10 ultimative Tipps für bessere Tarierung beim Tauchen

Besser Tarieren

Schwerelos und vollkommen frei – ja, fast majestätisch durch die fantastische Unterwasserwelt schweben. Dieses Erlebnis ist sicherlich einer der Punkte die das Tauchen – gerade für Tauchanfänger – zu einem so unvergleichlichen Erlebnis machen.

Dabei ist die mit Abstand wichtigste Fertigkeit eines ausgebildeten Tauchers für dieses Schweben eine perfekte Tarierung – die Fähigkeit auf jeder Tiefe konsequent die „Höhe“ zu halten ohne unkontrolliert auf- oder abzusteigen. Diese Fertigkeit nennt man unter Tauchern auch neutrales Tarieren.

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass mit zunehmender Erfahrung eines Tauchers auch seine Fähigkeiten im Bezug auf seine Tarierung immer besser werden.

Doch leider habe ich es als Tauchlehrer nur allzu oft am eigenen Leibe miterleben müssen, dass auch vermeintlich erfahrene Taucher nicht automatisch besser tarieren können. Im Gegenteil – haben sich erst einmal „schlechte Angewohnheiten“ eingeschlichen oder hat der Taucher die elementaren Zusammenhänge im Bezug auf die neutrale Tarierung nicht richtig verstanden, dann wird es für den Taucher häufig schwer wirkliche Fortschritte beim perfektionieren seiner Tarierung zu erzielen.

Daher habe ich in diesem Artikel für alle Taucher die noch Probleme mit Ihrer neutralen Tarierung haben oder einfach noch besser tarieren möchten, einmal die besten Tipps und einige Grundlageninformationen zusammengestellt.

Die Grundlagen der Tarierung

Damit Du als Taucher auf Dauer eine bessere Tarierung erlangst ist es zunächst einmal wichtig, dass Du grundsätzlich verstehst was denn eigentlich im bzw. unter Wasser mit Deinem Körper passiert wenn er neutral tariert ist.

Wie alle Gegenstände erfährst auch Du als Taucher im Wasser einen gewissen Auftrieb. Dieser Auftrieb ist physikalisch gesehen eine Kraft, die der Gewichtskraft der von Dir verdrängten Wassermenge entspricht. Das nennt man das Archimedische Prinzip – benannt nach dem griechischen Mathematiker Archimedes.

Ist diese Auftriebskraft kleiner als die auf Dich wirkende Abtriebskraft, dann sinkst Du nach unten – Du hast eine negative Tarierung. Ist die Auftriebskraft hingegen größer steigst Du folglich auf bzw. schwimmst an der Oberfläche – Du hast eine positive Tarierung. Sind beide Kräfte (Auf- & Abtrieb) gleich groß, dann hast Du eine neutrale Tarierung – steigst also weder auf noch ab.

Aber genug mit der Physik – was heisst das nun für Dich als Taucher…

Wenn Du dich nun mit Deinem Taucheranzug und ABC Ausrüstung ins Wasser begibst, dann wirst Du oben an der Wasseroberfläche treiben – Du hast eine positive Tarierung. Selbst mit Deinem Tarierjacket und einer 12 Liter Pressluftflasche ist das unter den meisten Bedingungen noch der Fall – sprich Dein Auftrieb (von Körper, Tarierweste & Neoprenanzug) ist in diesem Moment größer als die Abtriebskraft die auf Dich wirkt – Du hast also eine positive Tarierung.

Daher brauchst Du als Taucher auch Blei – an einem Bleigurt oder in den Bleitaschen Deines Tarierjackets – um Dich regelrecht zu „versenken“, um Deiner Auftriebskraft eine leicht größere Abtriebskraft entgegenzusetzen – eine leicht negative Tarierung zu erzielen damit Du abtauchen kannst.

Sinkst Du nun unter die Wasseroberfläche, so nimmt der Druck auf Deinen Körper und Deine Tauchausrüstung mit steigender Tiefe Stück für Stück zu und vermindert durch diese Komprimierung auch Deine Auftriebskraft immer weiter.

