A.T. Tagebuch – Unsere ersten Tage auf dem Appalachian Trail

Um es gleich vorweg zu sagen; die bisherigen 40 Milen auf dem Appalachian Trail waren für uns als unerfahrene Hiker um einiges härter als wir es uns vorgestellt haben, obwohl wir uns schon auf sehr harte Etappen in den Bergen eingestellt hatten. Aber beginnen wir von vorne…

Am Mittwoch den 13. März 2013 ging es mit dem Shuttle des Hiker Hostel auf zum Approach Trail nach Amicalola Falls, wo wir uns mit der „Thru Hiker“ Nummern, 360 und 361 registrierten – bevor wir steil bergauf in Richtung Wasserfälle starteten. Ungefähr eine Mile später beginnt dann die berüchtigte Treppe mit 604 Stufen zum Ursprung der Wasserfälle, die wir mit einigen „Verschnaufpausen“ noch ganz gut meisterten, doch die dann folgenden Anstiege hinauf in die Berge waren härter als gedacht…

So entschlossen wir uns bereits am späten Nachmittag, nach ca. 7 Milen, die Nacht am „Black Gap Shelter“ zu verbringen zumal auch die Temperaturen immer weiter in Richtung 0 Grad Marke fielen, statt den Approach Trail gleich am ersten Tag auf dem Springer Mountain zu Ende zu bringen. Im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung, da wir schon im etwas tiefer gelegenen Shelter in der Nacht Temperaturen von -7 Grad aushalten mussten und es, wie wir am nächsten Tag erfuhren, auf dem Springer Mountain nochmal um einiges kälter war.

Springer Mountain

Am nächsten Morgen war dann bei Minusgraden erst einmal eine „SwissMiss“ (Hot Chocolate) notwendig um uns ein wenig aufzutauen, bevor wir dann das gefrorene Zelt verstauten und uns dann endlich auf den Weg zum Springer Mountain machten, dem eigentlichen Startpunkt des Appalachian Trails.

Endlich oben angekommen, genossen wir nur kurz die wunderschöne Aussicht des Springer Mountain, denn es war auch um die Mittagszeit dort oben noch immer bitter kalt, so dass auch die Wege teilweise vereist und ziemlich rutschig waren. Aber nun waren wir wirklich auf dem Appalachian Trail angekommen und folgen seitdem den „Whitblazes“ – den weissen Markierungen des Trails in Richtung Norden. Den Trailtag beendeten wir am „Hawk Mountain Shelter“ mit einer fast 10 Milen Etappe, schweren Beinen und schmerzenden Füssen.

Die nächsten beiden Etappen führten uns dann endgültig an unsere körperlichen Belastungsgrenzen, steile Berganstiege und unwegsames Terrain gepaart mit schmerzenden Beinen, offenen Füssen und – trotz guter Schuhe – etlichen Blasen machten uns schwer zu schaffen. Doch auf der anderen Seite lernten wir an diesen beiden Tagen auch das kennen, was den Appalachian Trail wahrscheinlich so besonders macht – der Zusammenhalt zwischen den Hikern und eine Vielzahl an ehrenamtlichen Helfern, welche die Thru Hiker mit „Trail Magic“ unterstützen und immer gerade dann motivierend zur Seite stehen, wenn man der festen Überzeugung ist man könne keinen einzigen Schritt mehr gehen.

Trail Magic Time

So half man uns am dritten Tag in „Horse Gap“ mit gekühlten Softdrinks als unsere Wasservorräte bereits zur Neige gingen, am Morgen des vierten Tages trafen wir in „Gooch Gap“ eine Gruppe Hiker die uns mit köstlichen „Pancakes“ versorgte und kurz darauf als unsere Motivation am Nachmittag einen Tiefpunkt erreichte gab es in „Woody Gap“ Hot Dogs, Sofdrinks und sogar ärztliche Versorgung für die geschundenen Füße, so dass wir uns danach sogar noch über den „Big Chedar Mountain“ schleppten um unser Zelt mit einigen anderen Hikern mit denen wir unterwegs waren in „Lance Creek“ aufschlugen.

Gestern stand dann unsere bisher schwierigste Etappe über Georgias höchsten Berg, dem „Blood Mountain“, auf dem Programm und der Aufstieg schien wirklich kein Ende zu nehmen, aber auch wenn unsere Beine immer noch schwer waren und die Füße schmerzten, so machte sich auch bereits ein Trainingseffekt der ersten Tage bemerkbar, so dass wir 2 Stunden früher als erwartet „Neel Gap“ und damit nach vier Nächten in der Wildnis einen kleinen „Aussenposten der Zivilisation“ erreichten.

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