Softdrinks, Kaffee und unglaublich leckere Brownies mit Smarties als Nachtisch füllten unsere Akkus wieder kräftig auf. Besonders interessant und sehr hilfreich waren dabei vor allen Dingen die Unterhaltungen mit den anderen Hikern, welche den Appalachian Trail teilweise schon komplett gelaufen sind und jedem Einsteiger gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Nach einer sehr bequemen Nacht im weichem Bett verbringen wir den heutigen Tag mit der Pflege und der Optimierung unserer Ausrüstung und am Morgen haben wir auch bereits alle notwendigen Lebensmittel für die nächsten Tage in der Wildnis eingekauft. Derzeit planen wir, obwohl es wieder sehr kalt aber trocken werden soll, morgen früh zurück auf den Appalachian Trail zu gehen und unsere Tagesleistungen dann mit ca. 12 Milen langen Etappen langsam zu steigern um dann in zwei Tagen Helen – ein kleines „bayrisches Dorf“ oder das was sich die Amerikaner darunter vorstellen – zu erreichen.

Am heutigen Abend steht aber jetzt erst einmal ein gemeinsames Spagettiessen auf dem Plan mit Zutaten, die wir aus einer nahegelegenen Stadt organisiert haben und danach geht es noch einmal unter die heiße Dusche und ins weiche Bettchen.

Das wichtigste, was wir vielleicht in den den paar Tagen auf dem Trail bereits gelernt haben ist die Tatsache den Trail langsam anzugehen, sich zwar zu fordern aber auch sich nicht zu überschätzen – denn eine Verletzung oder eine schwere Grippe verlangt zwangsläufig nach einer längeren Pause. Ganz entscheidend ist auch, dass der Trail in erster Linie ja Spass machen soll und wie sagte vor ein paar Tagen ein erfahrener Thru Hiker Kollege so treffend : „…there is no price for the first one that climbs Mount Katahdin!“

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2 Kommentare

  • Wolfgang sagt:

    Hallo Christian und ?,

    bin auf Euren Blog durch Infos von einem anderen deutschen Thru Hiker, der am 01.04. starten will -Ludger aus Münster- aufmerksam gemacht worden.
    Mit Interesse habe ich eure Vorbereitungen und sonstigen Informationen zum AT gelesen und finde sie sehr informativ und gelungen.
    Ich selbst denke, lese und informiere mich seit einigen Jahren über den AT und einen eigenen Thru Hike. Noch hält mich der Beruf davon ab aber voraussichtlich wird es in 2015 losgehen können -als „alter Mann“ von 60 Jahren-.
    Wünsche Euch Gesundheit, Durchhaltevermögen und Erfolg bei Eurem Hike. Lasst Euch von den Widrigkeiten nicht so schrecken, es wird mit Sicherheit noch viele gute Tage geben.
    Auch hier bei uns im Bergischen (Reichshof) ist der Winter noch nicht vorbei, gerade schneit es wieder heftig, letzten Freitag hatten wir am Morgen -18 Grd.
    Hike your own hike!
    Wolfgang

    • Christian sagt:

      Hallo Wolfgang,

      erst einmal vielen Dank für Deinen sehr netten und aufbauenden Beitrag. Es freut uns zudem sehr, dass Dir unser Blog gut gefällt…

      Dass noch viele tolle Tage auf uns zukommen werden, da sind wir uns ganz sicher. Da wir aber bisher nur sehr wenig Outdoor Erfahrung haben und nicht besonders fit sind müssen wir es halt etwas langsamer angehen lassen – wobei wir übrigens bis heute mit vielen der mit uns gestarteten Thru Hikern noch gleich auf sind.

      Allerdings haben wir uns jetzt dazu entschieden ein paar Tage in Helen zu bleiben um unsere Füße heilen zu lassen und um ein wenig den sehr kalten Nächten von bis zu -15 Grad in den Bergen zu entgehen, den dafür ist auch unsere Ausrüstung nur bedingt geeignet. Aber auch das macht uns im Hinblick auf die Gesamtstrecke keine Sorgen…denn ob wir nun bis nach Maine kommen oder nicht, dass wird sicherlich nicht in den ersten Tagen und Wochen entschieden…zudem ist für uns auch eher der Weg das Ziel – 6 Monate lang zu wandern und viel Spass zu haben ganz egal wieviele Kilometer dabei rumkommen.

      Wir wünschen Dir in jedem Fall viel Glück für Dein A.T. vorhaben und hoffen, dass wir Dir mit unserem Blog noch ein paar Infos mit auf den Weg geben können!

      Liebe Grüsse, Nadja & Christian

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