Tarieren Unterwasserfotografie

Gerade wenn Du unter Wasser fotografieren möchtest muss Deine Tarierung perfekt sein.

Um nun eine neutrale Tarierung zu erlangen, kannst Du diesem steigenden Abtrieb einen entsprechenden Auftrieb entgegensetzen, indem Du ausreichend Luft in Dein Tarierjacket füllst. Genau soviel Luft, dass Du exakt auf einer Tiefe schwebst – Du eine neutrale Tarierung besitzt.

Dabei wirst Du mehr Luft für eine neutrale Tarierung benötigen, je größer Deine aktuelle Tauchtiefe ist – denn je tiefer Du Dich unter Wasser befindest, desto weniger Auftrieb erfährt Dein Körper, Deine Ausrüstung und desto weniger Auftrieb erzeugt auch die Luft mit der Du Deine Tarierweste füllst.

10 Tipps für besseres tarieren beim Tauchen

Eigentlich solltest Du diese physikalischen Grundlagen bereits in Deiner Tauchausbildung gelernt und verinnerlich haben, daher bin ich nicht auf alle Details und Parameter eingegangen – welche die Tarierung letzen Endes beeinflussen.

Hier soll es nun in erster Linie um die besten Tipps für eine bessere Tarierung gehen und wie Du ganz gezielt Deine Fähigkeiten verbessern kannst – los geht’s :

01.

Wähle ein passendes Tarierjacket und lege es richtig an!

Beim Kauf eines Tarierjackets solltest Du darauf achten, dass dieses auch Deinen Ansprüchen und Deiner aktuellen Taucherfahrung gerecht wird.

So macht es z.B. keinen Sinn als gelegentlicher Urlaubstaucher ein Wingjacket für technisches Tauchen mit einem „Power-Inflator“ (welcher sehr schnell viel Luft in Dein Jacket „pumpen“ kann) oder als regelmässiger Kaltwassertaucher ein leichtes Reisejacket mit wenig Auftrieb zu kaufen.

Als Urlaubstaucher würdest Du dich nur schwer an die Bedienung des Wingjackets mit „Power-Inflator“ gewöhnen und für Kaltwassertaucher hätte das Reisejacket vielleicht zu wenig max. Auftrieb – beides ist schlecht für Deine Tarierung, unter Umständen sogar gefährlich.

Auch das richtige Anlegen der Tarierweste ist ein wichtiger Punkt für eine bessere Tarierung – nur wenn alle Schnallen verschlossen und Gurte straff gezogen sind, sitzt das Tarierjacket optimal an Deinem Körper. Der Sitz Deiner Tarierweste ist zwar nicht direkt für Deine Tarierung verantwortlich, aber durch eine schlechte oder schiefe Wasserlage kannst Du dich unwohl fühlen und daher ggf. schlechter tarieren.

02.

Benutze Dein Tarierjacket NICHT um Auf- & Abzusteigen!

Gerade bei Tauchanfängern sehe ich immer wieder, dass sie Ihr Tarierjacket wie eine Art „Rocketbelt“ benutzen – Luft rein zum Aufsteigen, Luft raus zum Absteigen. Aber das ist vollkommen FALSCH – ja, es kann sogar GEFÄHRLICH WERDEN.

Die Tarierweste ist lediglich dafür da eine neutrale Tarierung herzustellen – sich also sozusagen auf einer Tiefe auszupendeln. Mehr nicht!

Bei einem normalen Multilevel-Tauchgang, bei dem Du zuerst auf die max. Tauchtiefe abtauchst und fortan nur noch Schritt für Schritt an Tauchtiefe verlierst, sorgst Du folglich an der tiefsten Stelle des Tauchgangs für eine neutrale Tarierung indem Du genügend Luft in Dein Tarierjacket lässt. Danach lässt Du – mit geringer werdender Tiefe – in der Regel nur noch Luft ab.

Alles Weitere – also das eigentliche Aufsteigen oder noch mal geringfügig Absteigen – steuerst Du ausschliesslich über die Tarierung mit Deiner Lunge (tiefer Ein- oder Ausatmen) oder durch Deinen Flossenschlag! Keinesfalls mit Deinem Tarierjacket!

03.

Fülle nur kleine Mengen an Luft in Dein Tarierjacket!

Eine häufige Ursache für eine schlechte Tarierung kann auch der falsche Einsatz des Inflators an Deiner Tarierweste sein. Viele Taucher benutzen den Inflator nicht mit genügend Feingefühl, sondern pumpen auf einen „Stoß“ zuviel Luft auf einmal in ihr Tarierjacket oder lassen zuviel Luft ab.

Gerade bei geringeren Tauchtiefen ist aber förmlich nur ein „Hauch“ mehr oder weniger an Luft dafür verantwortlich ob Du neutral tariert bist oder eben nicht.

Daher setze den Inflator Deiner Tarierweste nur sehr dosiert ein, pumpe mehrere kleine Luftstöße in Dein Tarierjacket und kontrolliere nach jedem Luftstoß ob Du bereits neutrale Tarierung besitzt. So wirst Du schnell besser tarieren und hast auch noch einen geringeren Luftverbrauch.

04.

Beachte die Trägheit der Luft!

Eine weitere Ursache für eine schlechte Tarierung – die mit dem Einsatz des Inflators zusammenhängt – ist das voreilige „nachpumpen“ von weiterer Luft in Dein Tarierjacket.

Wenn Du zusätzliche Luft in Deine Tarierweste pumpst, dann brauch diese Luft eine gewisse Zeit bis sie ihre volle Wirkung entfaltet – bis sie an die richtige Stelle im Tarierjacket gelangt um Dir mehr Auftrieb zu verleihen.

Daher warte nachdem Du zusätzliche Luft in Dein Tarierjacket pumpst immer einen Moment und gibt der Luft Zeit Ihre Wirkung zu entfalten, bevor Du evtl. noch einmal weitere Luft „nachpumpst“.

Besser Tarieren

Eine gute horizontale Körperhaltung macht das Tarieren einfacher.

05.

Optimiere Deine Bleimenge für Deine Tauchumgebung!

Wenn Du die ideale Bleimenge mit auf Deinen Tauchgang nimmst, ist es für Dich wesentlich einfacher besser zu tarieren. Unnötiges Blei sorgt gerade bei ungeübten Tauchern für eine schlechtere Wasserlage und für jedes zusätzliche Stück Blei musst Du zudem auch mehr Luft in Dein Tarierjacket füllen um eine neutrale Tarierung herzustellen.

Das macht Deine Tarierung unnötig schwierig, da die Luft in Deinem Tarierjacket auf unterschiedlichen Tauchtiefen druckbedingt ihre Auftriebskraft verändert und Du bei zuviel Blei häufiger die Luftmenge in Deinem Jacket anpassen musst.

Beachte bei Deiner Wahl der idealen Bleimenge für Deinen Tauchgang auch die unterschiedlichen Bedingungen im Bezug auf die Umgebung und Deine Tauchausrüstung. Im Salzwasser oder mit einem 7mm Taucheranzug wirst Du mehr Blei benötigen als im Schwimmbad mit einem „Shorty“.

06.

Sorge für einen optimalen Sitz Deines Tauchbleis!

Ähnlich wie das gewissenhafte Anlegen Deines Tarierjackets ist auch der richtige Sitz Deines Tauchbleis nicht direkt für eine bessere Tarierung verantwortlich.

Allerdings kannst Du durch eine ausgewogene Verteilung Deines Tauchbleis eine bessere horizontale Wasserlage erzielen, was Dir wiederum ein sicheres Gefühl und eine gute Kontrolle bei Deinen Tauchgängen gibt.

Da Du dich so vollkommen auf den Tauchgang und Deine neutrale Tarierung konzentrieren kannst, wirst Du wesentlich besser tarieren als wenn Du „schief“ im Wassere liegst.

07.

Atme ruhig und gleichmässig – genau wie über Wasser!

Neben der „grundsätzlichen“ Tarierung mit Deiner Tarierweste, tarierst Du natürlich mit jedem Atemzug auch mit Deiner Lunge – atmest Du tiefer ein, so steigst Du an. Atmest Du länger aus, so sinkst Du weiter ab.

Aus diesem Grund ist es für eine bessere Tarierung sehr wichtig, dass Du ruhig und vor allem gleichmässig unter Wasser atmest – ganz so, wie Du es an der Oberfläche auch tun würdest.

Wann immer unser Gesicht längere Zeit mit Wasser in Verbindung kommt, neigen wir Menschen dazu nach dem Einatmen einen Moment die Luft anzuhalten und sogar unser Herzschlag verlangsamt sich ein wenig – dieses unterbewusste handeln nennt man auch „Tauchreflex“.

Daher musst Du besonders auf eine gleichmässige Atmung unter Wasser achten und darauf, dass Du nicht unterbewusst die eingeatmete Luft anhältst und dadurch ungewollt beginnst aufzusteigen.

08.

Übe das Tarieren in einer kontrollierten Umgebung!

Um dauerhaft besser tarieren zu können, solltest Du gerade als Einsteiger in den Tauchsport Deine Tarierung gezielt mit den Übungen (Hovern, Pivotieren) die Du bereits aus Deinem Tauchkurs kennst trainieren – am besten funktioniert das unter kontrollierten Bedingungen wie z.B. in einem Schwimmbad oder Indoor-Tauchcenter.

Hier gibt es möglichst wenig „Störfaktoren“, die Deine Tarierung in irgendeiner Form beeinflussen. Du kannst im Süsswasser tauchen, in dem Du weniger Auftrieb hast als im Salzwasser und Du musst keinen schweren Neoprenanzug tragen, der Dir zusätzlichen Auftrieb verleiht. Das macht es gerade in geringen Tiefen einfacher Deine Tarierung gezielt zu trainieren und langfristig zu verbessern.

09.

Versuche bei jedem Tauchgang mit Deiner Lunge zu tarieren!

Auch bei „richtigen“ Tauchgängen im Meer oder im See kannst Du immer wieder daran arbeiten Deine Tarierung zu verbessern, indem Du während des Tauchgangs gezielt mit Deiner Lunge tarierst.

Wann immer gerade nichts aufregendes passiert auf das Du dich konzentrieren musst, versuche einfach einmal etwas tiefer auszuatmen und schaue was passiert. Wenn Du dann leicht absinkst, atme etwas tiefer ein um wieder aufzusteigen – das wiederholst Du dann während des Tauchgangs einfach einige Male, wann immer Du Lust dazu hast.

Du wirst sehen, dass Du schon rasch ein wesentlich besseres Gefühl dafür bekommst wie Du mit Deiner Lunge effizienter und besser tarieren kannst.

Tarieren Sicherheitsstop

Beim Sicherheitsstop auf 5 Metern Tiefe kannst Du Deine Tarierung gezielt verbessern.

10.

Nutze den Sicherheitsstop zum verbessern Deiner Tarierung!

Der obgligatorische Sicherheitsstop am Ende eines jeden Tauchgangs gibt Dir die ideale Möglichkeit weiter an einer besseren Tarierung zu arbeiten.

Versuche dafür möglichst die kompletten 3 Minuten auf 5 Metern Wassertiefe zu bleiben und dabei nicht mehr als 20 oder 30 Zentimeter aufzusteigen oder abzusinken. Schaue dabei am besten nur auf Deinen Tauchcomputer bzw. Tiefenmesser und konzentriere Dich auf Deine Atmung.

Am Ende eines Tauchgangs mit fast leerer Pressluftflasche und auf einer geringen Tauchtiefe von nur 5 Metern ist es für Tauchanfänger schon ganz schön schwierig die exakte Tiefe dauerhaft zu halten, aber Du wirst sehen durch regelmässiges trainieren wirst Du schnell besser tarieren und leichter Deine Tauchtiefe halten.

Noch mehr Tipps zum Tauchen & Tarieren

Das waren sie auch schon, meine 10 ultimative Tipps für eine bessere Tarierung beim Tauchen. Ich hoffe sehr, dass Du damit auch Deine Tarierung dauerhaft verbessern kannst. Denke daran immer wieder gezielt an Dir zu arbeiten, dann werden sich schon bald die ersten Erfolge einstellen und Du wirst rasch besser tarieren als je zuvor.

Natürlich gibt es auch noch weitere Massnahmen wie Du deine Tarierung und auch andere Tauchfertigkeiten verbessern kannst – in diesem Artikel erfährst Du z.B. wie Du weniger Luft auf Deinen Tauchgängen verbrauchst :

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14 Kommentare

  • Herbert sagt:

    Hallo.
    Danke für die Tips. Den Artikel kann man kaum lesen. Bitte dunkle Schrift auf hellen Hintergrund verwenden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert

    • Christian sagt:

      Hallo Herbert,

      eigentlich ist Feel4Nature mit einem hellen Hintergrund mit dunkler Schrift angelegt – ich habe Dir einmal eine eMail geschrieben, damit wir das Problem lösen können.

      Beste Grüße, Christian

  • Michael Schütz sagt:

    Ich finde Eure Artikel immer wieder super. Erfreuen würde mich allerdings die Möglichkeit diese auch mal auszudrucken. Denn oftmals lese ich eben lieber in Papierform als auf Bildschirm. Außerden kann ich meinen Bildschirm nicht mitnehmen.

    • Christian sagt:

      Hallo Michael,

      vielen Dank erst einmal für Dein Lob! 😉 Wir arbeiten gerade an einem Update des Feel4Nature Blogs zum Ende des Jahres und versuchen dabei auch Deine gewünschte Möglichkeit zum direkten Drucken der Artikel umzusetzen.
      Bisher hatten wir darauf verzichtet, da moderne Browser das in vielen Fällen automatisch umsetzen können…

      Beste Grüße & Danke für den Hinweis, Christian

  • Peter sagt:

    Hallo Christian,
    Ich bin mit dem Geschriebenen im Prinzip einverstanden. Ein Punkt zu „Regel 2“: haeufig starten Taucher/Fotographen mit einem Flossenschlag vom Sandgrund und hinterlassen dem nachfolgenden Fotographen nur noch Schneegestoeber! Hier ist ein kurzer Stoss mit dem Inflator angebracht, um dann 1 m darueber mit vernuenftigem Flossenschlag wieder Fahrt aufzunehmen. Alternativ mit einem Abstoss mit einem Stick oder von Hand rueckwaerts weg, wenn moeglich im Lee der Stroemung. Nur einatmen ist den Meisten zu langsam…

    • Christian sagt:

      Hallo Peter,

      das kenne ich leider auch nur allzu gut, dass sich Taucher mit dem Flossen vom Boden abstossen – was natürlich vollkommen „daneben“ ist. Allerdings glaube ich, dass man Anfänger (an diese richtet sich ja der Artikel in erster Linie) eben nicht dazu ermutigen sollte mit dem Jacket zusätzlichen Auftrieb zu erzeugen um aufzusteigen – besser man lernt es von Beginn an richtig mit seiner Lunge…sonst kommt es schnell zu schlechten Angewohnheiten. Zudem glaube ich auch, wer nicht im Stande ist vernünftig mit der Lunge zu tarieren, der sollte sich schön weit weg halten von Riff & Sandflächen und erst Recht keine Kamera dabei haben – aber das ist wohl ein Wunsch der sich eher nicht erfüllen wird. 😉

      Ich hoffe Du kannst meine Einstellung da ein wenig nachvollziehen…

      Beste Grüße, Christian

  • Frank sagt:

    Hallo Christian,
    ich habe Deine tollen Tips über das Tarieren mit Interesse gelesen. Mich beschäftigt folgendes: Besteht eigentlich das Risiko einer Lungendehnung bzw. eines Lungenrisses, wenn ich zum Beispiel mit voller Lunge und angehaltenem Atem 2m aufsteige und erst dann wieder atme? Immerhin sind das dann ja 200 mbar Druckunterschied. Übrigens Deine Website finde ich klasse. Grüße Frank

    • Christian sagt:

      Hallo Frank,

      erst einmal vielen Dank für Dein Lob. 😉

      Grundsätzlich sollte man beim Tauchen „NIEMALS“ die Luft anhalten, da dabei stets die Gefahr einer Verletzung der Lunge besteht. Hier einen genauen „Strich“ zu ziehen, ab wann es wirklich kritisch wird, ist allerdings kaum möglich – da jeder Taucher eine völlig andere „Konstitution“ mit sich bringt.

      Auch wenn ich persönlich sowas zum Glück noch nicht miterleben musste, so habe ich von anderen glaubhaften Tauchern aber schon gehört, dass es in ihrem Umfeld selbst bei zu schnellen oder panischen Aufstiegen im Schwimmbad teilweise zu schweren Verletzungen gekommen ist. Daher also immer auf Nummer sicher gehen… 😉

      Beste Grüße, Christian

  • Udo Hausmann sagt:

    Punkt 1 hat Fehler.

    A) die Wahl des Jackets sollte man nicht an der Häufigkeit des Tauchens festmachen, sondern, das es passt und dem Taucher nutzt.
    Da kann auch ein Reisewing bei einem Anfänger die optimale Wahl sein.

    B) ALLE Gurte und Schnallen festziehen ist absolut falsch. Der Kummerbund muss straff unter dem Rippenbogen sitzen, der Bauchgurt hingegen muss locker sein, damit die Schwimmkammern des Jackets sich auch nach aussen aufblasen können und nicht – wenn straff angelegt – den Bauch/Brustbereich zusammendrücken. Hier passieren immer die meisten Fehler beim anprobieren und benutzen eines Jackets.

    • Christian sagt:

      Hallo Udo,

      vielen Dank für Deinen Kommentar – aber ich sehe das etwas alles anders als Du und glaube persönlich nicht, dass es unter Punkt 1 irgendwelche Fehler gibt.

      Natürlich geht es nicht unbedingt um die Häufigkeit der Tauchgänge, sondern um die Anforderungen bzw. den Bedarf – so steht es auch im Text. Dass ein Jacket passen musst steht für mich offen gesagt außer Frage, aber das dürfte bei der Vielzahl an Anbieter und Jackets auf dem Markt auch eher kein Problem sein. Daher habe ich es nicht explizit erwähnt.

      Was Deinen zweiten Einwand angeht, so bin ich da vollkommen anderer Meinung – aber vielleicht ist das auch ein Definitionsfrage. Mit straff angezogen meine ich, nicht „rumbaummelnd“ und nicht, dass man die Gurte mit aller Kraft stramm zieht bis es weh tut. 😉 Was die Schwimmkammer angeht, so liegst Du aber auch falsch, denn bei den meisten Jacket-Typen verläuft der Bauchgurt nicht über Schwimmkammern, bei Wing sitzen sie z.B. auf dem Rücken und haben durch den separaten Harness keinen Kontakt zum Bauchgurt. Im übrigen besitzen auch nicht alle Jackets einen Kummerbund – so dass das Jacket bei vertikaler Wasserlage nach oben rutschen würde wenn man den Bauchgut nicht anzieht. Selbst bei den meisten modernen ADV Jackets sitzen die „Luftkammern“ im Aussenbereich und der Bauchgurt verläuft am Körper lang.

      Beste Grüße, Christian

  • Dennis sagt:

    Hallo Christian,

    erst einmal Daumen hoch für die guten Infos. Deine Tipps haben mir als Tauchanfänger schon sehr viel gebracht. Meine OWD habe ich vor ein paar Monaten hier in Deutschland gemacht und es war ehr eine Art “Crashkurs“. Gerade im Bezug auf das richtige tarieren. Hier habe ich immer noch gewaltigen Übungsbedarf. Entweder sinke ich wie ein Stein zum Grund oder steige wie ein Ballon zur Oberfläche auf. Der erste Tauchgang ging auf 6 Meter, um dort die anfänglichen Übungen wie z.B. Maske ausblasen und Pivotieren zu absolvieren. Dann auf 20 Meter runter, um von dort direkt wieder langsam aufzusteigen.Hier ging es schon los mit meinen Problemen. Wir hatten wohl alle etwas zu viel Luft in das Jacket gegeben und schossen regelrecht wieder an die Oberfläche. Das gleiche Spiel beim 2 und letzten Tauchgang. Das nahm mir schon einiges am Spaß. Der TL meinte halt, dass es mit der Zeit schon werden wird. Du schreibst ja unter Punkt 2, dass ab hier nur noch mit der Lunge der Aufstieg gesteuert wird. Ich tariere mich also am tiefsten Punkt des tauchgangs aus und steige dann durch kräftiges Einatmen wieder etwas auf, um dann wiederum Luft aus dem Jacket zu lassen, damit ich nicht zu schnell aufsteige? Ich muss also immer nur, um eine Stufe höher zu tauchen z.B. von 15m auf 10m, tiefer Einatmen und dann einfach nur austarieren? Ich muss gestehen, dass ich eigentlich immer nur den Inflator in der Hand hatte, um damit höher oder tiefer zu kommen.

    Gruß
    Dennis

    • Christian sagt:

      Hallo Dennis,

      so wie Du deine Erfahrungen bei Deinem Tauchkurs schilderst klingt das wirklich lebensgefährlich – mal fernab davon, dass Du in einem Anfänger-Kurs nichts auf 20 Metern verloren hast, so sollte Dein Tauchlehrer eigentlich immer zur Stelle sein wenn irgendwas nicht auf anhieb funktioniert. Außerdem verstehe ich nicht, was Du mit 2. und letzten Tauchgang meinst…? Eigentlich sollte ein Anfänger-Kurs mind. 9 bis 10 Tauchgänge beinhalten, dass ist der Standard, der von den Tauchverbänden vorgegeben wird. Zumindest fällt mir kein Verband ein, der weniger Tauchgänge ansetzt…

      Daher würde ich an Deiner Stelle mal mit einer anderen Tauchschule in Deiner Nähe sprechen und mit denen nochmal die wichtigsten Bestandteile des Kurses wiederholen, so dass Du sicherer wirst…

      Und ja – nach dem „austarieren“ in der Tiefe läßt Du beim Aufsteigen immer wieder ein wenig Luft ab um auch in geringerer Tiefe richtig austariert zu sein. Wichtig ist auch, zum Aufsteigen solltest Du nicht allzu Tief einatmen sondern halt nur etwas mehr als normal und zusätzlich kannst Du natürlich zum Ansteigen auch etwas mit den Flossen paddeln.

      Ich hoffe Du bist vernünftig und suchst noch einmal Anschluss an eine Tauchschule oder einen Tauchclub, die Dir dabei helfen Dich zu verbessern…

      Beste Grüße aus Mexiko, Christian

  • Dennis sagt:

    Hallo Christian,

    ich werde auf jedenfall versuchen, noch mal einen Refresh-Kurs bei einer anderen Tauchschule zu machen. Was die Tauchgänge anbetrifft, habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Wir haben die Tauchgänge an 2 Wochenenden erledigt (Freitag , Samstag und eine Woche später am Sonntag) und sind bei jedem 2 mal abgetaucht. Damit habe ich dann also eigentlich 6 Tauchgänge gehabt und danach die Theorieprüfung. Ich komm zwar hier nicht auf deine angegebenen 9-10 Tauchgänge (wäre bestimmt hilfreicher gewesen), allerdings haben meine zwei Kollegen, die mich zum tauchen gebracht haben, laut eigenen Angaben auch nicht mehr gehabt.
    Dir noch viel Spaß in Mexico und wie ich annehme bei den Cenoten.

    Gruß
    Dennis

    • Christian sagt:

      Hallo Dennis,

      wie gesagt – 6 Tauchgänge sind eigentlich zu wenig und auch die Theorieprüfung am Ende halte ich persönlich nicht für ganz so glücklich. Schaue einfach, dass Du es langsam angehen lässt und erstmal unter Anleitung eines erfahrenen Tauchers oder Tauchlehrers bei einfachen Tauchgängen Deine Tarierung verbesserst. Ich drücke Dir die Daumen, dass das klappt und Du dann weiterhin viel Spass auf Deinen Tauchgängen hast…

      Beste Grüße, Christian

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